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In der an den Uli-Hoeneß-Fall angelehnten Sat.1-Satire "Udo Honig - Kein schlechter Mensch" spielt Uwe Ochsenknecht den wegen Steuerhinterziehung verurteilten Fußball-Manager.

"Udo Honig - Kein schlechter Mensch"

Uli-Hoeneß-Film: "Aus der Bundesliga ins Abseits"

Grünwald - Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß kann nach Ansicht des Schauspielers Uwe Ochsenknecht stolz sein, dass eine Satire über ihn ins Fernsehen kommt.

Der Fall Uli Hoeneß hat Justiz- und Mediengeschichte geschrieben - und jetzt geht er vielleicht auch noch in die Filmgeschichte ein. Am Dienstag hat Sat.1 in Grünwald bei München erste Ausschnitte aus der Fernseh-Satire „Udo Honig - Kein schlechter Mensch“ vorgestellt. Es war der letzte Drehtag, der Film soll voraussichtlich im Herbst ins Kino kommen.

Das reale Vorbild kennt jeder und doch ist der Film über einen gefallenen Fußballmanager, der wegen Steuerhinterziehung von 28,5 Millionen Euro im Gefängnis sitzt, an sich Fiktion.

Die Geschichte beginnt damit, wie Udo Honig, der einstige Fußball-Star, von seiner Frau (Gisela Schneeberger) an das Tor des Gefängnisses gebracht wird, wo er seine Haftstrafe absitzen muss. „Vielleicht ist das ja auch eine Chance für Dich, für uns“, sagt seine Frau, bevor sich die schwere Stahltüre wieder schließt.

„Aus der Bundesliga ins Abseits“ heißt es in dem ersten Trailer, den Sat.1 am Montag präsentierte. Und tatsächlich hat es der prominente Häftling im Knast nicht so leicht - auch wenn sein Zellengenosse Stefan (Max von Thun) ein riesiger Fan des FC Rot-Weiß ist, des Vereins, der im Film nicht FC Bayern heißt.

Nach und nach aber reißt Hoeneß das Knast-Geschehen an sich, bringt die Fußball-Mannschaft und die Metzgerei auf Vordermann - und Gefängnisdirektor Ludwig Moser (Heiner Lauterbach) dazu, ihn zu seinem Berater zu machen. Eine Parabel auf Bayern oder die Bundesrepublik könne dieser Mikrokosmos Gefängnis sein, meint Regisseur Uwe Janson. Schließlich habe Inspirationsfigur Hoeneß, der am 13. März 2014 wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, sich davor gerne in der Nähe von Politikern gezeigt - und die sich in seiner. „Ich komme mir schon vor wie eine Kanzlergattin“, sagt Schneeberger in der Rolle von Honigs Frau bei einem Besuch im Gefängnis.

Der Film ist auch in den weiteren Rollen prominent besetzt. Hannes Jaenicke tritt als „Fußball-Lichtgestalt“ Franz Kaiser auf, Wolfgang Fierek gibt die Spielerlegende Paul Greitner, Wolfgang Krebs spielt den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Hofersee und Ochsenknechts Sohn Wilson Gonzalez Fußballstar Honig in jungen Jahren. Eine Frage, die Regisseur Janson umtreibt: „Kann jemand, der so stark in dieser Hybris lebt, kann der sich noch verändern?“

Es gehe nicht darum, sich respektlos über Hoeneß lustig zu machen, betonen alle Beteiligten. Die Annäherung an die Rolle war nach Angaben Ochsenknechts gar nicht so einfach. „Wie stellt man das dar, ohne dass „Switch Reloaded“ daraus wird oder irgendein Comedy-Mist“, sagte er. „Ich hab da auch ehrlich gesagt seit längerer Zeit wieder die Hosen voll.“

Ex-Bayern-Präsident Hoeneß kann nach Ansicht Ochsenknechts allerdings stolz sein, dass eine Satire über ihn ins Fernsehen kommt. „Wenn einer über mich einen Film macht, wär ich schon ein bisschen stolz“, sagt Ochsenknecht. „Das ist jetzt keine Staatsaffäre“, betonte Ochsenknecht. „Ich glaube, es gibt auch Fans mit Humor.“ Angst vor der Reaktion von Bayern-Fans habe er darum nicht.

„Ich kann mit Uli gerne einen Kaffee trinken, wir können ein Bier trinken gehen, er kann mir die Wurstfabrik zeigen.“ Den Kriminalfall an sich wolle er nicht bewerten. „Wenn er jemandem geschadet hat“, sagte Ochsenknecht, „dann sich selbst am meisten.“ Sein Schauspielkollege Wolfgang Fierek meint über Hoeneß: „Das ist ein cooler Typ, er ist ein guter Mensch, jeder macht mal Fehler.“

dpa

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