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Erfolgreiche Tatort-Kommissarin: Schauspielerin Simone Thomalla.

Fernseh-Kritik

Die TV-Kritik zum Tatort

Es regnete, nachts in Leipzig. Der Politiker Armin Lohmann (Peter Atanassow) stieg mit einer jungen Frau in seine Limousine. Als sie sich bei ihm auszog, erzählte sie mit osteuropäischen Akzent von ihren Plänen. Am nächsten Morgen wurde er tot aufgefunden. Von dem Mädchen fehlte jede Spur.

Ein Sumpf voll schmutziger Intrigen, hilfloser Mädchen und falscher Schutzengeln erwartete die Ermittler Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) gestern Abend in der Leipziger „Tatort“-Folge „Mauerblümchen“. Der Regen spülte vieles weg. Aber er spülte auch vieles an, säuberte und brachte Ungesehenes an die Oberfläche: Menschenhandel, zwielichtige Netzwerke und illegale Beschäftigung kamen zum Vorschein. Der Sumpf war tief und schlammig. Die Hauptkommissare Saalfeld und Keppler waren wie der Regen. Sie versuchten, den unerwartet tiefen Sumpf zu ergründen.

Spannend und fesselnd war dieser „Tatort“. Mit seiner dunklen Stimmung und den farblosen Bildern deckte er nicht nur die Ausbeutung hilfloser Menschen auf, sondern auch die Spannungen zwischen Keppler und Saalfeld. Die beiden sind kühl – gegenüber anderen und ganz besonders zueinander. Gefühle sind nach wie vor Fehlanzeige. Als der Hoteldirektor Stein die Ermittler fragte, ob sie denn Kinder hätten, konnte man schon ahnen, dass keiner der beiden darauf eine Antwort geben würde. Doch sie sahen sich an. Suchten nach Emotionen beim Gegenüber. Je tiefer der Sumpf, je abscheulicher die Ereignisse, desto öfter zeigten auch Saalfeld und Keppler Gefühle. Gegenüber anderen und ganz besonders gegenüber einander.

Alle Tatort-Teams ab Herbst 2012

Barnabas Szöcs

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