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Zusammen mit ZDF-Moderator Norbert Lehmann, berichteten von der Traumhochzeit Adelsexpertin Julia Melchior (2.v.r.) und „Gala“-Unterhaltungschefin Luise Wackerl (l.).

Sender kämpft mit Rassismus-Vorwürfen

„Mätresse“ und „fantastisch schwarz“: ZDF-Moderation über Royal Wedding sorgt für Entsetzen

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Bei der Berichterstattung über die Hochzeit von Prinz Harry und seiner Meghan hat so mancher ZDF-Zuschauer seinen Ohren nicht getraut. Angesichts einiger fragwürdiger Kommentare wurden Rassismus- und Sexismusvorwürfe laut.

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„Mätresse“ und „fantastisch schwarz“: ZDF-Moderation über Royal Wedding sorgt für Entsetzen

Mainz - Die Vermählung von Prinz Harry und Meghan Markle am vergangenen Samstag war das Medienereignis schlechthin. Allein im ZDF verfolgten im Durchschnitt knapp sechs Millionen Menschen die Übertragung der royalen Traumhochzeit. Moderiert wurde die rund vier Stunden lange Sondersendung von Norbert Lehmann, Adelsexpertin Julia Melchior, Luise Wackerl von "Gala" und dem "Welt"-Journalisten Thomas Kielinger. 

Meghan Markles und ihre Mutter Doria Ragland: Die afroamerikanischen Wurzeln wurden immer wieder von den ZDF-Kommentatoren thematisiert.

Dabei thematisierten die Moderatoren die „afroamerikanischen“ und - so wörtlich - „exotischen Wurzeln“ von Meghan Markle, fast schon als Dauerthema ihrer Berichterstattung - nicht gerade zur Begeisterung einiger Zuschauer. Es dauerte nicht lange, bis Rassismus- und Sexismusvorwürfe in sozialen Medien laut wurden:

Eine andere Nutzerin schrieb auf Twitter: „Liebes @zdf, es NERVT gewaltig, dass Meghan's Abstammung für die Berichterstatter DAS Thema ist.“

Das Portal „Übermedien“ hat die umstrittenen Äußerungen in einem Youtube-Video zusammengeschnitten. 

Und dort finden sich noch weitaus fragwürdigere Bemerkungen der ZDF-Runde. So sprach Adels-Expertin Julia Melchior davon, dass Meghan aus Marketing-Gesichtspunkten „genial“ sei. Luise Wackerl ergänzte, Meghan sei als „Tochter einer afroamerikanischen Frau eine Symbolfigur für alle Nichtweißen“ und die Queen drücke bei ihr ein Auge zu.

„Eine solche Frau hat man sich früher als Mätresse gehalten“ oder “Die beiden werden ja niemals König und Königin. Da können wir uns auch mal so ein exotisches Paar leisten  - ich sags mal so salopp“: Vor allem derartige Äußerungen von Norbert Lehmann, wurden auf Twitter von entsetzen Usern heiß diskutiert. „Ey @ZDF - die alten Männer reden sich da gerade um Kopf und Kragen!“, heißt es in einem Tweet.

Kritik hagelte es auch für Norbert Lehmanns Anmerkung über den Auftritt des Gospelchors: „Allein weil es so fantastisch schwarz und so toll schwarz gesungen war“. 

Auf Anfrage des Branchendienstes DWDL äußerte sich das ZDF zu den Vorwürfen mit diesem kurzen Statement: „Neben den Kommentaren auf Twitter erreichten den ZDF-Zuschauerservice Anrufe und Mails von Zuschauerinnen und Zuschauern mit Fragen sowie Lob und Kritik zu unterschiedlichen Aspekten der Übertragung. Die Kritik unserer Zuschauer nehmen wir ernst.“

Nicht nur das ZDF, auch Süßigkeiten-Hersteller Super Dickmann‘s hat mit einer unüberlegten Formulierung ordentlich daneben gegriffen und Rassismusvorwürfe geernet. Ein Facebook-Post am Tag der Vermählung, der inzwischen nicht mehr in der Timeline zu finden ist, zeigte einen Schokokuss samt Krone und Brautstrauß im weißen Hochzeitskleid. Dazu schrieb der Konzern: „Was guckt ihr denn so ... wollt ihr heute etwa nicht auch Meghan sein?“ Unpassend fanden zahlreiche User in den sozialen Medien und kritisierten „Super Dickmann‘s“ für diesen Post.

Nach der Hochzeit: Das machen Harry und Meghan jetzt 

Mehr zur Royal Wedding:

Häme für Harrys erste große Liebe Chelsy - und ihr Kleid war ein Affront

Gäste, Bilder, Tweets und Feier: Alles rund um die Royal Wedding von Prinz Harry und Meghan im News-Ticker  zum Nachlesen

va

Bildquelle der Umfrage: 

Kate: Remko De Waal/ANP/dpa , Meghan: Ben Birchall/PA Wire/dpa 

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