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John de Mol gibt 26,3 Prozent seiner Anteile an RTL Nederland ab.

RTL Group: John de Mol nicht mehr Aktionär

Luxemburg - “Big Brother“-Erfinder John de Mol (56) ist bald nicht mehr an RTL-Sendern beteiligt, liefert dem Unterhaltungskonzern aber weiter Showformate.

De Mol ist bisher noch Aktionär der hoch profitablen holländischen Fernsehtochter RTL Nederland. Das ist bald Vergangenheit: Wie die RTL Group am Donnerstag mitteilte, macht sie von einem vereinbarten Tauschrecht Gebrauch. Die Gruppe bekommt damit nächstes Jahr von de Mols Firma 26,3 Prozent an RTL Nederland zurück. Die Entscheidung wurde mit kartellrechtlichen Auflagen begründet.

RTL Nederland ist die drittgrößte Senderfamilie innerhalb der RTL Group. Sie wolle “die bewährte Zusammenarbeit mit John de Mols Kreativeinheit in neuer Form“ fortsetzen, betonte der Finanzvorstand der RTL Group, Elmar Heggen, in Luxemburg. De Mol hatte sich im April in einem Bieterverfahren um die Benelux-Fernsehsender von ProSiebenSat1 überraschend auf die Seite der Konkurrenten der RTL Group geschlagen. Damit hatte er Medienberichten zufolge bei seinen langjährigen RTL-Geschäftspartnern große Irritation ausgelöst.

Im Gegenzug für die RTL-Nederland-Aktien gehen alle Anteile am gemeinsamen Sender Radio 538 an den bekannten Show-Entwickler. Auch die Radiotöchter Radio 10 Gold und Slam FM, die RTL Nederland 2010 und 2011 gekauft hatte, werden an de Mol verkauft.

Die sogenannte Put-Option, die die RTL Group jetzt genutzt hat, hatte sie vor vier Jahren mit John de Mols Firma Talpa Media vereinbart. In der vergangenen Woche hatte die niederländische Wettbewerbsbehörde entschieden, dass Talpa Media innerhalb von drei Jahren ihren Anteil an RTL Nederland verkaufen muss. Hintergrund ist, dass de Mol vor kurzem 33 Prozent an den niederländischen Sendern des Konkurrenten SBS gekauft hat. Das verstößt gegen das Kartellrecht.

dpa

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