+
Olli Dittrich parodiert künftig TV-Morgenmagazine.

Paradereolle für Verwandlungskünstler

Olli Dittrich parodiert Morgenmagazine

Hamburg - Vom Moderator über den Nachrichtensprecher bis hin zum Außenreporter: Olli Dittrich will sich wieder als Verwandlungskünstler zeigen - diesmal für eine Parodie auf das Frühstücksfernsehen.

Sein „Dittsche“-TV-Imbiss ist bis zum Herbst geschlossen, nun macht Humorist Olli Dittrich „Frühstücksfernsehen“ - kurz vor Mitternacht. Dafür schlüpft der 56-Jährige, der seit 2004 im blau-weiß gestreiften Bademantel den arbeitslosen Dittsche mimt, in neun Rollen: So gibt er in seinem Studio etwa den Moderator Sören Lorenz, den Nachrichtensprecher Kurt Berghofer, den Medizinexperten Dr. Gregor Holz und den Musikgast Bob Dylan. Eine halbe Stunde lang parodiert der Hamburger in der ARD-Pilotsendung am Montag (6. Mai/23.30 Uhr) das, was morgens im deutschen Fernsehen zu sehen ist. Mit von der Partie sind Cordula Stratmann und prominente Gäste.

All das, was für viele Zuschauer morgens oft unfreiwillig komisch daherkomme, wollen die Macher aufgreifen: „Sensationsnachrichten, die keine sind, übermüdete Witze der Moderatoren, schwadronierende Studioexperten, Gewinnspiele und Studiotiere - und natürlich Berichte aus Politik, Kultur, Sport und Boulevard.“ Auch wenn Dittrich durchaus kein Langschläfer sei, schalte er den Fernseher morgens selten ein - zur Vorbereitung seiner eigenen Sendung dann aber schon. „Das Genre Frühstücksfernsehen bietet mit seinen unterschiedlichen Facetten einfach optimale Voraussetzungen für eine Parodie“, erklärt Dittrich im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

Statt in der „Eppendorfer Grillstation“ in Hamburg, wo er sonst mit „Dittsche“-Wirt Ingo (Jon Flemming Olsen) philosophiert, zeichnete Dittrich im Kölner Studio des ARD-Morgenmagazins sein „Frühstücksfernsehen“ auf - nicht als Parodie auf eine bestimmte Sendung, sondern auf das Genre. „Ganz anders als bei "Dittsche", muss hier fast alles genau durchgeschrieben sein“, erzählt er. „Improvisationen gibt es nur an drei Stellen, weil sie dort auch im Original frei und ohne Script vorkommen. Nämlich wenn die Moderatoren die fehlende Zeit zur halben oder vollen Stunde überbrücken müssen, kurz vor den Nachrichten. Oder natürlich zu Beginn und am Ende der Sendung, bei der An- und Abmoderation.“

Stratmann ist als Dittrichs Co-Moderatorin Claudia Akgün dabei, als reale prominente Gäste treten etwa Schauspieler Ben Becker und Literaturkritiker Hellmuth Karasek auf. Dittrich selbst übernimmt fünf weitere Rollen in eingespielten Filmen: Der argentinische Fußballer Edson Santiago Piporente de la Paz („Pipo“) ist der neue Star des HSV, CSU-Bürgermeisterin Ingrid Höffelhuber ereifert sich gegen Lärmverursacher, Außenreporter Sandro Zahlemann berichtet, obwohl es nichts zu berichten gibt, und Star-Regisseur Maximilian von Klaaden überrascht mit einer „Romeo und Julia“-Inszenierung.

Wie bei „Dittsche“ hat Dittrich einen späten Sendeplatz. „Jeder Künstler, der mit sehr viel Liebe und Hingabe arbeitet, wünscht sich, dass seine Sendung von vielen Leuten gesehen wird, ich natürlich auch. Und es stehen einfach sehr viel mehr Zuschauer zur Verfügung, wenn früher am Abend ausgestrahlt wird“, sagt er. „In früheren Zeiten des öffentlich-rechtlichen Fernsehens - denkt man an "Sketchup", "Klimbim", die "Himmlischen Töchter", Rudis Tagesshow", "Loriot" oder die kombinierten Humor- und Musikformate - die Reihe ließe sich ja mühelos verlängern - gab es auch zur Primetime oder Late-Primetime unter der Woche Unterhaltungssendungen, die hohe Zuschauerzahlen generiert haben. Und das waren nicht nur Quiz- oder Panelshows“, betont er.

„Auch, wenn sich die ganze Medienlandschaft - nicht nur durch die Entwicklung und Präsenz der Privatsender - verändert hat, glaube ich daran, dass der stete Rückzug aus diesem Genre im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gar nicht nötig ist“, meint Dittrich. „Hier liegen so viel Potenzial, nicht zuletzt auch hohe Marktanteile brach. Auch wenn wir mit dem "Frühstücksfernsehen" jetzt zunächst einmalig und erst um 23.30 Uhr auf Sendung gehen, bin ich natürlich trotzdem sehr froh, diese Sendung überhaupt machen zu dürfen. Sendeplätze sind rar und einfach langfristig vergeben.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schuhbecks neues Kochbuch: Diesmal wird‘s neubayerisch
Alfons Schuhbeck ist mit neuem Kochbuch zurück im Fernsehen.
Schuhbecks neues Kochbuch: Diesmal wird‘s neubayerisch
Küsse und Stöhnen unter der Decke: Erster Sex bei Promi Big Brother? 
Hat es jetzt den ersten Sex bei Promi Big-Brother gegeben? Die TV-Zuschauer sahen, wie zwei Kandidaten unter der Decke verschwanden.
Küsse und Stöhnen unter der Decke: Erster Sex bei Promi Big Brother? 
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Es geht schon wieder los: Promi Big Brother bittet erneut mehr oder minder bekannte Stars in den Container und sperrt hinter diesen ab. Wer bei der aktuellen Staffel …
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Lady Diana: Reichlich Sonderprogramm zum 20. Todestag
Zahlreiche TV-Beiträge gedenken Prinzessin Diana und wollen Licht in das Dunkel ihres Unfalltods bringen. 
Lady Diana: Reichlich Sonderprogramm zum 20. Todestag

Kommentare