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Am 28. August startet "Rising Star" bei RTL.

Regeln und Hintergründe

"Rising Star" auf RTL: So funktioniert die Casting-Show

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Köln - Die Casting-Show "Rising Star" von RTL ist seit gut einer Woche im deutschen TV zu sehen. Hier erfahren Sie die Regeln.

"Rising Star" läuft seit Donnerstag, 28. August, auf RTL. Auf den ersten Blick ist die Casting-Show nur eine weitere Neuauflage von "DSDS", "The Voice" und "X-Faktor". Allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Bei "Rising Star" entscheiden die Zuschauer direkt über das Schicksal der Kandidaten. Wir haben Ihnen alles Wissenswerte zur neuen Show zusammengestellt:

 "Rising Star": Das Konzept

Das Konzept der Casting-Show kommt ursprünglich aus Israel und wurde im Sommer 2014 vom amerikanischen TV-Sender ABC übernommen. Nun wagt auch RTL das Projekt "Rising Star" und bietet dem Gewinner der Show einen Plattenvertrag mit Sony Music und ein einjähriges Musik-Stipendium. Mitmachen können Sänger und Sängerinnen, sowie Bands und Duette. Das Besondere an "Rising Star": Anders als bei anderen Casting-Shows entscheiden hauptsächlich die Zuschauer, ob ein Kandidat in die nächste Runde kommt oder nicht. Das macht die Show unvorhersehbar und spannend bis zum Schluss.

Und so funktioniert "Rising Star": Der Kandidat singt zunächst hinter einer Leinwand, der sogenannten "Wall". Sein Auftritt wird von den Zuschauern vor dem Fernseher direkt mit "weiter" oder "raus" bewertet. Sobald das Talent 75 Prozent positive Stimmen erhalten hat, hebt sich die Wand und der Kandidat hat die nächste Runde erreicht.

Eine weitere Neuerung ist der besondere Anreiz, mit dem das Publikum zur Abstimmung ermuntert werden soll: Auf der 20 Meter breiten und 7,5 Meter hohen LED-Wand werden Bilder der Zuschauer gezeigt, die gerade für das Talent abstimmen. Dazu passt auch das Motto von "Rising Star": "Sing mit deiner Stimme alle an die Wand".

"Rising Star": Casting und Kandidaten

Um bei "Rising Star" dabei zu sein, mussten sich interessierte Sänger, Sängerinnen und Bands bis zum 30.4.2014 online bei RTL bewerben. Nach einem Interview durch das Produktionsteam wurden ausgewählte Teilnehmer zu einem Video-Casting eingeladen. Diese Auditions fanden in mehreren deutschen Städten statt, zum Beispiel München, Hamburg, Köln und Stuttgart. Dort mussten die Kandidaten dem Casting-Team der Produzenten zeigen, was in ihnen steckt. Für 47 Talente erfüllte sich der Traum, bei der ersten Live-Show von "Rising Star" auf der Bühne zu stehen.

Auf rtl.de stellen sich alle Kandidaten mit Kurzprofil, Foto und Stimmprobe vor. Das Teilnehmerfeld ist bunt gemixt: Solokünstler, Duette und Bands aus den unterschiedlichsten musikalischen Richtungen werden bei "Rising Star" gegeneinander antreten.

"Rising Star": Moderation und Promi-Jury

Der Moderator Rainer Maria Jilg wird das Publikum durch die "Rising Star"-Shows führen. Der 35-Jährige ist seit gut zehn Jahren für das SWR Fernsehen, 3sat, Arte, zdf.kultur und den bayerischen Rundfunk tätig.  

Die "Rising Star"-Jury (v.l.): Gentleman, Anastacia, Joy Denalane und Sasha.

Wie es sich für Casting-Shows gehört, darf auch bei "Rising Star" eine Jury mit prominenten Mitgliedern nicht fehlen. Das bekannteste Gesicht der vier Experten der Show ist das von Superstar Anastacia. Die amerikanische Sängerin startete ihre Karriere einst selbst bei einem MTV-Gesangswettbewerb. Obwohl Anastacia im Finale unterlag, wurde ihr ein Plattenvertrag bei Epic Records angeboten. Zwei Jahre später wurde ihr erstes Album "Not That Kind" ein voller Erfolg und machte die Sängerin zur Berühmtheit.

