"Rollkragenschönheit" und Revolutionär

- Sie wurde durch ein Lied berühmt, das 1941 vom deutschen Soldatensender Belgrad 1941 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde: "Lili Marleen". Mit der norddeutschen Sängerin Lale Andersen (1905-1972) eröffnet heute um 21 Uhr die ARD das zehnte Jahr der Reihe "Legenden".

Die Frau, die als 17-Jährige heiratete und sechs Wochen nach der Geburt ihres dritten Kindes die Familie verließ, um in Berlin als Künstlerin Karriere zu machen, blieb für das Publikum in aller Welt ihr Leben lang Lili Marleen.

Das Lied gefiel nicht nur den deutschen, sondern auch den englischen und amerikanischen Soldaten so gut, dass es in immer wieder neuen Versionen aufgenommen wurde. Rainer Werner Fassbinder verfilmte die Geschichte des Liedes und seiner Sängerin in "Lili Marleen" (1981) mit Hanna Schygulla. Die echte Lale Andersen hatte 1959 noch einmal einen großen Hit mit "Ein Schiff wird kommen", der deutschen Version des Titelsongs aus dem Film "Sonntags nie".

Die zweite "Legende" in der neuen Staffel ist der Sänger und Schauspieler Peter Alexander (19. August, 21.45 Uhr). Es folgen die Sängerin Alexandra (20. August, 21.00 Uhr), der Schauspieler Heinz Rühmann (26. August, 21.45 Uhr), die frühere First Lady der USA, Jackie Kennedy (2. September, 21.45 Uhr), und Marlon Brando (3. September, 21.00).

Ebenfalls heute startet der öffentlich-rechtliche Dokumentationskanal Phoenix eine eigene Reihe. Zwölf charismatische Persönlichkeiten werden täglich außer sonntags unter dem Titel "Die letzten Tage einer Legende" in 60-Minuten-Filmen jeweils um 22.15 porträtiert. Zum Auftakt widmet sich die Reihe dem kubanischen Revolutionär Che Guevara, der 1967 im Guerillakrieg in den bolivianischen Bergen erschossen wurde.

An den nächsten Tagen folgen Jim Morrison, Kopf und Stimme von "The Doors", Indira Gandhi, die 1984 ermordete indische Regierungschefin, und Modeschöpfer Gianni Versace. Außerdem die Schauspielerin Sharon Tate, der französische General und Präsident Charles de Gaulle (1890-1970), der 1978 von Terroristen ermordete italienische Christdemokrat Aldo Moro, der 1994 verunglückte brasilianische Rennfahrer Ayrton Senna und der 1995 ermordete israelische Ministerpräsident Izchak Rabin. Die letzten drei sind die Gorilla-Forscherin Dian Fossey, die US-Schauspielerin Jean Seberg und der ägyptische Präsident Anwar el Sadat. 

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