Rechnungsprüfer: BR soll Orchester ausgliedern

München - Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) empfiehlt, die beiden Orchester und den Chor des Bayerischen Rundfunks (BR) mittelfristig aus der öffentlich-rechtlichen Anstalt auszugliedern.

Im Interesse der Kostentransparenz und Leistungsverrechnung sei eine Ausgliederung der Klangkörper empfehlenswert, heißt es in einem Sonderbericht der Kassenprüfer zur finanziellen Situation des BR, der am Mittwoch in München vorgelegt wurde. Der ORH merkt in seinem Bericht an, dass sich die beiden Orchester und der Chor von ihrem ursprünglichen Auftrag, Sendungen für die BR-Programme zu erstellen, immer mehr entfernt hätten.

Der Rechnungshof fordert, die drei Ensembles müssten wieder stärker in die programmliche Gestaltung eingebunden werden. "Es ist nicht Aufgabe des BR, einen zunehmend als unabhängiges Konzertorchester fungierenden Klangkörper aus den öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren zu finanzieren", heißt es in dem ORH-Bericht. Laut ORH entfallen fünf Prozent des BR-Gesamtetats auf das BR-Symphonieorchester, das Münchner Rundfunkorchester und den Chor.

Der Bayerische Rundfunk verwies dagegen darauf, dass es bei den Orchestern und beim Chor nicht nur ums Geld gehe. Man dürfe nicht nur rein ökonomische Überlegungen anstellen. "Wir haben mit unseren Klangkörpern Schätze, um deren Wert wir sehr genau wissen. Ein Orchester von Weltruf, also hier das BR-Symphonieorchester, stellt man nicht leichtfertig zur Disposition. Damit geht man sehr sorgsam um", sagte BR-Intendant Thomas Gruber nach Angaben eines Sprechers.

ORH-Präsident Heinz Fischer-Heidlberger forderte den BR bei der Vorlage des Berichts insgesamt zu einem weiter strikten Sparkurs auf. "Sparen und strikte Ausgabendisziplin bleiben angesagt", sagte er laut Mitteilung. Die demografische Entwicklung und die steigende Zahl von Gebührenbefreiungen seien in der Zukunft ein erhebliches Risiko für die Einnahmen des BR, argumentierte der ORH-Präsident. Laut ORH erzielte der BR im Zeitraum 2005 bis 2008 einen Überschuss von 79 Millionen Euro. Und auch in der laufenden Periode bis 2012 werde der BR seine Aufgaben voll erfüllen können, hieß es.

dpa

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