WDR vergleicht mit Discountern

Der Edeka-Rewe-Check

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München - Am Montag gab es im Ersten wieder den ARD-Markencheck. Diesmal wurden die beiden Lebensmittelketten Rewe und Edeka unter die Lupe genommen und mit der Discounter-Konkurrenz verglichen.

Lebensmittel sind in Deutschland billiger als in vielen Nachbarländern. Grund: Die Discounter Aldi und Lidl machen den großen Lebensmittelketten das Leben schwer. Der WDR hat Edeka und Rewe unter die Lupe genommen. Die Preisspannen sind teilweise gering, der Markt ist umkämpft. Der WDR hat zwei große Ketten unter anderem auf Verkaufsmasche, Preis und Qualität untersucht und das Ergebnis am Montagabend im Ersten ausgestrahlt. Ergebnis: Mit Verführungskunst, Auswahl und Eigenmarken bieten sie Discountern Paroli. Die Ergebnisse:

Verkaufsmasche: Beide Ketten sprechen die Seele der Verbraucher an. Achim Fringes, Lebensmittelexperte, zum WDR: „Die Verbraucher erleben die Welt mit allen Sinnen. Darauf reagieren die Unternehmen. Sie empfangen die Kunden mit Frische.“ Deshalb ist es kein Zufall, dass Obst und Gemüse, schön drapiert und beleuchtet, gleich im Eingangsbereich präsentiert werden.

Ebenfalls kein Zufall ist es, dass hinter der Fleischtheke oft Verkäufer im weißen Metzgerkittel stehen. Fringes: „Der Kunde kauft mehr, wenn er denkt, dass der Verkäufer ein Metzger ist.“

Der Edeka-Rewe- Check liefert auch eine Erklärung, warum viele Verbraucher das Gefühl haben, dass sie beim Discounter weniger bezahlen: Während Aldi oder Lidl nur eine billige Essigsorte verkaufen, bieten Rewe und Edeka bis zu 40 Sorten zu Preisen zwischen 39 Cent und 9,99 Euro. Fringes: „Hier setzt die Psychologie ein. Der Essig für 9,99 Euro ist den meisten zu teuer. Angesicht dieses Preises misstrauen sie aber nun dem billigen Essig und kaufen deshalb einen für fünf Euro.“ Und somit geben die Verbraucher für den Essig mehr aus, als beim Discounter.

Wie erfolgreich die beiden Ketten sind, zeigt ein WDR-Kundentest: Verbraucher wurden nach ihren Einkäufen gefragt. Alle hatten mehr gekauft, als sie wollten. Fringes: „Während ein Discounter 1100 Produkte hat, sind es bei Rewe und Edeka bis zu 15 000.“ Die Auswahl verleitet zu Spontankäufen. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung ergab, dass 36 Prozent aller Einkäufe Spontankäufe sind.

Preis: „Wegen des Preises muss niemand zum Discounter gehen“, sagt Edeka-Kaufmann Heinz-Wilhelm Kaschmann in der Sendung. Der WDR-Vergleich bestätigt das: WDR-Mitarbeiter kauften WC-Papier, Milch und Butter der Eigenmarken Ja (Rewe), Gut + günstig (Edeka) sowie die Aldi-Produkte. Ergebnis: WC-Papier kostete überall 1,95 Euro, Milch 60 Cent und Butter 95 Cent. Kaufmann Kaschmann: „Wenn Aldi oder Lidl fünf Cent billiger werden, informiert uns die Zentrale. Wir ziehen dann innerhalb eines halben Tages mit dem Preis nach.“ Auch ein Vergleich mit einem Warenkorb (15 Markenprodukte von Joghurt, über Lasagne-Fix, Kekse, Schokolade bis zu Sekt) ergab keine großen Unterschiede: Er kostete bei Lidl im Schnitt 30,34 Euro, bei Netto 30,44 Euro, bei Edeka 31,28 Euro und Rewe 31,85 Euro.

Qualität: Hier schnitten beide Ketten nicht ganz so gut ab: Gemüse war beim Test nicht immer frisch, Feinkostprodukte waren laut WDR vor allem bei Rewe oft enttäuschend. Aber auch bei Edeka entdeckten Testkäufer gammlige Salate. Und noch etwas Erstaunliches fand das WDR-Team heraus: Abgepacktes Billighackfleisch der Hausmarke für 2,35 Euro, abgepacktes Marken-Hackfleisch für 2,65 Euro und offenes Hackfleisch an der Theke für drei Euro (jeweils pro Pfund) waren laut Laboruntersuchung vollkommen identisch. Ähnliches gilt für Schinkenprodukte.

Karl-Heinz Dix

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