Pelzig unterhält sich gesamtdeutsch

- Äußerlich ein Spießer mit "Hütli" und "Herrentäschli", in Wahrheit ein Aufrührer, der mit vielen kleinen Gemeinheiten, die oft als rhetorische Fragen daherkommen, die Gesellschaft gegen den Strich bürstet und dabei auch noch hochkomisch ist - wohin Erwin Pelzig (sprich: "Belzich") auch kommt, sind die Vorstellungen ausverkauft.

Das gilt im Prinzip auch fürs Fernsehen, wo der Prototyp des notorisch nörgelnden Franken, verkörpert vom gebürtigen Würzburger Frank-Markus Barwasser, seit 2002 viermal im Jahr seine eigene Talkshow hat - "Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich". Vom Erfolg des unkonventionellen Formats, in dem eine Kunstfigur illustre Gäste empfängt (zuletzt Anfang des Monats unter anderen die Fürther CSU-Landrätin Gabriele Pauli), will jetzt auch die ARD profitieren und befördert die Reihe ins Erste. Der Senderverbund und der BR bestätigten damit gestern einen Bericht der "tz".

Voraussichtlich am 25. Oktober, einem Donnerstag, debütiert Pelzig in der ARD, gleich nach "Harald Schmidt" um 23.15 Uhr. Eine weitere Ausgabe ist für den 13. Dezember geplant. Tita von Hardenbergs satirisches Magazin "Polylux" verschiebt sich entsprechend nach hinten. Das Bayerische Fernsehen wiederholt die Sendungen jeweils eine Woche später. Für 2008 stehen sogar sechs Termine zur Diskussion.

Dass der Münchner Sender sein kabarettistisches Juwel abgibt, ist für Unterhaltungschef Thomas Jansing "eine ganz natürliche Entwicklung". Formate, die in den Dritten erfolgreich liefen, kämen eben irgendwann ins Erste. Das sei mit "Dittsche" (WDR) so gewesen und auch mit der "Kurt Krömer Show" (RBB). Deshalb habe er - mit Billigung durch Intendant Thomas Gruber (er gilt als "Entdecker" Barwassers) - auch "Pelzig unterhält sich" dem Gemeinschaftsprogramm angeboten.

Lang hat man in den Reihen der ARD-Unterhaltungskoordination wohl nicht gezögert, das Angebot anzunehmen. Wie Insider berichten, habe eine Ausgabe vom Dezember vergangenen Jahres, bei der auch der jetzige ARD-Chef Fritz Raff vom Saarländischen Rundfunk unter den Zuschauern im Münchner "Wirtshaus im Schlachthof" saß, den besten Eindruck hinterlassen.

Konzeptionelle Änderungen werde es für die bundesweite Version nicht geben, verspricht Jansing, und am "Schlachthof" als Schauplatz des satirischen Talks werde selbstverständlich festgehalten. Allerdings werde die Auswahl der Gäste wohl eher "gesamtdeutsch" ausfallen. Wer zur Premiere kommt, wird erst kurzfristig entschieden. Kein Problem für Barwasser alias Pelzig, der als Meister der Improvisation gilt.

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