News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen
+
Sehr brave Vorstellung beim Nockherberg 2017: Luise Kinseher als Mama Bavaria.

Kritik an Luise Kinseher 

Nockherberg: Oh mei, Bavaria! Derblecken ist was anderes...

  • schließen
  • Tobias Scharnagl
    Tobias Scharnagl
    schließen

München - Kritik an Luise Kinsehers braver Predigt bei der Starkbierprobe 2017 auf dem Nockherberg. Sie bot am Mittwoch Derblecken ohne Maulkorb.

Starkes Bier und starke Sprüche – auf dem Nockherberg gehört das traditionell zusammen wie die Bavaria und München. Und bis zum ersten Prost von Paulaner-Chef Andreas Steinfatt mit Landesvater Horst Seehofer war auch alles wie immer – der Aufmarsch gutgelaunter Gäste im Festsaal, die Vorfreude auf die Rede von Luise Kinseher als Mama Bavaria und auf das Singspiel. Die Fatsenpredigt lief dann aber anders als erwartet...

Übrigens: Wir haben für Sie auch den Ticker zum Nockherberg 2017 zum Nachlesen.  Und wir haben die Stimmen zum Nockherberg zusammengefasst.

Die Starkbierprobe auf dem Nockherberg: Luise Kinsehers brave Predigt

Spott über den Irren im Weißen Haus zu gießen, das sei ihr zu billig. So sprach Luise Kinseher im Vorfeld ihrer siebten Rede. Reizvoller sei es, einen wie Ludwig Spaenle zu derblecken. Einen, den sie erst mal vorstellen müsste. Mama Bavaria wollte die eigene Brut züchtigen, nicht den durchgeknallten Onkel aus Amerika. Sich von der CSU nicht zähmen lassen! Derblecken ohne Maulkorb! So hatte es Mama Bavaria angekündigt. In Wirklichkeit kommt Trump schon im dritten Satz. Als Vorbild für Seehofer. Sie habe entschieden: Horst bleibt Ministerpräsident. Was der Donald mit 70 werden könne, „das kann der Horst mit 70 noch ewig bleiben“. Der habe zwar mit dem ein oder anderen Schwächeanfall zu kämpfen gehabt. Aber: Kein Grund zur Sorge, sagt die Bavaria. „Dekrete unterschreiben kann man auch im Sitzen!“ Ein Witz, weich wie Seehofers Bürostuhl in der Staatskanzlei.

Mama Bavaria lässt den Blick über ihr Publikum schweifen, so viele Gäste! „Sogar Frauen sind da. Die Aigner, die Scharf, die Roth, die Wagenknecht, die Hofreiter!“ Ah, ein Kalauer, die Leute lachen. Nach ihrer Rede im vergangenen Jahr war ihr Frauenfeindlichkeit vorgeworfen worden. Heuer lässt die Bavaria die Frauen in Frieden.

Und nicht nur die. CSU-Generalsekretär „Andi“ Scheuer kommt noch am schlechtesten weg. Der tauge nicht als Hoffnungsträger, nicht zum „Messias“ wie Martin Schulz bei der SPD. Und da wird Mama Bavaria so scharf, wie man sie kennt. Scheuer sehe zwar aus wie Karl-Theodor zu Guttenberg, sei aber eine China-Kopie: „Von außen Ähnlichkeit mit einer Edel-Karosse, aber innen schwere Mängel!“ Einer der wenigen Angriffe, bei denen auch morgen noch ein paar Bissspuren zu sehen sein werden.

Weitere Höhepunkte: Dobrindt zeige mit seiner Maut ein weiteres bayerisches Naturgesetz: „Wir machen uns nicht lächerlich, wir sind so!“ Anders, aber genauso messiasuntauglich sei Innenminister Joachim „Festung“ Herrmann. „Wo andere eine Aura haben, da hat er einen Burggraben.“ Am Ende stehe eben doch nur wieder einer: Horst „Bavaria First“ Seehofer. Der halte es mit Strauß: „Mir doch wurscht, wer unter mir Kanzler ist!“ Gegrillt habe Seehofer die Kanzlerin auf dem Friedensgipfel – und dann „geschockfrostet“. Merkel habe vor lauter Kälte Gesichtsstarre gehabt.

Apropos Starre: Als eine Pointe wieder mal nicht zündet und es im Saal peinlich still bleibt, sagt die Bavaria spitz: „Ich liebe Euch! Das Publikum am Nockherberg ist eben einzigartig.“ Während Söder – eigentlich Mamas Lieblings-Prügelknabe – überraschend gut wegkommt („Das glaubt jetzt wieder keiner, aber der Markus hat Gefühle“), hat die Bavaria für die AfD eine alte bayerische Weisheit übrig: „Da Deife huifd seine Leit, aba hoin duad as aa!“ Der größte Lacher des Abends. Die Spitze tut keinem weh – von der AfD ist niemand eingeladen.

