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Neues Duo: Doreen Brasch (Claudia Michelsen) und Dirk Köhler (Matthias Matschke).

"Polizeiruf 110"-Kritik

Neues Team in Magdeburg: Guter Bulle, böser Bulle

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So war die erste "Polizeiruf 110"-Folge mit Matthias Matschke.

Beim ersten Einsatz mit einem Messer attackiert worden – was für ein Einstieg für Kommissar Dirk Köhler (Matthias Matschke) in Magdeburg. Ein neuer Mann im „Polizeiruf 110“, viel mehr als ein „Tach!“ bekommt der von Kollegin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) aber nicht, als er lächelnd seinen Dienst antritt.

Der einfühlsame Gute-Laune-Bär weiß mit der rauen Art der Kommissarin umzugehen. Drehbuchautor Stefan Rogall baut beim neuen Duo auf Gegensätze. Sie die coole Einzelkämpferin, alleinerziehende Mutter, deren Sohn gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde; er Familienpapi, der es nie versäumt, seiner Frau durchs Telefon ein „Ich liebe Dich“ zuzuhauchen und am ersten Arbeitstag den Sohn dabei hat. Brasch will nichts absprechen, Köhler setzt ganz auf Kommunikation. Good Cop, bad Cop – keine neue Konstellation in der Kriminaler-Welt. In Magdeburg funktioniert sie, weil es Regisseur Matthias Tiefenbacher gelingt, die Privatleben der Ermittler mit dem Fall zu verweben.

Vom Hass auf die Welt zerfressen

Der spielt in einer Pflegefamilie. Der kleine Marco ist tot. Auf offener Straße erschlagen worden. Wie sich am Ende herausstellt von seinem Bruder Sascha (Nino Böhlau), der tief drinsteckt in einem Wust aus Gewalt, Hoffnungslosigkeit, der Suche nach Liebe und seinem Platz im Leben. Böhlau („Fack ju Göhte“) spielt diesen von Hass auf die Welt zerfressenen Burschen stark. Augenringe, leerer Blick. Seine Gewaltbereitschaft, seine Wut, seine tiefe Traurigkeit, die sich so zerstörerisch Raum macht, nimmt man ihm in jedem Moment ab.

Seine Mutter Junkie, die Pflegeeltern überfordert. Hanno und Lara Schilchow (Ronald Kukulies, Paula Dombrowski) träumten vom Familienglück, als sie drei Kinder bei sich aufnahmen. Doch die Realität sah anders aus. In düsteren Bildern (Kamera: Hanno Lentz) hinterfragt „Endstation“ die Grenzen des Ideals Pflegefamilie. Ist der soziale Aufstieg möglich? Sind Pflegeeltern von traumatisierten Kindern nicht überfordert? „Ich hatte mir das alles anders vorgestellt“, gesteht Lara Schilchow am Ende.

Die Kommissarin selbst wohl auch. Sie muss sich mit ihrem Sohn auseinandersetzen. „Kindererziehung ist keine exakte Wissenschaft“, tröstet Köhler. Teambildung auch nicht. Als der Neue blutend abtransportiert wird, kommentiert Brasch lakonisch: „Jetzt brauche ich schon wieder einen neuen Partner.“ Als Antwort erwidert er, was sie ihm am ersten Tag zuraunte: „Können Sie einfach mal die Klappe halten?“ Das Lächeln von ihr zeigt: Sie sind auf dem richtigen Weg.

Bei Hanns von Meuffels lohnt sich das Einschalten meisten - auch beim neuen Polizeiruf "Wölfe"?

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