L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt ist gestorben

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Peinlichkeiten aller Art

- Die schräge Kultserie "Stromberg" (Pro Sieben) machte ihn zum Star, jetzt ist Christoph Maria Herbst in einer neuen Comedy zu sehen. In "Hilfe! Hochzeit! Die schlimmste Woche meines Lebens" spielt der 41-Jährige den bedauernswerten Bankangestellten Joachim Witte, der in der Woche vor seiner Hochzeit mit Anna (Ulrike C. Tscharre) von einer Katastrophe in die nächste stolpert ­ sei es, dass er den Trauring in den Abfluss fallen lässt, bei den künftigen Schwiegereltern eine denkbar schlechte Figur abgibt oder aus Versehen den Familienhund ins Jenseits befördert.

Christoph Maria Herbst stammt aus Wuppertal und absolvierte vor seiner Schauspielkarriere eine Banklehre. Erste Lorbeeren verdiente er sich vor ein paar Jahren in Anke Engelkes Sketchreihe "Ladykracher", inzwischen gehört der in Köln lebende und mit Kollegin Marie Zielcke liierte Schauspieler zu den bekanntesten Comedians Deutschlands.

Bekannt geworden sind Sie als Ekel Bernd Stromberg in der gleichnamigen Serie. In "Hilfe! Hochzeit!" spielen Sie dagegen einen Pechvogel namens Joachim Witte, der es allen recht machen will. Welche Rolle hat mehr Spaß gemacht?

Christoph Maria Herbst: Der Joachim Witte kam eigentlich genau zur richtigen Zeit. Ich habe nämlich festgestellt, dass mir seit "Stromberg" doch überwiegend die negativeren Figuren angeboten werden ­ und da war das eine willkommene Abwechslung.

Die Fieslinge spielt man aber schon lieber, oder?

Herbst: Klar, das sind die schillernderen Charaktere, weil die eben nicht geradlinig daherkommen, sondern mehr so durch die Brust ins Auge. Das ist natürlich kurzweiliger.

Also ist Witte eine langweiligere Figur als Stromberg?

Herbst: Nein, so würde ich das natürlich nicht sagen. Er ist passiv, auf ihn prasselt vieles nieder, er stolpert von einer Katastrophe in die nächste und muss sich in den skurrilsten Situationen irgendwie verhalten ­ was auch seinen Reiz hat.

"Hilfe! Hochzeit!" ist zuweilen ganz schön deftig und schreckt auch vor Anflügen von Fäkalhumor nicht zurück...

Herbst: Ja, da wird mancher Zuschauer vielleicht auch mal die Nase rümpfen. Es ist aber alles schlüssig erzählt, und es handelt sich bei diesen Szenen keineswegs um bloße Mätzchen. Die tragen zum Fortgang der Handlung schon bei. Die Hauptfigur muss eben Peinlichkeiten aller Art durchleben. Unsere esoterischen Freunde würden sagen: Er hat in dieser besagten Woche ganz einfach ein schlechtes Karma.

Was war Ihr peinlichstes Erlebnis?

Herbst: An das peinlichste Erlebnis kann ich mich jetzt spontan gar nicht erinnern. Ich kann mich aber an meinen schlimmsten Moment erinnern, das war 1985 nach einer schwierigen Knieoperation, als einen Tag lang die Gefahr bestand, dass das Bein sich versteift, was mir dann Gott sei Dank erspart geblieben ist. Für wirklich peinliche Momente auf dem gesellschaftlichen Parkett bin ich wohl zu vorsichtig. Ich rutsche nicht gleich auf jeder Bananenschale aus.

Joachim ist im Stress, weil er und seine Braut die perfekte, große Hochzeit planen. Wie wollen Sie es halten, sollten Sie einmal Ihre Lebensgefährtin heiraten?

Herbst: Ich bin eigentlich überhaupt nicht der Typ, der es bei solchen Gelegenheiten richtig krachen lässt. Ich habe auch noch keinen meiner runden Geburtstage groß gefeiert. Ich würde das, wenn es dazu käme, sicher im kleinen, vielleicht sogar im ganz kleinen Kreis stattfinden lassen, um dann hinterher die überraschte Verwandtschaft und die Freunde vor vollendete Tatsachen zu stellen.

Ihr filmisches Alter ego arbeitet auf einer Bank ­ eine Welt, die Sie gut kennen. Können Sie sich noch vorstellen, das beruflich zu machen?

Herbst: Nein, um Gottes Willen, überhaupt nicht. Ich bin froh, dass meine Vita einen anderen Verlauf genommen hat.

Würden Sie das auch sagen, wenn Sie als Schauspieler den Durchbruch nicht geschafft hätten?

Herbst: Auf jeden Fall. Durchbruch ist ja sowieso ein zu definierender Begriff. Der Durchbruch für mich persönlich war gar nicht die Fernsehkarriere, sondern als ich den Schritt vom Amateur zum Profischauspieler geschafft habe, also vom Privattheater in Wuppertal zum ersten Engagement beim Landestheater Dinslaken. In der öffentlichen Meinung hat man es natürlich erst geschafft, wenn man im Fernsehen in einem quotenträchtigen Ding zu sehen war.

Das Gespräch führte Martin Weber.

SAT 1, ab heute jeweils freitags, um 21.15 Uhr.

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