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Die Fernsehreihe „Tatort“ existiert seit 1970.

Auswertung enthüllt: Es ist nicht der Gärtner

Niemand mordet im „Tatort“ häufiger als diese Berufsgruppe

Aktuelle „Tatort“-Studien ermitteln die kriminellsten Berufsgruppen und die Gesetzesverstöße der Kommissare. Hätten Sie gewusst, wer am häufigsten gemordet hat?

München - War es der Butler – oder gar der Gärtner? Nein: In knapp 50 Jahren und über 1000 „Tatort“-Krimis mordete die Berufsgruppe der Unternehmer, Manager und Selbstständigen am häufigsten. Das ergab eine Auswertung des Online-Vergleichportals Netzsieger. Eine Untersuchung der Technischen Universität (TU) Dortmund zeigte unterdessen, dass die Ermittler laufend gegen das Gesetz verstoßen.

Es war mal wieder der Unternehmer: Albert Potter (Anian Zollner) mit der Schwester des Toten, Veronika Claudius (Carin C. Tietze), im Münchner „Tatort: Im Visier“.

109 Mal entpuppte sich der Mörder als Unternehmer, 16 Mal in München. Gefolgt wird er von den Berufskriminellen, die bislang genau 100 Mal mordeten, 15 Mal in Berlin. Auf dem dritten Platz landeten Schüler: 54 von ihnen schlugen, stachen und schossen um sich, vor allem in Ludwigshafen. Auf Rang vier liegen die Polizisten – zumeist Autobahnpolizisten, Polizeischüler und sogar drei Kommissare. Sie töteten 49 Mal, in der Regel mit der Dienstwaffe. Zu keiner echten Berufsgruppe gehören die Fünftplatzierten: 40 Arbeitslose trieben als Mörder ihr Unwesen, sieben Mal in Köln.

Der Generalkonsul, die Pop-Sängerin - außergewöhnliche Mörder im „Tatort“

Einige Autoren hatten recht kuriose Ideen, welche Berufe ihre Mörder ausüben sollten. So meuchelten unter anderem der Generalkonsul des fiktiven Emirats Kumar (Folge 916), eine Wahrsagerin (847), ein Kaninchenzüchter (551) und eine Pop-Sängerin (653). Zwar gilt „Du sollst nicht töten!“ für alle Schafe Gottes und insbesondere für die Hirten der Herde. Dennoch verletzte eine Nonne das Gebot (324), ebenso ein Mönch (444) und ein Pfarrer (890). Und einmal war tatsächlich der Mörder der Gärtner, besser gesagt: die Gärtnerin (695).

Der Mönch mordete nur einmal: Erich Hirt (Alexander May) und Kommissar Paul Stoever (Manfred Krug) im Hamburger „Tatort: Rattenlinie“ aus dem Jahr 2000.

Knapp drei Viertel aller gefassten „Tatort“-Mörder sind laut Netzsieger männlich. Auch bei den Opfern ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Leichen in etwa ähnlich. 1057 Männer und 485 Frauen wurden im Laufe der Jahre ermordet.

Ein Tatort kam im Internet gar nicht gut an

Mit einem Angehörigen der drittplatzierten Tätergruppe, einem Schüler, hatten es im jüngsten „Tatort“ aus Dresden Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski) zu tun. In „Level X“ mussten sie den Mord an dem 17-jährigen Youtube-Star Simson (Merlin Rose) aufklären. Der „Tatort“ aus der Social-Media-Welt kam allerdings nicht gut an, auch nicht in den Sozialen Netzwerken. „Schwacher Tatort aus Dresden“, twitterte zum Beispiel @WiewarderTatort, „modernes Thema, aber voller Klischees und dämlicher Business-Anglizismen“. Den peinlichen Gebrauch von Anglizismen griff auch @DerJulian auf: „Diese youngen Actors sind so derbe fresh am Talken, dass man sich today richtig concentraten muss, um der Story zu followen...“ Und @ricokauert ärgerte sich: „Hätten wir doch zum Tatort bloß ein Social Media Bullshit Bingo aufgelegt.“

Alle Tatort-Folgen im Überblick
Original von Netzsieger unter https://www.netzsieger.de/ratgeber/alle-tatort-folgen-im-ueberblick

Tatortkommissare  brechen in jeder Folge das Gesetz - Münchner Duo am Gesetzestreusten

In der Realität hätten „Tatort“-Kommissare wohl längst ein Disziplinarverfahren am Hals – denn in jeder Folge brechen sie das Gesetz. Das zeigt die Untersuchung des Medienrechtlers Tobias Gostomzyk, Professor am Institut für Journalistik der TU Dortmund. Er untersuchte zusammen mit einer Kollegin und seinen Studenten 34 Folgen der ARD-Reihe aus dem Jahr 2015. Das Ergebnis: 96 Gesetzesbrüche. „Uns hat interessiert: Welches Bild wird in den Medien von der Justiz vermittelt?“, erklärte Gostomzyk. Die Top 3 der Verstöße sind unzureichende Belehrungen von Tatverdächtigen, verbotene Ermittlungsmethoden und unzureichende Durchsuchungen. Auch Hausfriedensbruch und Verkehrsdelikte lassen sich die Kommissare öfter zuschulden kommen. Ärger kriegen sie dafür aber nicht: Nur eine Minderheit (8 Prozent) der Verstöße führt zu Konsequenzen.

Einer von 54: Schüler Florian (Constantin von Jascheroff; li.) mit Kfz-Mechaniker Rolf Czerni (Dirk Borchardt) in „Der Lippenstiftmörder“ aus Ludwigshafen.

Am gesetzestreusten sind übrigens die Ermittler Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) aus München. Auch das nach Quoten populärste Duo, Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) aus Münster, ist relativ harmlos. Es liegt bei den Verstößen im Mittelfeld.

Weitere Zahlen und Fakten zum „Tatort“

1023 „Tatort“-Krimis aus 33 Städten und drei Ländern wurden in 47 Jahren ausgestrahlt. 67 Mal wurde niemand umgebracht, in den anderen Folgen trieben insgesamt 1156 Mörder ihr Unwesen und töteten 1666 Frauen und Männer – und das auf hauptsächlich 13 verschiedene Arten und Weisen: So wurden mit Abstand die meisten Opfer erschossen, nämlich 494. Auf Platz zwei der beliebtesten Mord-Methoden landet das Erschlagen, 188 Opfer kamen auf diese Weise ums Leben. 132 Menschen wurden erwürgt oder erstickt. 

Alle Tatort-Folgen im Überblick
Original von Netzsieger unter https://www.netzsieger.de/ratgeber/alle-tatort-folgen-im-ueberblick

Am seltensten kamen Frauen und Männer durch Elektroschocks zu Tode, nämlich sieben Mal. Insgesamt neun Opfer waren erfroren und bei zwölf Leichen stellten die Ermittler einen Genickbruch fest. Auch die Mordmotive können sich von Stadt zu Stadt ändern, in den meisten Städten lauteten die Hauptmotive Habgier, zum Beispiel in München, Ludwigshafen und Wien, und Rache, unter anderem in Münster, Frankfurt und Hamburg.

Kristin Kruthaup, Teresa Pancritius und Carsten Rave

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