Das zweite weibliche "Rising Star"-Jury-Mitglied ist Joy Denalane, die "Queen of German Soul". Die Sängerin aus Berlin feierte ihren Durchbruch mit dem Song "Mit Dir". Das Duett, das sie zusammen mit ihrem Partner Max Herre aufgenommen hatte, wurde der Sommerhit des Jahres 1999. Seitdem geht es mit Joy Denalanes Karriere stetig bergauf.

Mit Gentleman sitzt außerdem einer der erfolgreichsten Reggae-Künstler der Welt in der Jury von "Rising Star". In seinen Texten greift Tilmann Otto, wie Gentleman mit bürgerlichem Namen heißt, tagesaktuelle Probleme und gesellschaftspolitische Fragen auf. Zudem spielte er Anfang 2014 die Hauptrolle in dem Dokumentarfilm "Journey to Jah".

Komplettiert wird die "Rising Star"-Jury vom deutschen Singer-Songwriter Sasha. Der 42-jährige gilt als einer der erfolgreichsten Künstler der deutschen Musikszene. Der große Durchbruch gelang Sasha 1998 mit seinem Debut-Album "Dedicated to...", das in mehreren europäischen Ländern mit Gold und Platin ausgezeichnet wurde. 

Viel zu sagen haben die Juroren bei "Rising Star" allerdings nicht. Ihre Stimmen machen nur fünf Prozent des Votings aus, der Rest liegt bei den Zuschauern.

"Rising Star": So funktioniert die Abstimmung per App

Das Voting-System von "Rising Star" scheint auf den ersten Blick sehr kompliziert. Die Abstimmung läuft ausschließlich über die "Rising Star Inside App". Die gibt es seit 1. Juli für Apple und Android. Sowohl der Download als auch die Benutzung der App ist kostenlos.

Um am Voting teilzunehmen, muss man sich zunächst bei der App anmelden. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. User, die sich über ihr Facebook-Profil oder mit einem Selfie registrieren, können ihr Gesicht mit etwas Glück bei der Show auf der Leinwand finden. Außerdem behält sich RTL vor, die Fotos für Werbetrailer und Online-Werbemittel zu verwenden. Wem das suspekt erscheint, kann sich ohne Foto bei der App registrieren, dann allerdings ohne die Möglichkeit, auf der Wall zu erscheinen. Auch während einer laufenden "Rising Star"-Sendung können User sich anmelden und sofort mitmachen.

Allerdings ist es mit der Registrierung noch nicht ganz getan. Man muss sich innerhalb der "Rising Star"-App für jeden Kandidaten einzeln einchecken, um ihn bewerten zu können. Das ist nur möglich, solange der Moderator das Talent vorstellt. Wer den Check-In verpasst, kann nicht für den Kandidaten voten. Während das Talent auftritt, können nun alle eingecheckten Zuschauer mit "weiter" oder "raus" stimmen. Dabei kann von jedem Gerät nur eine Stimme abgegeben werden.

Für dieses komplizierte System gibt es zwei Gründe: Zum einen gewährleistet es gleiche Bedingungen für alle "Rising Star"-Talente. Zum anderen ist der Check-In wichtig für die Errechnung der Quote des Kandidaten. Die Gesamtheit der eingecheckten Personen bilden zusammen mit den Juroren eine geschlossene Gruppe von 100 Prozent. Im eigentlichen Voting wird dann gemessen, wie viel Prozent aus dieser Gruppe das Talent positiv bewertet haben. 

Die Promi-Jury von "Rising Star" stimmt über ein eigenes System im Studio ab. Dabei kann jeder Juror fünf Prozentpunkte vergeben. 

"Rising Star": Die zehn Termine

Die 47 Teilnehmer kämpfen in zehn Live-Shows um den Titel "Rising Star". In den ersten fünf Shows singen je acht bis elf Kandidaten. Zunächst versucht jeder für sich, die Zuschauer zu überzeugen. Die Kandidaten, denen das gelingt, treten in den darauffolgenden Shows im Wettkampf gegeneinander an.

