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Vor allem mit seinem Namen verbindet man die frühen Jahre des Privatsenders: Hugo Egon Balder und seine Assistentinnen in der Show "Tutti frutti" (1990-1993).

25 Jahre RTL

Quoten, Menschen, Sensationen

Köln - Vor einem Vierteljahrhundert startete der inzwischen größte deutsche Privatsender RTL sein Programm.

Nur beim Starttermin musste sich der neue Sender mit dem zweiten Platz begnügen, seitdem ist RTL fast ununterbrochen die Nummer 1 unter den Privaten. Vor 25 Jahren, am 2. Januar 1984 - und damit einen Tag später als der Konkurrent Sat.1 - ging der Programmanbieter auf Sendung. Die "Geburt" fand in der Villa Louvigny in Luxemburg statt, dem Stammsitz des Unternehmens.

"Chefarzt" Rainer Holbe, den Zuschauern bis dahin vor allem als Moderator der ZDF-Show "Starparade" bekannt, "entband" um 17.27 Uhr in einem Kreißsaal einen Fernseher, auf dem das damalige Senderlogo zu sehen war. Die erste Sendung war ein Nachrichtenformat mit dem Titel "7 vor 7 - Die Newsshow". Moderatoren waren Hans Meiser und Geert Müller-Gerbes ("Wie bitte?!").

Improvisiert wie die Nachrichten - mangels eigener Kamerateams gab es zunächst kaum bewegte Bilder aus Deutschland - war zunächst vieles im Sender (der bis 1992 "RTL plus" hieß). Ganze fünf Stunden Programm bestritt man anfangs pro Tag, und weil aus Luxemburg und mit luxemburgischer Lizenz gesendet wurde, gab es ein Nachrichtenmagazin auf "Letzeburgisch". Erst 1988 zog der Sender nach Köln, von 1991 an gab es Programm rund um die Uhr.
Da hatte der Siegeszug längst begonnen. Spielshows wie "Tutti frutti", in der junge Frauen viel Haut zeigten, oder "Alles nichts oder?", in der am Ende Torten flogen, sowie die Sendung "Eine Chance für die Liebe" mit "Sexpertin" Erika Berger empörten die Kritiker, fanden jedoch ihr Publikum. Aber auch auf dem Sektor der Serien - ob in den USA eingekauft oder eigenproduziert - nahm RTL den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF stetig Marktanteile ab. "Knight Rider" mit David Hasselhoff und "Ein Schloss am Wörthersee" mit Roy Black, später "Alarm für Cobra 11" (bis heute im Programm) begeisterten die Zuschauer.

Mit der ersten Daily Soap ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten", seit 1992) und der Comedyreihe "RTL Samstag Nacht" (ab 1993) setzten die Kölner selbst Trends, die die Konkurrenz auf Dauer nicht ignorieren konnte. Für einen Boom sorgte Anfang der Neunzigerjahre auch Hans Meiser mit seiner gleichnamigen Nachmittagstalkshow, die diesem Genre zum Durchbruch zumindest bei den Privaten verhalf - aller Kritik am "Menschenzoo" und am "Schmuddeltalk" zum Trotz.

Doch RTL bemühte sich auch um ein seriöses Image. Das begann mit der Verpflichtung Günther Jauchs, der "Stern TV" (seit 1990) und die erfolgreiche Quizshow "Wer wird Milllionär?" (seit 1999) präsentiert. Peter Kloeppel als Gesicht der Nachrichtensendung "RTL aktuell" räumte spätestens seit den Terroranschlägen von New York im Jahr 2001 mit dem Vorurteil auf, die Privaten böten nur Boulevard.

Mit Erfolg. Eine - allerdings vom Unternehmen selbst in Auftrag gegebene - Umfrage ergab, dass 53 Prozent der Zuschauer die Nachrichten von RTL und Sat.1 für genauso seriös halten wie die der Öffentlich-Rechtlichen. Die Nachrichtenmacher beim ZDF spüren das inzwischen schmerzlich. "RTL aktuell" hatte im vergangenen Jahr erstmals mehr Zuschauer als "heute".Rudolf Ogiermann

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