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ZDF-Moderator Rudi Cerne präsentiert in einer Sonderausgabe von „Aktenzeichen XY...ungelöst“ besondere Betrugsfälle. 

TV-Moderator im Interview

Rudi Cerne erklärt: So schützen Sie sich vor Betrügern

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München - Rudi Cerne, Moderator der Sendung „Aktenzeichen: XY...ungelöst“, spricht im Interview über spektakuläre Betrugsfälle und gibt Tipps zum Schutz vor Betrügern. 

Nicht nur die Fahndung nach flüchtigen Straftätern, auch die Verbrechensvorbeugung gehört von Anfang an zum Konzept von Aktenzeichen: XY …ungelöst. In einer Spezial­ausgabe zeigt Rudi Cerne am Mittwochabend (20.15 Uhr/ZDF) spektakuläre Betrugsfälle – und gibt Tipps, wie man sich vor Ganoven schützen kann. Unsere Zeitung sprach mit dem 58-jährigen Moderator.

Herr Cerne, die Sendung von Mittwoch erinnert an den Eduard-Zimmermann-Klassiker „Vorsicht Falle!“ mit dem hübschen Untertitel „Nepper, Schlepper, Bauernfänger“. Wird die Sendung recycelt?

Rudi Cerne: Na ja, Recycling würde ich das nicht nennen. Wir haben großen Erfolg mit Aktenzeichen: XY … ungelöst und wollen die Tatsache, dass uns regelmäßig viele Menschen zuschauen, für diese Spezialausgabe nutzen.

Sie stellen verschiedene Fälle von Betrug vor. Welcher ist der spektakulärste?

Cerne: Da fällt mir zuerst das „Romance Scamming“ ein – ein Begriff, der mir selbst neu war. Da wird über eine Partnerbörse im Internet mit dem Opfer Kontakt aufgenommen. Das Strickmuster ist immer ähnlich, der Scammer gibt sich als gut situiert aus, als Arzt oder Ingenieur. In unserem Fall war es ein amerikanischer Offizier. Das fing harmlos an, da wurde pro Tag ein- bis zweimal hin und her gechattet, bis irgendwann Geld ins Spiel kam, mit dem das Opfer dem Täter aus einer Klemme helfen sollte. Erst waren es 2000 Euro, am Ende war die Frau um 75 000 Euro ärmer. Natürlich gab es diesen Offizier gar nicht, die Anrufe kamen aus einem Callcenter im Libanon.

Opfer werden gezielt ausgesucht

Täter und Opfer haben sich nie gesehen?

Cerne: Nein, die sind sich nie begegnet.

Gibt es Maschen, die in jüngster Zeit häufig angewandt werden?

Cerne: Leider alles, was mit Uniformen zu tun hat. Gauner geben sich als Polizisten aus, als Postboten, als Handwerker. Meistens kommen zwei – einer verwickelt das Opfer in ein Gespräch, der andere sucht zumeist unbemerkt nach Wertsachen.

Viele Zuschauer werden glauben, dass Ihnen so etwas selbst nie passieren könnte.

Cerne: Das Verrückte ist, dass auch viele Opfer hinterher nicht mehr nachvollziehen können, wie sie so blind sein konnten. Aber sie werden ja auch gezielt ausgesucht. In dem genannten und in einem weiteren Fall, den wir vorstellen, sind das Witwen, die sich nach einer starken Schulter sehnen. Das nützen die Betrüger aus, bis zum bitteren Ende.

Cernes Tipp: Nie auf Telefongeschäfte einlassen

Haben es Betrüger heute leichter als früher?

Cerne: Schwer zu sagen. Das Problem ist sicher die immer älter werdende Gesellschaft, es gibt heute zahlenmäßig mehr potenzielle Opfer als früher. Viele Möglichkeiten für Betrügereien bietet auch das Internet.

Andererseits verbreiten sich ja auch Warnungen über das Internet heute viel leichter – das müsste die Menschen doch sensibilisieren für die Gefahren.

Cerne: Natürlich. Wir hoffen aber, über das gute alte Medium Fernsehen über neue Betrugsmaschen zu informieren und bei den Zuschauern ein gesundes Misstrauen zu wecken.

Was würden Sie den Zuschauern raten?

Cerne: Ich würde mich nie auf Telefongeschäfte einlassen – und schon gar nicht, wenn der Anrufer seine Nummer unterdrückt. Und wenn ein Angebot im Einzelfall doch interessant sein könnte, kann man sich etwas mit der Post schicken lassen, in Ruhe nachdenken und dann selbst aktiv auf den Verkäufer zugehen. Dasselbe gilt auch an der Haustür. Niemals Verträge zwischen Tür und Angel abschließen. Auch wenn das vielleicht als abweisend aufgefasst wird – man muss sich so verhalten, wenn man nicht hinterher der Dumme sein will. 

Rudolf Ogiermann

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