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Den modernen TV-Sehgewohnheiten angepasstes Theater: Das Singspiel am Nockherberg mit (v. l.) Stefan Murr, Wolfgang Krebs, Stephan Zinner und Angela Ascher.

Wer insziniert jetzt das Derblecken?

Nockherberg-Regisseur Biedermann geht

München - Wer inszniert in Zukunft das Derblecken auf dem Nockherberg? Der glücklose Singspiel-Autor Alfons Biedermann hat dem Starkbier-Anstich offenbar Adieu gesagt.

Alfons Biedermann hat dem Vernehmen nach am Nockherberg gekündigt.

Ein halbes Jahr vor dem Starkbier-Anstich auf dem Nockherberg macht Autor und Regisseur Alfons Biedermann von sich reden. Wie aus Kreisen des Bayerischen Rundfunks (BR) verlautet, wird er im kommenden Jahr nicht mehr für das Singspiel beim Politiker-Derblecken verantwortlich sein.Dem Vernehmen nach hat er selbst gekündigt. Über einen möglichen Nachfolger ist noch nichts bekannt. Biedermann galt auf dem Nockherberg als glücklos, seine Inszenierungen wurden kritisiert. Er selbst war in den vergangenen zwei Tagen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Paulaner jedenfalls schafft die Gerüchte nicht aus der Welt. Brauerei-Chef Andreas Steinfatt betonte gestern am Rande des Oktoberfests gegenüber unserer Zeitung: „Wir sind gerade mit den Planungen für den Nockherberg 2013 beschäftigt – es sind neue Planungen, über die wir in ein paar Wochen informieren werden.“ Mehr gebe es zu dem Thema noch nicht zu sagen.

Alfons Biedermann hat das Singspiel, das zusammen mit der Fastenpredigt die traditionelle Politikerschelte auf dem Nockherberg bildet, dreimal geleitet. Mit ihm, dem Komponisten Martin Lingnau und dem Liedtexter Heiko Wohlgemuth hielt 2009 ein moderner Stil Einzug beim Derblecken. Ironisch entspannt, ohne großen politischen Tiefgang, den modernen TV-Sehgewohnheiten angepasst – also mit vielen Lichtwechseln und Projektionen, dafür ohne klassisches Bühnenbild, von der Optik her einer Fernsehshow vergleichbar.

Der erfolgsverwöhnte Filmfachmann – Biedermann hatte zuvor bei den Bully-Herbig-Komödien „Der Schuh des Manitu“, „(T)Raumschiff Surprise“ und „Wickie und die starken Männer“ mitgewirkt – geriet bald in die Kritik. Anfangs versuchte er, auf die Tradition humoristischer Neuinterpretationen bekannter Lieder zu verzichten und setzte auf eigens komponierte Songs, kam damit aber nicht an. Auch sein Konzept, Fernsehgalas zu persiflieren, fiel beim Publikum mehrheitlich durch. Mancher verzieh ihm auch nicht, dass unter seiner Ägide das gefeierte Double von Münchens OB Christian Ude, Uli Bauer, nicht mehr auf der Bühne stand. Zuletzt zündete auch eine „Rückkehr zu den Wurzeln“ mit Gstanzln und Live-Musik nicht mehr.

Mancher Gag wurde freilich auch durch schauspielerische Glanzleistungen gerettet. Stephan Zinner etwa brilliert beim Singspiel alljährlich in der Rolle von Finanzminister Markus Söder. Auf Anfrage betont Zinner, er habe bislang noch keine Nachricht von einem Wechsel erhalten: „Aber ich kann’s mir gut vorstellen. Das hat sich beim letzten Mal schon ein bisschen angebahnt.“ Bereits bei den Proben zum Singspiel im Frühjahr sei die Stimmung mitunter „am Hund gewesen. Ich dachte mir damals: Ich glaube nicht, dass der Alfons das noch einmal macht.“

Offen bleibt neben der Frage nach einem neuen Regisseur einstweilen auch, welche Schauspieler am Nockherberg verbleiben, denn viele von ihnen hat Biedermann mitgebracht – etwa Christin Marquitan, die im jüngsten Singspiel ohne große Fortune Bundeskanzlerin Angela Merkel verkörperte. Angela Ascher auf der anderen Seite entwickelte sich als Sozialministerin Christine Haderthauer zum Publikumsliebling.

Auch wie es um Luise Kinseher steht, ist noch nicht bekannt. Sie war für ihre jüngste Fastenpredigt als Bavaria kritisiert worden. Paulaner-Chef Steinfatt hatte am Tag danach allerdings betont, man wolle sowohl an Biedermann als auch an Kinseher festhalten.

Johannes Löhr

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