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Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek.

„Agitprop statt Bildungsfernsehen“

Nikab-Nora: Zentralrat der Muslime kritisiert „Anne Will“

Dortmund - Der Auftritt der vollverschleierten Muslima bei Anne Will hat hohe Wellen geschlagen. Auch der Zentralrat der Muslime kritisierte den TV-Talk - ebenso wie den Tatort zum Thema Islamismus.

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, kritisiert die ARD-Talkshow „Anne Will“, bei der am Sonntag die vollverschleierte Muslimin Nora Illi zu Gast war. „Das war Agitprop statt Bildungsfernsehen“, sagte er im Interview der in Dortmund erscheinenden „Ruhr Nachrichten“ (Donnerstagausgabe). „Auf dem Rücken von Millionen von Muslimen und noch mehr Ahnungslosen wird so versucht, Neo-Salafismus in Deutschland salonfähig zu machen.“

Die Sendung habe ein Zerrbild gezeichnet. „Dadurch war die Empörung nicht nur unter den Muslimen groß, weil dort radikale Minderheitspositionen eine Deutungsmacht zugesprochen wird, die die mehrheitlich friedliebenden Muslime ablehnen.“

Kritik auch am Tatort aus Kiel

Kritik übte Mayzek auch an dem „Tatort“ aus Kiel mit Axel Milberg als Hauptkommissar Borowski, der Anlass für das Thema der jüngsten „Anne Will“-Talkshow war. Borowski hatte es in dem jüngsten Fall mit einer Schülerin aus Kiel zu tun, die zum Islam konvertiert und sich in einen Dschihadisten verliebt. „Nicht nur die Talkshow „Anne Will“, auch bereits der „Tatort“ davor war zum Beispiel voller Klischees über den Islam“, sagte Mayzek.

Muslime seien in den Rundfunk- und Fernsehräten nicht adäquat vertreten. „Da gibt es ebenso keine ausreichende Mitsprache beim Programm, zumal Muslime genauso Gebühren abtreten. Hier muss es ein Umdenken geben. Da fehlt es an der notwendigen Sensibilität.“

Nach der vielfachen Kritik auch in den sozialen Medien, hatte die TV-Moderatorin Will ihre Sendung verteidigt.

dpa

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