Richterrobe statt Polizeimarke - Michaela May als eigenwillige Richterin

München - Als Kommissarin Jo Obermaier im Münchner "Polizeiruf 110" hat sie ausgedient. Aber es spricht einiges dafür, dass Schauspielerin Michaela May eine neue Dauerrolle gefunden hat: als Richterin Lena Kalbach in "Alles was recht ist". Der humorvolle Familienfilm, den die ARD heute um 20.15 Uhr zeigt, soll nämlich zu einer Serie ausgebaut werden, wenn die Einschaltquote stimmt.

Der Film geht gut los mit Ihnen als Saxophonspielerin in einem Jazzclub. Eine neue Leidenschaft von Ihnen?

Ich habe vor neun Jahren mit dem Saxophonspielen angefangen. Und ich habe das mal als Idee für meine Figur mit eingebracht: Was macht eine Richterin in ihrer Freizeit? Und man kann über ihre Musikleidenschaft noch einige Geschichten erzählen, wenn die Reihe fortgesetzt wird. Allerdings ist nicht jeder Ton von mir.

Richterin Dr. Lena Kalbach, Ihr Alter Ego im Film, ist eine eigenwillige Person. Sie ist unbeugsam, eine engagierte Alt-68erin und legt sich mit Kollegen, Vorgesetzten und ihrer eigenen Tochter an. Erkennen Sie sich in ihr wieder?

Lena ist ein wenig so, wie ich mal war. Denn auch ich habe mich nicht immer angepasst und bestimmte Sachen durchgezogen, wenn ich von etwas überzeugt war. Das tue ich heute noch.

Als Lena Kalbach dürfen Sie fast alles sagen, sogar über Kollegen vor Gericht. Man denke da nur an den Ausspruch: "Was will denn dieser Brechreizbeschleuniger hier..."

Ja, es wäre schön, wenn "Alles, was recht ist" weiter ginge. Da gäbe es noch so manche Auseinandersetzung vor Gericht oder zuhause mit der Tochter. Und mit dem Anwalt und Windhund Teddy Klein, gespielt von Fritz Karl. Der versucht ja mit allen Tricks über die beiden Frauen als Anwalt und als Mann zum Ziel zu kommen.

Bermerkenswert, dass fast jede Figur dieses Films so ihre Macke hat...

Ist doch gut, dass man bei der Einführung der Personen deren charakterlichen Eigenheiten gleich kennenlernt. Das macht es doch lebendig. Und es gibt viel her für weitere Geschichten - drei neue Exposés liegen schon auf dem Tisch.

Laufen noch andere Projekte bei der ARD für Sie?

Mit Fritz Wepper fliege ich demnächst für einen Vierteiler nach Gran Canaria. Wir spielen - als Konsul und Rechtsanwältin im Ruhestand - ein Ehepaar auf der Suche nach Ruhe. Leider finden wir alles andere...

Klingt nach Komödie. Froh, wieder in der Abteilung leichte Unterhaltung gelandet zu sein?

Als Abwechselung ist das ganz schön. Es hat seinen Reiz. Und das Genre Komödie ist nicht einfacher zu spielen als Krimis zum Beispiel.

Die Rolle als Kommissarin Jo Obermaier haben Sie doch sehr gemocht. Hätten Sie nach Edgar Selges Rücktritt als "Polizeiruf"-Kommissar nicht alleine weitermachen können?

Jo war für neue Folgen als Dienststellenleiterin angedacht. Aber ich finde, man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Es war eine tolle Zeit, aber nun möchte ich auch mal wieder andere Rollen verkörpern. Auch auf der anderen Seite als Täter oder Opfer zum Beispiel.

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