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In vielen Produkten, die im Einkauswagen landen, ist Palmöl enthalten.

Was der WDR herausgefunden hat

Schädliches Öl in Nutella & Co: Erschreckende Ergebnisse bei TV-Check

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Köln - Ob in Schokoriegeln oder Waschmittel - Palmöl ist Dauergast in deutschen Haushalten. Im WDR-Haushaltscheck wurde das Öl unter die Lupe genommen - mit teilweise erschreckenden Ergebnissen.

Obwohl jeder von uns im Jahr duchschnittlich fast 20 Kilogramm Palmöl konsumiert, ist der Rohstoff den meisten fremd. Dabei ist er in vielen Lebensmitteln zu einem Großteil enthalten: Nutella besteht beispielsweise zu einem Drittel aus Palmfett. Das Problem: Hersteller Ferrero steht im Verdacht, das Öl nicht aus nachhaltigen Quellen zu beziehen und so der Umwelt zu schaden. Deshalb hat die französische Umweltministerin Ségolène Royal 2015 zum Boykott der süßen Schokocremeaufgerufen. Doch die Ministerin stand mit ihrem Anliegen allein da: Experten vom WWF stellten sich hinter Ferrero und behaupteten, der Konzern wisse genau, woher das Palmöl kommt.

Ferrero ist jedoch nicht der einzige Konzern, der wegen der Verwendung von Palmöl in der Kritik steht. Andere Firmen, wie Burger King oder Aldi Nord, greifen ebenfalls auf den fragwürdigen Rohstoff zurück. Doch was ist an Palmöl so schädlich?

Diabetes, Schlaganfall, Herzinfarkt - wie gefährlich ist Palmöl?

Der WDR-Haushaltscheckhat das flüssige Gold genauer unter die Lupe genommen und festgestellt: Für Verbraucher kann Palmöl ganz schön bedenklich werden. Haushaltscheck-Moderatorin Yvonne Willicks erläutert, dass durch den Konsum bestimmte Krankheiten schneller ausbrechen können. Der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren kann die Blutfette verschlechtern und so das Diabetesrisiko steigern. Auch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko kann durch die gesättigten Fettsäuren erhöht werden.

Hauptproduzent der Palmpflanze: Indonesien.

Doch nicht nur Verbraucher haben auf Dauer mit den negativen Konsequenzen des Palmöl-Konsums zu kämpfen. Auch die Umwelt leidet massiv darunter. Mit immer neuen Brandrodungen versuchen Firmen, die Produktionsfläche zu vergrößern. So beispielsweise in Indonesien. Verlierer sind dort vor allem die Orang-Utans, die ihren Lebensraum verlieren. Der Haushaltscheck zeigt erschreckende Bilder von Monokulturen, die den indonesischen Urwald ersetzen.

Ist ein Boykott von Palmöl sinnvoll?

Trotz der massiven Nachteile von Palmöl wollen Firmen nicht darauf verzichten. Der klare Vorteil des Fettes: Es ist billig. Pro Hektar lassen sich 3,69 Tonnen Öl generieren. Außerdem ist es geschmacksneutral und somit vielseitig einsetzbar. Ein kompletter Boykott des Öls ist laut Umweltbehörden nicht sinnvoll. Weil Palmöl eine vergleichsweise geringe Anbaufläche verbraucht, bleibt eine große Fläche für andere Lebensmittel frei. Im Vergleich: Sojaöl würde die sechsfache Anbaufläche benötigen.

Komplett auf Palmöl zu verzichten, ist schwierig. Es gibt jedoch Alternativen, die für Gesundheit und Umwelt besser sind. Oliven - und Rapsöl enthalten zum Beispiel nur einen Bruchteil an gesättigten Fettsäuren im Vergleich zu Palmöl und sind deshalb weitaus gesünder. In manchen Bio-Produkten, wie der Schokolade oder der Tomatensuppe von Alnatura, ist ebenfalls kein Palmöl enthalten. Auch Naturkosmetik ist oftmals frei von Palmöl, dafür jedoch etwas teurer. Bei Lebensmitteln muss grundsätzlich angegeben werden, ob Palmöl enthalten ist. Kosmetik-Hersteller können aber auf die Kennzeichnung verzichten. Manche Marken werben jedoch mit dem Verzicht auf Palmöl, so beispielsweise Dr. Hauschka. Die Webseite Utopia nennt einige Alternativen zu Produkten mit Palmöl.

Was macht die Politik für eine Verbesserung des Palmöl-Anbaus?

Von der Politik ist Hauswirtschaftsmeisterin Yvonne Willicks im Umgang mit Palmöl jedoch enttäuscht: Im Gespräch mit Umweltminister Christian Schmidt (CSU), der ein Forum für nachhaltiges Palmöl initiiert hat, hat Willicks nicht das Gefühl, dass aktiv und mit Nachdruck an einer möglichen Verbesserung des Anbaus gearbeitet wird. Noch liegt es also hauptsächlich am Verbraucher, den Palmöl-Konsum einzudämmen.

sb

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