Mesale Tolu kommt aus türkischem Gefängnis frei - doch es gibt einen Haken

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Einen exklusiven Blick hinter die Kulissen des Vatikans gewann Filmproduzent Peter Weckert schon bei den Dreharbeiten zu einem Dokumentarfilm.

Filmemacher Peter Weckert

Passion Papst: Münchner will Film über Josef Ratzinger drehen

Seit Jahren arbeitet der Münchner Filmproduzent Peter Weckert daran, sein Traumprojekt auf die Leinwand zu bringen: eine Filmbiografie über Papst Benedikt XVI. Jetzt, im Jahr von dessen 90. Geburtstag, glaubt er seinem Ziel näher zu sein. Matthias Schweighöfer und Josef Vilsmaier habe er schon im Boot, sagt er. Mit uns sprach Weckert über seine Passion für den Papst.

München - Ein Film wie aus Hollywood soll es werden. „Über einen, der rätselhaft ist“, sagt Produzent Peter Weckert. „Einen der mächtigsten Menschen dieser Welt. Oder wie Edmund Stoiber so schön über Ratzinger sagte: ,Der größte Sohn Bayerns aus dessen tausendjähriger Geschichte‘.“ Man hört es ihm an: Weckert brennt für sein Thema. „Ich bin katholisch“, sagt er nur und lächelt. Stolz zeigt er Fotos, auf denen er Josef Ratzinger bei einer Audienz die Hand schüttelt.

George Clooney als Gänswein - eine erste Idee

Seit zehn Jahren beschäftigt Weckert die Figur Ratzinger, und fast genauso lang versucht er, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Im Februar 2013 tat Weckert kund, er liebäugle mit Moritz Bleibtreu als Ratzinger und keinem Geringeren als Hollywoodstar George Clooney als Papst-Sekretär Georg Gänswein. Das war vor vier Jahren. Geworden ist daraus freilich nichts, und auch der neuerliche Anlauf ist noch längst nicht in Zielnähe.

„Es gibt in der Filmbranche eben Projekte, die so lange dauern“, sagt Weckert. Seit einiger Zeit sei aber wieder frischer Wind in das Unterfangen gekommen. „Im März 2014 bin ich mit Pantaleon, der Produktionsfirma von Matthias Schweighöfer, zusammengekommen.“ Für Weckert, der freier Produzent ist – sprich: der keine eigene Firma hat –, wäre das ein Glücksfall. „Schweighöfer wird selbst den jungen Josef Ratzinger spielen“, sagt Weckert. Regie soll kein Geringerer als Joseph Vilsmaier führen.

Während von Schweighöfers Seite auf Anfrage unserer Zeitung keine Antwort zu dem Thema kam, bestätigte Joseph Vilsmaier auf Anfrage, dass er am Regie-Part durchaus interessiert wäre, sollte der Film realisiert werden. Näher wollte sich Vilsmaier nicht äußern.

Bei der Filmbiografie über Ratzinger soll Joseph Vilsmaier Regie führen. Vilsmaier bestätigt: Er hat Interesse.

Nun wird nach TV-Sendern gesucht

Nun sucht Weckert nach Fernsehsendern, die in die Finanzierung des Projektes mit einsteigen. Für das Drehbuch konnte er Autor Johannes Betz gewinnen, der für die Bavaria Fernsehproduktion gerade an einer Fortsetzung von Wolfgang Petersens „Das Boot“ arbeitet. Als Vorlage diente Betz eine Ratzinger-Biografie von Peter Seewald, die im Herbst erscheinen soll. „Seewald ist im Grunde der einzige Journalist, den der Papst als Vertrauten in seine Nähe gelassen hat“, sagt Weckert. Entsprechend intim soll die Darstellung des ehemaligen Kirchenoberhauptes im Film werden.

