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Nie mehr „Spätschicht“

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Von: Rudolf Ogiermann

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Lisa Fitz.
Attacke gegen die Impfpflicht: Lisa Fitz. © Dominic Reichenbach

Weil Lisa Fitz in ihrem „Spätschicht“-Solo behauptet hatte, durch die Impfung habe es in der EU schon 5000 Todesfälle gegeben, entfernte der Südwestrundfunk (SWR) die entsprechende Folge der Sendung aus der Mediathek. Nun hat die 70-Jährige ihrerseits Konsequenzen gezogen und will nicht mehr im SWR auftreten.

Die Impfpflicht sei der „feuchte Traum“ der Pharmaindustrie, hatte Lisa Fitz Ende November in einem Solo in der Kabarettsendung „Spätschicht“ gewettert, dabei seien allein in der EU 5000 Menschen infolge der Impfung gestorben. Äußerungen, die – nach heftiger Kritik an Fitz und den Verantwortlichen – den Südwestrundfunk (SWR) dazu bewogen haben, die Folge aus der Mediathek zu nehmen (wir berichteten). Nun zieht die Kabarettistin ihrerseits Konsequenzen und will nicht mehr in der Sendung auftreten. Das teilte der SWR am Donnerstag mit.

Man nehme mit großem Bedauern zur Kenntnis, dass sich Lisa Fitz entschieden habe, in Zukunft nicht mehr Teil der Satiresendung zu sein, hieß es vom öffentlich-rechtlichen Sender. Man hätte „die langjährige sehr anregende Zusammenarbeit mit ihr gerne fortgesetzt“, so Clemens Bratzler, Informationsdirektor des SWR.

Der Südwestrundfunk hatte nach der Ausstrahlung und Kritik am Sender entschieden, die Folge aus der ARD-Mediathek zu entfernen, weil der Beitrag eine falsche Tatsachenbehauptung enthalte. Bei der von Fitz genannten Zahl handele es sich laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) nur um Verdachtsfälle. Es sei kein kausaler Zusammenhang zwischen der Impfung und den Todesfällen festgestellt worden. Zunächst hatte die Redaktion den Standpunkt vertreten, man habe den Auftritt von Fitz so stehen lassen, um „die Pluralität der vorkommenden Meinungen in der ,Spätschicht‘ zu beweisen“.

Auf Anfrage unserer Zeitung begründete die Kabarettistin ihren Ausstieg am Donnerstag mit dem „Vertrauensbruch“ durch die Redaktion der „Spätschicht“ und durch Informationsdirektor Bratzler. Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit hätte sie sich gewünscht, „dass sich der Südwestrundfunk hinter mich stellt, mir die Möglichkeit einer konstruktiven Korrektur einräumt und wir dann gemeinsam eine Erklärung abgeben“. Es gebe beim Sender jedoch sehr viele nette, loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „bis rauf in leitende Positionen, bei denen möchte ich mich herzlich für die Zusammenarbeit bedanken“.

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