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Jens Baumann (Karl Markovics, rechts) will Hanns von Meuffels (der großartige Matthias Brandt) von seiner Schuld überzeugen.

Krimi "Und vergib uns unsere Schuld"

Drei Gründe, heute den Polizeiruf mit Matthias Brandt zu schauen

Matthias Brandt spielt heute zum zehnten Mal Hanns von Meuffels im "Polizeiruf 110". Wer "Und vergib uns unsere Schuld" nicht schaut, braucht ein gutes Alibi. Denn so wie in diesem Krimi haben Sie den Kommissar nie gesehen. 

Über den "Polizeiruf 110: Und vergib uns unsere Schuld", den das Erste am 17. Januar (20.15 Uhr) sendet, werden die Zuschauer reden. 

Grund 1, den neuen "Polizeiruf 110" zu schauen: der Fall 

Nicht abschalten, auch wenn Sie die Heintje-Musik nicht mögen, die ziemlich am Anfang läuft. (Erlauben Sie den Spoiler, dass diese Musik immer wieder eingespielt wird. Kommissar Hanns von Meuffels setzt sich in seinem Auto dieser Musik absichtlich aus, um herauszufinden, was für ein Mensch Tim Haffling war.) Dieser Tim Haffling (Schauspieler Sebastian Griegel) klebt in einer der ersten Szenen Heintje-Poster an die Wand seiner Gefängniszelle und hört das Heintje-Lied "Ich bau dir ein Schloss", bevor er sich umbringt. Er hatte seit fast zehn Jahren eine lebenslange Haftstrafe abgesessen, weil er eine 16-Jährige ermordet haben soll. Miriams Leiche wurde nie gefunden. 

Plötzlich taucht bei Kriminalkommissar Hanns von Meuffels ein Mann auf, der von sich behauptet, die Schuld an Hafflings Verurteilung und seinem Selbstmord zu tragen: Jens Baumann (Karl Markovics) schwört, dass er derjenige war, der Miriam getötet hat. Von Meuffels hört dem aufdringlichen Baumann nur widerwillig zu, hält ihn für einen Spinner, weist ihn ab. Erst als der scheinbar Verrückte Einzelheiten nennt, die er eigentlich nicht kennen kann, beschließt von Meuffels: Er recherchiert den Fall noch einmal neu. Und diese Entscheidung wird ihn quälen. Der Kommissar hatte 2006 im Mord ermittelt. Hanns von Meuffels wird sich grausamen Fragen nach Schuld, Reue, Vergebung stellen müssen. Ihm dabei zuzuschauen, wühlt auf. 

Grund 2, den neuen "Polizeiruf 110" zu schauen: der Kommissar

Als unterkühlten Ermittler kennen Sie ihn. Doch so rüpelhaft, abweisend und verzweifelt wie in "Und vergib uns unsere Schuld" haben Sie Matthias Brandt in seiner Rolle als Hanns von Meuffels nie erlebt. Matthias Brandt macht in diesem "Polizeiruf 110" wieder deutlich, was für ein großartiger Schauspieler er ist. Einer der besten in Deutschland.

Für den dramatischen Krimi "Und vergib uns unsere Schuld" hat Marco Kreuzpaintner Regie geführt. Er lobt den Hauptdarsteller: "Die Arbeit mit Brandt hat mich so nachhaltig beindruckt, dass wirklich eine Freundschaft daraus entstanden ist, die sicherlich noch einige Projekten nach sich ziehen wird." Und auch ein anderer Kollege, der nicht zum "Polizeiruf 110"-Team gehört, schwärmt von Matthias Brandts Schauspiel: Bjarne Mädel.  Der "Tatortreiniger"-Hauptdarsteller trifft in der neuen Folge "Der Putzer" auf Matthias Brandt. Im Interview mit dem NDR sagt Mädel: "Natürlich ist Matthias Brandt einer der tollsten Schauspieler, die wir haben.  Ich muss auch sagen, einer der tollsten Kollegen, die ich bisher hatte." Matthias Brandt habe sich "uneitel, ohne Ende, reingehauen in diese Geschichte". In der Episode "Der Putzer" spielt Brandt einen neurotischen Mann mit Putzzwang, der den Tatortreiniger Schotty volljammert. Eine völlig andere Rolle als Hanns von Meuffels, der Probleme mit sich selbst ausmacht, statt darüber zu reden. 

Grund 3, den neuen "Polizeiruf 110" zu schauen: die Erzählweise

Die 16-jährige Miriam verschwand, als alle anderen Fußball guckten. Es ist das Sommermärchen 2006. Die Zuschauer werden immer wieder in diese Zeit zurückgeworfen, die Jens Baumann aus seiner Sicht nacherzählt. Diese Rückblenden gestalten den Kriminalfall "Und vergib uns unsere Schuld" so dramatisch.

Wer also den neuen "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt am Sonntag nicht schaut, braucht ein gutes Alibi.     

"Polizeiruf 110: Und vergib uns unsere Schuld"

Sonntag, 17. Januar, 20.15 Uhr, im Ersten. 

Hanns von Meuffels ermittelt in "Wölfe": Wie ist der neue Polizeiruf aus München?

Weitere Kritiken: "Dünnes Eis" (Polizeiruf aus Magdeburg), "Der scheidende Schupo" (Tatort aus Weimar), "Schock" (Tatort aus Wien), "Wacht am Rhein" (Köln-Tatort), "Land in dieser Zeit" (Frankfurt-Tatort), "Klingelingeling" (München-Tatort), "Wendehammer" (Frankfurt-Tatort), "Sumpfgebiete" (Polizeiruf aus München), "Taxi nach Leipzig" (1000. Tatort-Jubiläum), "Echolot" (Bremen), "Borowski und das verlorene Mädchen" (Kiel).

sah

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