Premiere im Preiskampf mit Arena

- Das Duell geht weiter. Nach dem Verlust der attraktiven Bundesligarechte kontert Premiere das Angebot seines neuen Konkurrenten Arena nun mit niedrigeren Preisen. Premiere-Chef Georg Kofler präsentierte am Dienstag die neue Angebots- und Preisstruktur des Senders. Das Komplettabonnement soll demnach ab August 34,99 Euro statt wie bisher 45 Euro kosten. Zudem soll es fünf Programmabos ab jeweils 9,99 Euro pro Monat geben, darunter auch wieder ein Fußballpaket.

Mit signifikanten Umsatzeinbußen rechnet der Senderchef nach eigenen Worten nicht. Kunden, die bisher Premiere komplett oder das Fußballpaket abonniert hatten, könnten ab August in die neuen Tarife wechseln, sagte Kofler. Für die übrigen Kunden bleibe bis zum Auslaufen ihrer Verträge alles wie bisher. Jedes der fünf neuen Einzelpakete ("Blockbuster", "Entertainment", "Sport", "Thema" und "Fußball international") soll einzeln gebucht werden können.

Unklar bleibt weiterhin, wie das Bundesligaangebot zusammen mit der Deutschen Telekom künftig aussehen wird. "Über Preise und Konditionen werden Deutsche Telekom und Premiere gemeinsam informieren - und zwar zeitnah nach Abschluss der Fußballweltmeisterschaft", hieß es. Der Sender hatte sich, wie berichtet, Mitte Mai mit der Telekom, die die Internetrechte an der Bundesliga hält, auf eine Ausstrahlung der Spiele über das neue Hochgeschwindigkeitsnetz des Kommunikationskonzerns geeinigt. Unklar ist allerdings, wie viele Kunden Premiere tatsächlich auf diesem Weg erreichen kann.

Auch in dieser Hinsicht gab sich Kofler kämpferisch. Der Empfang des neuen Angebotes sei eventuell auch schon über einen schnellen ADSLAnschluss möglich. Damit wären bereits in der ersten Jahreshälfte 2007 rund 30 bis 50 Prozent der Premiere-Kunden zu erreichen. IPTV werde im Augenblick zwar noch als "Nischenprodukt" belächelt, habe aber das Potenzial zum Massenmarkt, sagte der Premiere-Chef.

Bis vor kurzem hatte Premiere noch auf eine Rückkehr der Bundesliga durch die Hintertür gehofft. Denn die Telekom hätte theoretisch das Internetsignal auch über Kabel und Satellit übertragen können. Damit hätten Premiere und die Telekom ein deutlich größeres Publikum erreichen können. Die Telekom hatte aber darauf verzichtet und sich im Gegenzug von der Deutschen Fußballliga (DFL) einen nachträglichen Rabatt auf die Online-Rechte gewähren lassen und tritt künftig als Sponsor der höchsten deutschen Spielklasse auf.

"Wir müssen erst Erfahrungen sammeln."

Georg Kofler

Eine konkrete Prognose auf die Geschäftsentwicklung wollte Kofler zunächst nicht wagen. Dies sei frühestens einige Wochen nach dem Start der neuen Saison möglich. Zunächst bleibe es bei der Vorhersage von 3,35 bis 3,45 Millionen Abonnenten zum Jahresende, sagte Kofler. Der bisherige Geschäftsverlauf im zweiten Quartal gebe bislang jedenfalls keinen Anlass, die positive Prognose zu ändern. Die Umsatzeinbußen sollen sich in Grenzen halten. Kofler schränkte allerdings ein: "Wir müssen erst Erfahrungen sammeln, wie dieses Preismodell angenommen wird." Auch der Erfolg des neuen Konkurrenten Arena, der im vergangenen Dezember den Zuschlag für die Pay-TV-Rechte erhalten hatte, spiele eine Rolle. Premiere werde seine Prognose also im Herbst überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren.

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