Wie man das Publikum packt, davon versteht Peter Weckert etwas. Bei RTL war er jahrelang Serien- und Fernsehfilmchef. Einige Titel, die unter seiner Führung entstanden, sind bis heute unvergessen. „Eines meiner letzten Projekte war ,Hai-Alarm auf Mallorca‘, der von Markus Lanz immer als schlechter Film tituliert wurde, dabei hatte der am Sonntagabend fast sieben Millionen Zuschauer erreicht – knapp 27 Prozent der jungen Zielgruppe“, sagt Weckert. „Das sind heute Traumquoten für so ein Popcorn-Movie!“

In seiner Zeit bei dem Privatsender war er vor allem für sein Händchen für schmissige Titel bekannt. „,Dr. Stefan Frank – Der Arzt, dem die Frauen vertrauen‘ etwa ist ein Titel aus meinem Fundus, und heute fast schon ein geflügeltes Wort“, sagt er sichtlich stolz. „Bei ,Alarm für Cobra 11‘ habe ich auch von Anfang an mitkonzipiert. Da hat mich neulich ein alter Kollege daran erinnert, dass der Titel wohl auch von mir stammt.“

Nach einem Traum stand die Idee zum Ratzinger-Film

Als Weckert den Sender verließ, packte ihn die Faszination für Josef Ratzinger. „Kurz nach meiner Zeit bei RTL hatte ich plötzlich einen Traum. Danach wusste ich: Ich muss einen Film über den Papst machen.“ Wenig später, im Jahr 2006, habe er in einem Hotel auf den Philippinen zufällig einen Filmkritiker getroffen, der für den vatikanischen Fernsehsender CTV arbeitete. „Der hat mir die ersten Kontakte zu den Kardinälen und Pressesprechern des Papstes hergestellt.“

Auf Basis dieser Kontakte ist zunächst ein Dokumentarfilm entstanden. 2011 kam „Francesco und der Papst“ in die Kinos. „Francesco ist ein Chorknabe, dessen größter Wunsch es ist, ein Solo für den Papst zu singen“, fasst Weckert den Inhalt zusammen. Mehr als hundert Stunden Videomaterial haben er und seine Kollegen 2009 für den Film gedreht. „Im Prinzip das komplette Pontifikat 2009. Auf der einen Seite geht es darum, wie der Papst lebt und arbeitet, auf der anderen, wie der junge Franceso in der Großstadt Rom lebt.“ Dabei hat Weckert einen exklusiven Blick hinter die Mauern des Vatikans gewonnen. Auch bei zwei Papstreisen, nach Kamerun und Angola, waren er und Regisseur Ciro Cappellari mit an Bord.

Sogar eine Audienz bei Josef Ratzinger persönlich bekam er. 

Für seine Papst-Passion ging Weckert damals an die Grenzen. „In Jerusalem waren wir im Mai 2010 mit zwei Kamerateams dabei“, verrät er. Um 10 Uhr sollte der Papst an die Klagemauer in Jerusalem kommen, um zu beten. „Ich war mit dem zweiten Kamerateam in der Altstadt“, sagt Weckert. „Die Stadt war komplett abgeriegelt: Überall nur Soldaten und Leute vom Mossad.“ Er habe mit seinen Kameraleuten versucht, in ein Haus reinzukommen, um von oben die Szene zu schießen, wie der Papst seinen Zettel in die Klagemauer schiebt. Dem deutschen Filmteam wollte aber niemand die Tür öffnen. „Bis wir die Putzfrau eines jüdischen Holocaust-Professors trafen. Die hat uns reingelassen.“ Von deren Dachterrasse aus konnten sie die begehrten Bilder drehen. „Das war total gefährlich – gegenüber lagen nämlich die Scharfschützen auf den Dächern, und wir wussten nicht, ob die auf uns schießen oder nicht.“

Nun hängt alles davon ab, ob jemand großzügig in Weckerts Papst-Passion investieren will. Der Name Joseph Vilsmaier könnte durchaus Geldbeutel öffnen. Seit Kurzem verfolgt Peter Weckert noch ein weiteres Filmprojekt, das sich aus seiner Verbindung zur Kirche speist. Ein übernatürlicher Horrorfilm soll es werden. „Popcorn-Movies“ kann Weckert ja.

Marian Meidel

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