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Die Neue an der Seite von Hanns von Meuffels alias Matthias Brandt: Barbara Auer. 

Kritik zum neuen Ermittler-Duo

Polizeiruf aus München: „Derrick“ des 21. Jahrhunderts

München - Wie war die Premiere des Duos Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) und Constanze Hermann (Barbara Auer) beim Polizeiruf 110 aus München? Die Kritik zum ARD-Krimi. 

Eine Firmenerbin, die als „Eisschrank“ beschrieben wird, der von ihr verachtete Ehemann, ein zarter, blasser (Stief-)Sohn, eine Geliebte, die als Bardame arbeitet – man fühlt sich bei dieser Figurenkonstellation an den guten, alten „Derrick“ erinnert. Auch die Requisiten – Villa, Sportflitzer, Zigarettenqualm – sowie der eine, immer wiederkehrende elegische Filmsong lassen an diverse ZDF-Krimiklassiker denken. Und so ist auch der Rhythmus von „Kreise“, dem neuen „Polizeiruf 110“ (ARD) aus München.

Christian Petzold verlangsamt das Geschehen bis kurz vor den Stillstand, lässt Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) und seine neue Kollegin Constanze Herrmann (Barbara Auer) gefühlt stundenlang im Auto fahren und vor den Bildern von Überwachungskameras sitzen. Doch „Kreise“ ist mehr als ein langes Zitat, es ist eine Art „Derrick“ des 21. Jahrhunderts, zeitgemäß gefilmt, mit zeitgemäßen Dialogen. Wer sich darauf einlässt, spürt unter der Oberfläche langer Einstellungen die unterdrückten Gefühle. Einsamkeit und geplatzte Lebensträume stehen wie eine unsichtbare Überschrift über dem Geschehen, in dessen Zentrum der geniale, aber unverstandene Designer steht (wie immer hervorragend: Justus von Dohnányi), der am Ende selbst die Tat gesteht, die ihm die Kriminaler trotz aller Akribie nicht nachweisen konnten. Obwohl Autor und Regisseur Petzold des Rätsels Lösung bereits in der ersten Szene andeutet, ist sein Film ein vielteiliges Puzzlespiel, in dem manches Bild, manches vermeintliche Indiz trügt.

Kein Münchner „Polizeiruf“ ohne emotionalen Ausnahmezustand der Hauptfigur – Brandt und Auer spielen mit beeindruckender Präsenz das Einmal-Ermittlerpaar, das sich über die Arbeit langsam näherkommt. Und auch hier gibt’s – wen wundert’s – kein Happy End. 

Die beiden Ermittler standen ein weiteres Mal gemeinsam vor dem Fall: Hier lesen Sie, ob sich der Polizeiruf "Wölfe" lohnt.

Rudolf Ogiermann

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