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Nik Xhelilaj und Wotan Wilke Möhring als Winnetou und Old Shatterhand.

"Pierre Brice gab uns seinen Segen"

RTL-"Winnetou": Der Produzent im Interview

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Köln - Die Dreharbeiten zum "Winnetou"-Dreiteiler bei RTL laufen. Produzenz Christian Becker erklärt im Interview, warum die Wahl des Hauptdarstellers auf Nik Xhelilaj fiel und was Pierre Brice zu dem Projekt sagte.

Das Original: Pierre ­Brice und Lex Barker.

Die Dreharbeiten zum großen Winnetou-Dreiteiler für RTL haben begonnen – und hinter diesem Megaprojekt, das 2016 ausgestrahlt werden soll, steht eine Münchner Firma: die Ratpack Filmproduktion. Im Interview mit der tz erzählt Geschäftsführer Christian Becker, geboren 1972, warum er den Klassiker unbedingt neu verfilmen wollte, wie sich der (noch!) total unbekannte Schauspieler Nik Xhelilaj auf seine Rolle als Winnetou vorbereitet und was Pierre Brice zu dem Projekt gesagt hat, das laut Becker ungefähr das Budget von sieben Tatort-Folgen verschlingt.

Herr Becker, wie viel Produzenenmut braucht man, um eine Neuverfilmung von „Winnetou“ als großes TV-Event anzugehen? 

Christian Becker: Mehr als Produzentenmut braucht es, glaube ich, eine kindliche Begeisterung für das Thema. Mich verfolgt Winnetou wirklich seit meiner Jugend. Ich habe alle Filme gesehen, die Karl-May-Festspiele Elspe besucht und bin – genau wie unser Regisseur Philipp Stölzl und viele andere auch – mit den Geschichten groß geworden. Das reicht eigentlich aus, um so eine Unternehmung anzugehen (lacht).

Wie nah ist Ihr Dreiteiler an der Originalverfilmung aus den 60er-Jahren?

Becker: Wir wollen schon etwas ganz Eigenständiges machen, eine Neuinterpretation der Stoffe. Aber natürlich verleugnen wir nicht, dass es die Filme vor 50 Jahren gab. Wir versuchen, unsere Filme für die modernen Sehgewohnheiten so aufzubauen, dass alle begeistert sein werden.

Können Sie ein Beispiel dafür nennen? 

Becker: Santer zum Beispiel, das war die Figur von Mario Adorf im ersten Winnetou-Film. Er hat damals Nscho’ Tschi erschossen. Mario Adorf spielt in unserem Film auch wieder mit – als Santer Senior. Er hat bei uns einen Sohn, Santer Junior, der ein versoffener Dandy ist (grandios gespielt von Michael Maertens) und Winnetou und Old Shatterhand richtig große Probleme macht.

Als RTL den Namen des neuen Winnetou-Darstellers kommuniziert hat, haben erst mal alle geschaut. Nik Xhelilaj – den Namen haben die meisten noch nie gehört. Wann haben Sie ihn zum ersten Mal wahrgenommen? 

Becker: Wir haben unglaublich lange gecastet und fast ein Jahr nach unserem Winnetou gesucht – in Amerika, Europa, bei den Indianern etc. Die Sache war die: Unser Winnetou musste realistisch sein, aber auch dieses gewisse Klischee erfüllen. Vor einem halben Jahr kam dann Nik zum Casting, den wir vor allem aus dem Film Der Albaner kannten, wo er beeindruckend gespielt hat. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass er der Richtige ist – und er arbeitet wahnsinnig viel an sich.

Was meinen Sie genau? 

Becker: Allein, dass er so aussieht, wie er aussieht – dafür hat er acht bis zehn Wochen täglich trainiert, seine Ernährung umgestellt, sein Reiten perfektioniert. Er geht in dieser Rolle völlig auf.

Sie drehen in Kroatien, dort, wo auch schon die Ur-„Winnetou“-Filme produziert wurden. Die Entscheidung war alternativlos, oder?

Becker: Ja, im Grunde schon. Alle Karl-May-Verfilmungen von früher sind im ehemaligen Jugoslawien gedreht worden. Für mich war klar: Wir brauchen diese ikonografischen Felsen, diese Wasserfälle und alles drumherum auch.

Haben Sie eigentlich mit ­Pierre Brice noch über Ihre Winnetou-Verfilmung sprechen können?

Becker: Ja, der Regisseur Philipp Stölzl und ich hatten ihm einen langen Brief geschrieben und ihm auch verschiedene Rollen angeboten. Wir hätten ihn gerne dabeigehabt. Er hat uns dann sehr schnell, aber sehr freundlich abgesagt. Er hat als Winnetou einfach etwas so Großes geprägt. Ich glaube, er wollte, dass die Menschen ihn so in Erinnerung behalten. Aber er hat uns seinen Segen für unser Projekt gegeben, das war sehr schön. Einige Woche danach ist er dann leider verstorben.

Interview: Stefanie Thyssen

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