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Maria Simon als Kommissarin Olga Lenski und Horst Krause als Polizeihauptmeister Horst Krause stehen bei Dreharbeiten für die Folge "Zwei Brüder" für den "Polizeiruf 110" in Nudow (Landkreis Potsdam-Mittelmark) vor der Kamera

"Polizeiruf 110": Der Schleier der Unglaubwürdigkeit

München - Nils Willbrandts Film „Zwei Brüder“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“ (ARD) bietet Stoff für ein Familiendrama buddenbrooksschen Ausmaßes. Doch dem Regisseur sind die Hände gebunden und so ist das Ergebnis nur mäßig. Eine Kritik:

Die Kamera zeigt ländliche Idyllen – wogende Felder, stille Seen, pittoreske Dörfer. Und mittendrin das gutsartige Gestüt der Hartmanns, wo der Hausherr tot im Stall liegt. Hinter den Fassaden ist hier nichts, aber auch gar nichts in Ordnung. Die Söhne rivalisieren schon ihr ganzes Leben um die Liebe des Vaters, der, wie sich herausstellt, homosexuell war, die Mutter ist verbittert spätestens seit ein Reitunfall sie zur Invalidin machte. Und das beste Pferd im Stall? Erst gedopt, dann geklaut!

Nils Willbrandts Film „Zwei Brüder“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“ (ARD) bietet Stoff für ein Familiendrama buddenbrooksschen Ausmaßes. Eigentlich hätte der Regisseur diese Geschichte erzählen müssen, von Anfang an. Stattdessen muss er, wie das halt im Krimi so üblich ist, vom Ende her Licht ins Dunkel bringen – und das ist doch nur mäßig spannend. Die Schauspieler, mit Ausnahme von Barbara Auer, können das Unglück, das in den Mauern des Gestüts wohnt, nicht annähernd glaubwürdig verkörpern, die Charaktere bleiben eindimensional, da können Franz Dinda und Florian Stetter als Söhne des Hauses noch so finster schauen.

Dieser Schleier der Unglaubwürdigkeit legt sich auch auf die Ermittlungsarbeit. Zwar beeindruckt die von Maria Simon gespielte Kommissarin Olga Lenski zunächst durch ihre ruhige, unaufgeregte Art, später nerven jedoch ihre Arroganz und ihre allzu sehr zur Schau getragene Fähigkeit, alles gleichzeitig tun zu können. Diese Kommissarin ist doch noch sehr jung, kaum zu glauben, dass so eine im Polizeiapparat nicht mächtig aneckt. Ihrem ungleichen Partner Horst Krause alias Horst Krause dagegen würde man wünschen, dass ihm die Autoren Anspruchsvolleres in seine Rolle hineinschreiben als Verfolgungsjagden mit einem betagten Motorrad.

Rudolf Ogiermann

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