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Premiere: "Leben zur Not auch mit "Sportschau"" - Preise stabil

München - Bei der mit Spannung erwarteten Versteigerung der nächsten Bundesliga-Liverechte will der Bezahlsender Premiere notfalls auch wieder die ungeliebte "Sportschau" um 18.30 Uhr akzeptieren. "Im Interesse unserer Zuschauer wägen wir alle sinnvollen Modelle sorgfältig ab", sagte Premiere-Chef Michael Börnicke der Deutschen Presse-Agentur dpa in München.

Der Sender werde im Frühjahr 2008 anders als bei der vergangenen Versteigerung in jedem Fall auch ein ernsthaftes Angebot für ein Modell mit der frühen Bundesliga im Free-TV abgeben. "Dieses wird aber niedriger sein." Deutlich mehr als die aktuell etwa 250 Millionen Euro pro Saison werde es nur geben, wenn die "Sportschau" auf frühestens 22.00 Uhr verschoben werde. "Das ist unser bevorzugtes Modell." Dafür rechne sich Premiere auch gute Chancen aus.

Auch falls Premiere künftig mehr für die Livespiele zahlen sollte, sollen die Preise für die Kunden laut Börnicke stabil bleiben. "Ich halte nichts von Hochpreispolitik. Wir haben ein vernünftiges Preisniveau." Seit dem Auftauchen des neuen Konkurrenten arena, der inzwischen aufgegeben hat, sind die Preise gefallen. Premiere- Zuschauer können derzeit im günstigsten Fall für rund 20 Euro die Bundesliga sehen. Für 30 Euro im Monat gibt es die Spiele der Champions League dazu und für 45 Euro im Monat das Komplettpaket. Börnicke geht nun davon aus, dass es eine Rückkehr zum alten Preisniveau nicht geben wird.

Die Deutsche Fußball Liga DFL hatte in der vergangenen Woche überraschend den einstigen Medienmogul Leo Kirch als Zwischenvermarkter eingesetzt. Kirch garantiert der Liga ab der Saison 2009/10 rund 500 Millionen Euro pro Spielzeit. Er will den Pay-TV-Bietern fertig produzierte Bilder anbieten. Auf diesem Weg soll die Eintrittsbarriere für neue Bieter - wie zum Beispiel Kabelgesellschaften gesenkt werden.

Premiere ist über das neue Modell verärgert. "Mir gefällt dieser Weg nicht. Unsere Abonnenten wollen die Premiere-Bundesliga sehen mit unseren Moderatoren", sagte Börnicke. Zwar werde Premiere notfalls auch ein fertig produziertes Produkt akzeptieren. "Allerdings ist dieses Produkt dann auch deutlich weniger wert." Es müsse ohnehin noch abgewartet werden, ob das Kartellamt das Bündnis Kirch/DFL akzeptiere.

Sollte Premiere den Zuschlag für die Pay-TV-Rechte bekommen, und die "Sportschau" erst spät am Abend laufen, rechnet Börnicke mit einem deutlichen Anstieg der Abonnentenzahlen. Er geht davon aus, dass Premiere in diesem Fall die Zahl der Kunden von derzeit etwa 4,2 Millionen um bis zu eine Million steigern kann. "Dann ist auch die Finanzierung kein Problem." Zuletzt hatte Premiere in bar und in Form einer Unternehmensbeteiligung rund 250 Millionen Euro pro Saison gezahlt.

Börnicke bestätigte die Planungen des Senders für das laufende Geschäftsjahr. So soll die Zahl der Abonnenten auf rund 4,4 Millionen steigen. Beim Umsatz peilen die Münchner einen Wert von 1,04 bis 1,05 Milliarden Euro an, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll bei 80 bis 100 Millionen Euro liegen. Im kommenden Jahr will Premiere die Erlöse auf mehr als 1,2 Milliarden und das EBITDA auf 180-200 Millionen Euro steigern. Die Zahl der Kunden soll dann bei mehr als 4,7 Millionen liegen.

Auch bei den langfristigen Planungen sei der Sender auf Kurs, sagte Börnicke. Die EBITDA-Rendite soll bis 2010 auch dank neuer Erwerbszweige auf 20 bis 30 Prozent steigen. Premiere will sich neben dem klassischen Bezahlfernsehen mit Zusatzgeschäften wie Mitmachprogrammen, Filmen per Internet oder Werbung ein weiteres Standbein aufbauen und damit in drei Jahren bis zu 20 Prozent des Umsatzes erwirtschaften.

Gespräch: Axel Höpner, dpa und Michael Friedrich, dpa-AFX

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