Maria Simon

Eine andere Welt

Polizeiruf 110: Klischeehafte Rückkehr

Endlich ist sie wieder da: Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski ermittelte in ihrem ersten „Polizeiruf 110“ nach dem Mutterschaftsurlaub in der ARD, doch hätte die wunderbare Maria Simon einen anderen Wiedereinstieg verdient gehabt.

Denn „Eine andere Welt“ ist ein Krimi nach dem klassischen Baukasten-Prinzip geworden: klischeehaft und einfallslos die Geschichte, eindimensional die Charaktere.

Man nehme eine gesellschaftlich relevante Ebene und stricke drum herum schnell sowie ohne viel Kreativität zu investieren einen Mord-Plot. Fertig ist der Sonntags-Krimi. Oder gibt es wirklich Oberstufenschüler, die sich so auf dem Pausenhof über ihre Vergewaltigung zweier Mitschülerinnen unterhalten? Gibt es wirklich Mütter, die so zart-streichelnd und vertrauensvoll ihre Töchter wecken, während die Polizei im Haus ist, und sie trotzdem keine Ahnung haben, was ihre Töchter nachts in Clubs treiben? Die Gestik, die Mimik und selbst die Wortwahl wirken unglaubhaft, aufgesetzt und so künstlich wie die überperfekten Haartollen der Burschen und die sterilen „Schöner Wohnen“-Kulissen. Dem Klischeehaften wird viel Platz eingeräumt – das ist bei der Figur der Olga Lenski besonders schade.

Denn gerade Maria Simon hätte diese Zerrissenheit gut darstellen können, mit der eine alleinerziehende wieder-berufstätige Mutter nun mal ständig zu kämpfen hat. Immer ein Ohr am Handy, um zu erfahren, ob es dem Zwergerl auch gut geht in der fremden Obhut, und das andere Ohr beim Chef, der ebenso fordert und (richtige!) Ergebnisse sehen will. Doch sie kann nicht glänzen, dafür haben ihr weder Regisseur Nicolai Rohde noch Drehbuchautor Clemens Murath genügend Raum gelassen. Den haben sie für andere Rollen gebraucht, für ihre schwarz-weiß-gezeichneten von Gut und Böse.

Angelika Mayr

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