RTL sendet "Rising Star" jeweils donnerstags und samstags um 20.15 Uhr. Die Show startet am 28. August und dauert fünf Wochen. Am Donnerstag, 2. Oktober, wird das Finale von "Rising Star" ausgestrahlt. Hier sehen Sie die einzelnen Termine im Überblick:

Tag Datum Zeit Modus
28. August 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 1. Live-Show
30. August 2014 Samstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 2. Live-Show
4. September 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 3. Live-Show
6. September 2014 Samstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 4. Live-Show
11. September 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 5. Live-Show
13. September 2014 Samstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 1. Wettkampf-Show
18. September 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 2. Wettkampf-Show
20. September 2014 Samstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 3. Wettkampf-Show
25. September 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 4. Wettkampf-Show
2. Oktober 2014 Donnerstag 20.15 Uhr "Rising Star" - 5. Wettkampf-Show

"Rising Star": Probleme beim amerikanischen Vorbild

In den USA startete die erste Staffel von "Rising Star" im Juni 2014 auf dem Sender ABC. Auch die amerikanischen Produzenten setzten auf das vielversprechende Konzept, bei dem die Zuschauer sofort über das Weiterkommen der Kandidaten entscheiden können, statt bis tief in die Nacht die Ergebnisse des Votings abzuwarten. Allerdings wurden die Quoten der einzelnen Sendungen immer schlechter, zum Viertelfinale von "Rising Star" am Sonntag, 10. August 2014, schalteten nur noch 2,9 Millionen Zuschauer ein.

Über die Gründe für die sinkenden Quoten von "Rising Star" kann nur spekuliert werden. Das Portal variety.com kritisiert beispielsweise, dass die Interaktivität, mit der die Show so massiv beworben wurde, in der Sendung selbst fehlt. Schließlich war der zentrale Punkt des Konzepts, dass sich die Zuschauer auf der Wall sehen können, wenn sie voten. Aber die Bilder werden nur so kurz gezeigt, dass die Zuschauer kaum keine Chance haben, ihre Gesichter tatsächlich auf der Leinwand zu finden. Dadurch verliert das Publikum trotz der Möglichkeit zur direkten Abstimmung den Bezug zur Show.

"Rising Star": ARD und ProSieben scheiterten mit ähnlichen Konzepten 

In Deutschland wagte die ARD im Mai 2014 als erster Sender den Versuch einer interaktiven Live-Show. Bei der Sendung "Quizduell" sollten die Zuschauer über die gleichnamige App mitmachen und gegen die Kandidaten im Studio spielen können. Technische Probleme machten die von Jörg Pilawa moderierte Sendung jedoch einen Strich durch die Rechnung. Improvisationen wie ein Prominenten-Special verhinderten zwar ein völliges Desaster, trotzdem legte die ARD das Projekt nach drei Wochen auf Eis.

RTL-Konkurrent ProSieben startete im Mai mit "Keep Your Light Shining" eine interaktive Casting-Show mit ähnlichem Konzept. Dabei stehen neun Kandidaten gleichzeitig auf der Bühne. Wer vom Scheinwerfer angestrahlt wird, muss singen. Die Zuschauer haben dann 30 Sekunden Zeit, den Kandidaten per App zu bewerten. Außerdem beurteilen in jeder Show zwei unterschiedliche Musik-Experten die Talente, haben aber kein Mitspracherecht beim Voting. Hier funktionierte zwar die Technik, aber die Einschaltquoten stimmten nicht. Die letzte der drei Sendungen sahen nur 950.000 Zuschauer. Daher beschloss ProSieben, keine zweite Staffel zu produzieren. 

RTL gibt sich angesichts der schlechten Quoten des Konkurrenten allerdings nicht beunruhigt und baut auf das dramatische Konzept von "Rising Star". "Von einer App allein habe ich noch keine Gänsehaut bekommen, aber von dem ganz besonderen und typischen Rising-Star-Moment, wenn sich die Studioleinwand endlich hebt", sagte RTL-Geschäftsführer Frank Hoffmann bei der Präsentation des Herbst- und Winterprogramms des Senders.

Werbevideo für "Rising Star"

sr

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