Und dann, am Ende, verteilt die Mama sogar noch Geschenke. Auf der Wiesn soll’s heuer Freibier geben – das sei schließlich das wichtigste Element der bayerischen Demokratie: Es sediere das Volk und helfe den Herrschern. Die feine Ironie geht im Gejohle („Freibier!“) unter. Na dann: Prost.

Luise Kinseher: Ihre braven Sprüche als Mama Bavaria beim Nockherberg 2017

Mama Bavaria über Horst Seehofer: "Der Horst hat ja auch schon fast einen Termin bei Donald Trump. Das find’ ich gut, mit dem muss mal einer reden, der ihn versteht."

Über Markus Söder: "Der mag nicht nach Berlin! Eigentlich müsste er derjenige sein, der sich am ehesten in die Gefühlslage eines Flüchtlings kurz vor der Abschiebung hineinversetzen kann."

Über Ilse Aigner: "Frauenfeindlichkeit macht ihr nichts. Sie ist auch heute da, sie hält das aus. Im Vergleich zur Frauenfeindlichkeit auf dem Nockherberg ist der Iran Feminist."

Über Ludwig Spaenle: "Du sollst das G8 wieder abschaffen, aber so, dass es keiner merkt: Das G8 wird nicht zurückgenommen, sondern langsam ausgeleitet."

Über Alexander Dobrindt: "Das Mautsystem von Alexander Dobrindt ist die Zukunft! Und bis die Zukunft da ist, da können wir Bayern noch Jahre durchhalten!"

Über Joachim Herrmann: "Sogar Joachim ist über seinen eigenen Schatten gesprungen und hat einen Tweet verfasst. Er hat ihn nur noch nicht abgeschickt, weil er an der Formulierung feilt."

Luise Kinseher als Mama Bavaria beim Nockherberg 2017: Das sagen die Politiker

„Heuer trat die Bavaria recht locker als Person auf, die Rede war pfiffig und hintersinnig. An keiner Stelle so, dass sich irgendjemand beleidigt fühlen müsste. Das ist der Humor, der bayerisch ist.“ Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU)

„Die Bavaria hat wohl den Weltfrauentag verinnerlicht. Es ist ihr gelungen, die Witze und die Spitzen geschlechtergerecht zu verteilen. Das war sehr amüsant, aber weniger bissig als in den Vorjahren. Ich bin ganz zufrieden, dass sie meine Bautätigkeit gelobt hat.“ OB Dieter Reiter (SPD)

„Ich habe alles verstanden, ich bin ja öfter in Bayern. Die Stellen über Herrn Söder waren sehr charmant, das hat mir gefallen.“ Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht

„Heuer kann sich niemand beschweren. Die Rede war sehr bayerisch und sehr soft. Barbara Stamm wäre mit dem Abend sehr zufrieden gewesen.“ Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU)

„Die Rede war sehr gebremst. In den Vorjahren war’s teils überzogen und verletzend. Diesmal aber mit angezogener Handbremse, das hat man auch an der Reaktion des Publikums gemerkt.“ Bürgermeister Josef Schmid (CSU)

„Es ist generell schwierig, wenn Frauen Frauen anfassen – dann wirkt’s noch härter. Ich bin aber hart im Nehmen.“ Ilse Aigner, Wirtschaftsministerin (CSU)

Die schönsten Bilder vom Nockherberg 2017

Die schönsten Bilder vom Nockherberg

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Promi Big Brother: Voting-Panne am Tag 10 - was steckt dahinter?
So eine Panne gab es noch nie bei „Promi Big Brother“: Niemand musste am Sonntagabend das Haus verlassen! Was war in der Live-Show passiert?
Promi Big Brother: Voting-Panne am Tag 10 - was steckt dahinter?
Das ging zu weit: Elvers-Ex mit fieser Breitseite gegen Knappik
Sarah Knappik musste bei Promi Big Brother immer wieder ordentlich einstecken. Was sich allerdings nun ein Mit-Kandidat leistete, ging einen Schritt zu weit.
Das ging zu weit: Elvers-Ex mit fieser Breitseite gegen Knappik
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Es geht schon wieder los: Promi Big Brother bittet erneut mehr oder minder bekannte Stars in den Container und sperrt hinter diesen ab. Wer bei der aktuellen Staffel …
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Schuhbecks neues Kochbuch: Diesmal wird‘s neubayerisch
Alfons Schuhbeck ist mit neuem Kochbuch zurück im Fernsehen.
Schuhbecks neues Kochbuch: Diesmal wird‘s neubayerisch

Kommentare