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Seine Hausaufgaben hat Jörg Pilawa für seine neue Show „Der neue deutsche Bildungstest“ (Samstag, 20.15 Uhr) nur bedingt gemacht – der Überraschung wegen.

Neue Bildungsshow

Pilawa: Nur Fußball kann ihn stoppen

ZDF-Moderator Jörg Pilawa spricht im Merkur-Interview über seine neue Bildungsshow, Goethe als Kind und Behindertenarbeit als Schulfach.

Wie steht es um die eigene Bildung? Das können die ZDF-Zuschauer am heutigen Samstag von 20.15 Uhr an live testen. Jörg Pilawa moderiert „Den neuen deutschen Bildungstest – Das muss ich heute wissen!“, und als seriöse Instanz ist Brockhaus Partner. Promis sowie das Studio-Publikum stellen sich 50 Fragen, auch können die Zuschauer ihren Bildungsstand ermitteln. Zuvor hatte das ZDF eine repräsentative Forsa-Studie in Auftrag gegeben. Im Interview erklärt Pilawa (47) seine Definition in Sachen Bildung – und warum seine Kinder ihm leidtun.

Freuen Sie sich auf die Show?

(Lacht.) Üüüüberhaupt nicht. Ich freue mich deshalb darauf, weil wir mit der Show etwas Neues wagen. Wir haben lange überlegt, wie man das Thema Bildung ins Fernsehen bringt.

Was bedeutet für Sie der Begriff Bildung?

Bildung ist ein lebenslanger Prozess. Goethe war mit sechs Jahren auch noch nicht Goethe, der wurde erst im Laufe seines Lebens Goethe. Und dann sollte man Verknüpfungen herstellen zwischen dem, was man gelernt hat. Wenn man nur stur Fakten auswendig lernt, wird sich nie lange etwas im Schädel halten.

Gab es bei den Umfragen einen Unterschied bei Frauen und Männern?

Ja, interessanter aber ist der Unterschied zwischen Alt und Jung. Schiller, Lessing und Goethe gehören zum Bildungskanon der Generation 50plus.

Aber die drei lernt man doch immer noch in der Schule...

Sicherlich. Aber laut den Fachleuten von Brockhaus verdoppelt sich die Menge des Wissens alle acht Jahre. Wir müssen heute viel mehr selektieren: Was ist also aus dem Wust an Infos wichtig für mein Leben? In meiner Schulzeit musste ich noch wissen, wer in der Bundesliga spielt. Ein zwölfjähriger Fußballfan von heute muss sich auch in der spanischen und englischen Liga auskennen.

Aber heute schlägt jeder schnell bei Google nach, wenn er etwas nicht weiß. Sind die Deutschen dümmer als früher?

Nein. Aber es war wohl zu Zeiten von Alexander von Humboldt leichter als heute, gebildet zu sein, weil man generell weniger wusste. Damals konnte man sich Zeit nehmen, Dinge zu verstehen. Heute muss alles schnellschnell gehen.

Merken Sie das auch in Ihrem Alltag?

Meine vier Kinder wachsen mit den digitalen Medien auf. Hätte ich ein Referat über Delfine machen müssen wie mein Sohn, hätte ich mir aus zwei Bücherei-Büchern meinen Vortrag gestrickt. Mein Sohn hat sich vor den PC gesetzt, und in einer Stunde hatte er, sagen wir mal, sieben Mal so viel Infos gefunden wie ich damals. Dazu noch Fotos, Videos. Daraus resultiert auch ein anderer Anspruch an das Referat, inhaltlich und bei der Präsentation.

Verzweifeln Sie an dem, was Ihre Kinder in der Schule lernen? Ist es zu viel?

Mir tun sie leid. Seit dem Pisa-Schock vor 15 Jahren haben die Verantwortlichen an den Lehrplänen herumreformiert. Das Resultat: Jetzt haben wir noch mehr Leistungskontrollen und stärkere Selektionsprozesse. Das ist für unser Bildungssystem eine Katastrophe. Und gleichzeitig leben wir immer noch in einem Land, in dem die soziale Herkunft über den Schulabschluss entscheidet.

Was haben Sie für einen Schulabschluss?

Ich habe Abitur gemacht mit 2,5 Notendurchschnitt. Aber ich hatte damals viel Zeit, Sport zu machen, mich in Vereinen zu engagieren. Heute geht das nicht mehr, und ich frage mich, ob das so gut für die Gesellschaft ist.

Aber wie soll das die Schule ändern?

Wir hatten damals Altenpflege oder auch Behindertenarbeit als Nachmittagsfach. Das sollte man wieder einführen. Und ich plädiere dafür, neben dem klassischen Schul- auch ein Sozialabitur anzubieten.

Haben Sie ein Beispiel zum Thema Wissen, was die Welt nicht braucht?

Oh, puhh... Die Kurvendiskussionen im Matheunterricht oder auch die dritte Ableitung von etwas bilden. Das habe ich nie wieder gebraucht – Sie?

Nein. Wieso fällt Ihnen da so schnell etwas ein?

Das war prägend. (Lacht.)

Wie verhindern Sie, dass die Show in eine dröge Schulstunde abgleitet?

(Lacht.) Die Kategorien der insgesamt 50 Fragen werden von hoffentlich lustigen Lehrfilmen eingeleitet. Comedian Bernhard Hoëcker hilft mir. Und dann ist die Show live.

Aber Sie könnten doch als unwissend oder gar als Depp dastehen...

Klar, aber die Zuschauer lieben doch unsere Schwächen. Ich habe Kandidaten in meinen Sendungen gehabt, die haben vor Aufregung ihren Namen vergessen. Das macht sie menschlich. Und das ist bei uns Moderatoren nicht anders.

Sie kennen die Antworten auf die 50 Fragen nicht?

Nein, zur Vorbereitung mache ich nur Leseproben. Ich will mir die Neugierde bewahren. Die richtige Antwort sehe ich erst, wenn die Kandidaten eingeloggt haben.

Sie können die Kandidaten doch auf die falsche Fährte locken.

Klar, ist mir auch schon passiert. Ich hatte mal eine sympathische Quizkandidatin, die sagte, sie habe auf meine Augenbrauen geschaut. Wenn die gezuckt haben, hat sie das oder jenes genommen. Das hat leider nicht funktioniert. Aber ich konnte mich rausreden, das Zucken habe nur etwas mit dem Alter zu tun.

Wie sind Sie zum Wissensshow-Spezialisten geworden?

Keine Ahnung. Das ist wohl der Zeitgeist und in Mode.

Das ist eine ZDF-Show – dürfen Sie überziehen?

(Lacht laut los.) Ja. Wir müssen aber vor Mitternacht fertig sein. Das „Aktuelle Sportstudio“ muss noch Fußballbilder am selben Tag vom Spieltag zeigen. Sie können mich auch nicht einfach vom Schirm nehmen – wobei, das wäre mal was Nettes zum Berichten.

Das Gespräch führte Angelika Mayr.

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