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Feierabend für Mensch und Hund: „Polizeiruf“-Faktotum Horst Krause.

Polizeiruf 110

Die Spannung gewinnt nicht an Höhe

Hauptwachtmeister Krause (Horst Krause) hätte einen besseren Abschied verdient gehabt als diesen „Polizeiruf 110“ (ARD), für den Autor Uwe Wilhelm eine recht konventionelle Geschichte erdacht hat. Lesen Sie hier die TV-Kritik:

Von oben ist Brandenburg schön, man sieht Felder, Wälder und Seen – und moderne Fabriken, die in der Sonne glitzern. Unten, auf dem Boden, kämpft jeder gegen jeden, im Job und in der Liebe. In diesem Kampf kann auch schon mal einer über Bord gehen, sogar buchstäblich und hoch in den Lüften.

Hauptwachtmeister Krause (Horst Krause) hätte einen besseren Abschied verdient gehabt als diesen „Polizeiruf 110“ (ARD), für den Autor Uwe Wilhelm eine recht konventionelle Geschichte erdacht hat. Denn der Sturz aus dem Flugzeug in die Baumkrone ist noch das bei weitem Originellste an einem Plot, der ansonsten ohne jede Raffinesse alle bekannten Klischees abklappert.

Im Mittelpunkt steht schnell der Kampf zweier Firmengründer um ihr in Turbulenzen geratenes Unternehmen. Es geht um Investoren, Arbeitsplätze, Subventionen – und um die sprichwörtliche Tasche voller Geld. Und damit sich alles nicht zu schnell auflöst in diesem Wirtschaftskrimi light, wird noch eine Fährte gelegt, die Eifersucht als Motiv nahelegt.

Kein Wunder, dass die Spannung – im Gegensatz zum betagten Doppeldecker „Tiger Moth“ – in „Ikarus“ einfach nicht an Höhe gewinnen will. Regisseur Peter Kahane verbindet fade Dialogszenen durch die immer gleiche Sequenz ankommender und abfahrender Autos, auch Kollege Krause sieht man vor allem durch pittoreske Alleen hin- und herknattern. Exemplarisch für die blassen Charaktere in diesem Krimi steht der labile Tüftler Martin Feifels, der sich durch diesen Film flennen muss, eine in jeder Hinsicht traurige Figur. „Erinnerst Du Dich noch, wofür wir angetreten sind?“ – ein Satz wie aus dem Poesiealbum.

Zum Glück sind die von Maria Simon gespielte Kommissarin Olga Lenski (die schon wacker ermittelt, bevor feststeht, dass es sich hier um versuchten Mord handelt) und ihr beleibter Assistent sympathische Typen, deren authentisches Spiel über so manchen logischen Fehler hinwegtröstet. „Wird Zeit, dass Schluss ist“, murmelt Krause irgendwann. Angesichts eines so schwachen Drehbuches möchte man ihm da nicht widersprechen.

Rudolf Ogiermann

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