Reportage zur Geisterstunde

Köln - RTL startet eine neue Reportage-Reihe. Das Thema in "30 Minuten Deutschland" sind heute Geisterjäger, die sich unter anderem mit der Weißen Frau im Ebersberger Forst beschäftigen.

Die Legende ist über 20 Jahre alt: Eine Radfahrerin wurde im Ebersberger Forst von einem Auto überrollt. Der Täter beging Fahrerflucht. Seitdem soll die tödlich Verunglückte in der Nähe einer Kapelle, 3,5 Kilometer hinter dem Ebersberger Kreisverkehr in Richtung Schwaberwegen, ihr Unwesen treiben und nach dem Unfallverursacher suchen. Von merkwürdigen nächtlichen Lichterscheinungen in der Umgebung der Kapelle wird berichtet, von einer weißen Gestalt, die man im Rückspiegel sieht, die sich angeblich auch mal mit ins Auto von Vorbeifahrenden setzt, ihnen gar ins Steuer greift. Inzwischen hat sich die Kapelle zum namhaften Ziel eines wahren Grusel-Tourismus entwickelt. Auch auf den einschlägigen Internetseiten über paranormale Phänomene erfreut sich die Weiße Frau vom Ebersberger Forst einiger Beliebtheit. Dort debattieren Neugierige und selbsternannte Geisterforscher eifrig ihre Erklärungen und Beobachtungen bei Besuchen im Forst.

Ian Wilce ist einer der Hobby-Geisterjäger, die RTL heute um 23.30 Uhr, wenn die Geisterstunde naht, in "30 Minuten Deutschland" bei der Arbeit zeigt. Mit seiner Frau und einem Nachbarn, der ausdrücklich nicht an Geister glaubt, macht er sich auf den Weg. Doch die Weiße Frau zeigt sich in dieser Nacht nicht. Und für die angeblich tanzenden Lichter gibt es eine einfache Erklärung: Scheinwerfer von Autos auf einer Straße schimmern durch die Bäume.

Mehr Glück hat ein Geisterforscherteam aus Berlin in den Beelitzer Heilstätten. Die vierköpfige Gruppe mit den einheitlichen schwarzen Team-T-Shirts untersucht mit allerlei Gerätschaften des nachts die verlassene Klinik. Dort verzeichnet sie Störungen elektromagnetischer Felder, kurzzeitige Temperaturveränderungen und lässt Geräte für Ton- und Bildaufnahmen in der Ruine zurück. Bei der Auswertung finden sich tatsächlich so etwas wie eine Schattenfigur auf einem Bild sowie eine Stimme, die allerdings auch einem der Amateurforscher gehören könnte.

Aufklären wollen angeblich all die Geisterjäger. Weshalb sie sich auch zufrieden zeigen, wenn sie eine natürliche Erklärung der Phänomene finden. Als Expertin zieht die Reportage allerdings nur ein Geistermedium heran. Leider befragt sie keine Naturwissenschaftler und stört damit nicht die prickelnde Unterhaltung, zu der sie allemal taugt. Man kann den Film aber auch einfach als Porträt von Menschen mit merkwürdigem Hobby betrachten.

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