Frauenleiche in Waldstück bei Kienberg gefunden: Polizei nimmt Sohn fest

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Plauderei aus dem Flimmerkistchen

- Er beherrscht diese Inszenierung in Perfektion: Im weißen Leinenanzug, begleitet vom Jubilieren eines Flügels, schreitet Alfred Biolek auf die Bühne des Münchner Volkstheaters -­ mit gespielter Bescheidenheit angesichts des begeisterten Applauses. Übertreibung und Understatement -­ der 72-Jährige verbindet Gegensätze aufs Eleganteste.

Gerade hatte er zu Beginn seines Bühnenprogramms "Mein Theater mit dem Fernsehen", mit dem er derzeit durch Deutschland tourt und seine Biografie verkauft, TV-Ausschnitte zeigen lassen ­- nicht aus seinen eigenen Sendungen, sondern Szenen, in denen Moderatorenkollegen den Auftritt Bioleks mit großer Geste ankündigen.

Geschmackvoll drapiert auf einer regiestuhlähnlichen Sitzgelegenheit, beginnt der Altmeister der gepflegten Fernsehunterhaltung sozusagen aus dem Flimmerkistchen zu plaudern und eine Anekdote nach der anderen aus seinem Karteikärtchenstapel auszuspielen. Auch auf der Bühne bleibt Biolek ganz Fernsehmann. Beim ZDF, wo der promovierte Jurist in der Rechtsabteilung anfing, hieß es zum ersten Mal: Ein Unterhalter wie er gehöre ins Programm. Und schon war er mittendrin, moderierte die "Drehscheibe", wechselte bald zur Bavaria, produzierte Rudi Carrells "Am laufenden Band". Natürlich entdeckte er Talente, brachte etwa die englischen Komiker von Monty Python in Deutschland auf den Bildschirm.

Und wenn dann sein Tournee-Begleiter Rainer Bielfeldt am Flügel das mäßig geistreiche Liedchen "Niemand liebt mich so wie ich" anstimmt, dann scheint man das Motto des Abends gefunden zu haben. Wobei es einen raffinierten Charme hat, wenn Biolek seine Eitelkeit so unverfroren zur Schau stellt: "So sind wir Moderatoren halt. Es beklagt sich keiner, dass Sportler sportlich sind."

Im Galopp geht es per Video-Sequenzen durch Bioleks persönliche Fernsehgeschichte, vom "Kölner Treff" über "Mensch Meier", "Bios Bahnhof", "Boulevard Bio" bis "Alfredissimo", wobei der intelligente Plauderer weder für ihn peinliche Situationen noch eigene Fehler unterschlägt ­- und dazu förmlich am Ende das Weihrauchfass schwenken lässt.

Es wäre kein echter Biolek-Abend gewesen, hätte er keine Gesprächsgäste gehabt: Münchens Oberbürgermeister Christian Ude durfte eine wenig Wahlkampf machen, während "Blacky" Fuchsberger mit dem Gastgeber von schönen alten Fernsehzeiten schwärmte -­ indessen die Ausschnitte belegten, dass auch damals Fernsehen schon flach sein konnte. Doch einen Unterschied zu heute gibt es, Biolek nennt ihn "Wertevermittlung durch Unterhaltung". An seiner Maxime war auch dieser Abend ausgerichtet. Dass sie im Fernsehgeschäft nicht mehr viel gilt, das kann man mit Biolek bedauern.

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