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Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner)

Polizeiruf 110: Allerfeinste Krimi-Kost alter Schule

Rostock - Raffiniert ohne Schnickschnack: Auch die dritte Folge des Rostocker „Polizeiruf“-Teams Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner) besticht durch seine ausgereiften, schlüssig erzählten Charaktere.

Das exzellente, mit manchem derben oder bitteren Scherz garnierte Drehbuch von Wolfgang Stauch ist weit mehr als ein Krimi mit zwei verschränkten Handlungssträngen und einem mehrere Folgen überlagernden Plot um Korruption im Polizeidienst. „...und raus bist du!“ ist eine schnörkellose Tragikomödie über illegal deponierten Sondermüll auf der einen Seite und eine obdachlose Mutter ohne Kind auf der anderen.

Regisseur Christian von Castelberg hat schon viele hochkarätige Fernsehspiele inszeniert. Auch bei diesem NDR-„Polizeiruf“ beweist er sein unprätentiöses Einfühlungsvermögen. Ohne die Hightech-Verliebtheit mancher Kollegen, die auch gar nicht zum erdig-rauen Charme des Rostocker Ermittler-Duos passen würde, bildet er schlicht und prägnant die sehr authentischen Schicksale ab: die gestrauchelte Ex-Architektin und Ex-Mutter (Ursina Lardi), die verzweifelt gegen die Adoption ihrer Tochter anstrampelt. Den Schrotthändler Gering (Jan Georg Schütte), der eine triste Parallelwelt regiert und längst nicht so ein harter Kerl ist wie er gerne wäre. Die bedauernswerten Kreaturen, die daran glauben, auf der Müllhalde einen gültigen Lottoschein mit sechs Richtigen oder den Walkman von Michael Jackson zu finden. Oder das pensionsreife Pärchen (Christine Schorn und Jan Peter Heyne), das für seinen thailändischen Traum sehr viel riskiert. „...und raus bist du!“ ist allerfeinste, intelligent servierte Krimi-Kost alter Schule.

Ulrike Frick

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