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Peinliche Panne beim „Grand Prix der Volksmusik“

München - Der „Grand Prix der Volksmusik“ hat dem ZDF am Samstagabend wieder eine hohe Einschaltquote beschert – und das trotz einer peinlichen Panne.

Diese Panne war wohl die denkbar ärgerlichste, die beim Grand Prix der Volksmusik 2009 am Samstagabend passieren konnte: Mit der Startnummer Sieben stand die Gruppe Volxrock für Südtirol schon auf der Bühne. Doch statt ihres Titels „Wenn du kannst“ erklang das Lied „Ich kann nicht aufhör’n, dich zu lieben“ von den Pläuschlern aus der Schweiz – inklusive deren erster Textzeile.

Moderatorin Marianne war ziemlich verlegen und verwies darauf, dass bei Live-Sendungen auch mal etwas schiefgehen kann. Doch damit war Millionen Zuschauern der Eurovisions-Sendung endgültig klar: Beim Grand Prix wird Playback gesungen.

Ursache für die Panne war zwar laut ZDF ein simpler Server-Ausfall, der in wenigen Sekunden kompensiert wurde. Doch passiert ist passiert. In einem Internetforum schrieb kurz darauf ein Fan: „Ist das nicht ein Wahnsinn! Diese Unprofessionalität ist wirklich ein Skandal! ... Und das bei einer Livesendung!“

Wurde von der Playback-Panne kalt erwischt: Moderatorin Marianne mit ihrem Partner Michael.

Trotzdem: Dass viele Zuschauer nun enttäuscht sein könnten, dass zwar die Sendung live sei, die Lieder aber vom Band kommen, glaubt die zuständige ZDF-Redakteurin Ulrike Renke nicht. Viele wüssten, dass nicht live gesungen und gespielt werde, sagte sie unserer Zeitung. Bei einer Veranstaltung wie dem Grand Prix gehe es nun mal besonders um die Chancengleichheit der auftretenden Künstler. Zudem bemühe man sich um möglichst kurze Umbaupausen zwischen den Titeln. Mit einem ständigem Auf- und Abbau von Instrumenten und Mikrofonen wäre dies jedoch nicht möglich.

„Live singen im Fernsehen sprengt einfach den Rahmen“, bestätigt auch Cornelius von der Heyden, der beim Grand Prix mit seiner Gruppe „Die Bergkameraden“ zusammen mit Oswald Sattler (Ex-Mitglied der Kastelruther Spatzen) für Deutschland mit dem Lied „Ich träume von der Heimat“ Platz zwei eroberte. „Bei solch einer großen Produktion muss eben alles passen.“

Mit Voll-Playback – bei dem im Gegensatz zum Halb-Playback nicht nur die Instrumente, sondern auch der Gesang eingespielt wird – werde auch das technische Risiko weitgehend minimiert. „Man muss sich den Schaden für einen Künstler vorstellen, wenn er vor Millionen Zuschauern auftritt und das Mikrofon nicht richtig funktioniert oder beim Abmischen ein Fehler passiert“, erklärt von der Heyden. „So ein Fehler kann am Ende sogar eine Karriere ruinieren, und dann stehen Schadensersatzansprüche im Raum.“ Und auch er sagt, bei einem Wettbewerb wie dem Grand Prix sei Chancengleichheit wichtig, gerade bei Technik und Klangqualität.

Dass die Fans enttäuscht sein könnten, glaubt auch der frühere Regensburger Domspatz nicht, der ein Playback definitiv nicht nötig hätte: „Die wenigen Zuschauer im Studio wissen ja, dass sie eine TV-Produktion besuchen und kein richtiges Konzert. Für die ist es spannender zu erleben, was hinter den Kulissen passiert. Und die Leute am Fernseher sollen eben eine möglichst tolle Show sehen.“ Es sei ähnlich wie beim Film: „Dort werden auch die besten Szenen genommen und überarbeitet. Im Theater dagegen zählt das Live-Erlebnis.“ Und wer seine Lieblingskünstler in echt hören wolle, dem blieben die Konzerte.

Den „Grand Prix“ gewonnen haben die Brüder Vincent & Fernando aus Südtirol mit dem Lied „Der Engel von Marienberg“. Übrigens: Der „große Bruder“ Eurovision Song Contest findet als Halb-Playback statt – das heißt, es wird „echt“ gesungen.

von Dieter Dorby

Rubriklistenbild: © dpa

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