Die Rivalen spielen zusammen

- Der Münchner Bezahlsender Premiere ist bei der Fußballbundesliga überraschend wieder im Spiel. Er übernimmt in einem Großteil des Bundesgebiets die Verbreitung der Live-Spiele per Kabel für den neuen Senderechteinhaber Arena, wie Premiere, Arena und dessen Mutterkonzern Unity Media gemeinsam mitteilten.

Von der Vereinbarung betroffen sind alle Bundesländer außer Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen, wo Arena mit anderen Partnern kooperiert. Per Satellit versorgt Arena die Fußballfans mit der Bundesliga dagegen exklusiv.

"Wir freuen uns über diesen Durchbruch, der das Angebot für alle Kabelkunden in Deutschland attraktiver macht", so Unity Media-Geschäftsführer Parm Sandhu. Zuvor hatten er und Arena über Monate vergeblich mit Deutschlands führendem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) über eine Einspeisung des Arena-Angebots in deren Kabelnetze verhandelt. Für das KDG-Netz, das knapp zehn Millionen Fernsehhaushalte versorgt, hat Premiere für sein Programm aber bestehende Zugangsrechte, die Arena nun praktisch mitbenutzt. In den 13 betroffenen Bundesländern nimmt Premiere zum Start der neuen Bundesligasaison am 11. August unverändert Arena als zusätzliches Angebot in seine per Kabel verbreiteten Programmpakete auf, erklärten Premiere- und Arena-Sprecher.

Für Premiere-Kunden in diesen Gebieten ändert sich laut Premiere nichts. Sie können ohne preislichen Aufschlag weiterhin die Bundesligaspiele sehen, wenn diese bisher Bestandteil ihres Abonnements waren. Neukunden in den 13 Bundesländern bietet Premiere die Spiele für 14,90 Euro monatlich an. Das ist genau der Preis, den Arena auch in Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen von dortigen Kabelkunden verlangt.

Die Deutsche Fußballliga (DFL) begrüßte die für drei Jahre geschlossene Partnerschaft von Arena und Premiere. "Im Sinne der Fans ist dies eine hervorragende Lösung", sagte DFL-Präsident Werner Hackmann.

Die Kooperation von Premiere, Arena und Unity Media geht aber noch weiter. "In allen Kabelnetzen wird es künftig zusätzlich zu den Einzelangeboten von Arena und Premiere Kombinationsangebote geben", erklärten beide Partner. Welche Pakete das genau sind und zu welchen Preisen sie offeriert werden, wolle man in Kürze bekannt geben. Branchenkenner sehen hier attraktive Verknüpfungsmöglichkeiten. Denn Premiere besitzt die Rechte für die Champions League, die mit der Bundesliga kombiniert werden könnte, was den Bedürfnissen vieler Fußballfans entgegenkäme. Das sei eine Option, bestätigte eine Arena-Sprecherin solche Überlegungen.

Das per Satellit empfangbare Angebot von Arena bleibe von der Kooperation allerdings unberührt. Auf diesem Weg kann der Bundesligasender potenziell 16,4 von 35 Millionen deutschen Haushalten erreichen. Von Satellitenkunden verlangt Arena 19,90 Euro monatlich für die Spiele.

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