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Tom Buhrow (l-r), der neugewählte WDR-Fernsehdirektor, Jörg Schönenborn, die neue Hörfunkdirektorin Valerie Weber und die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates Ruth Hieronymi

Große Mehrheit für Weber

Buhrow setzt Wunschkandidatin durch

Köln - Tom Buhrows umstrittene Wunschkandidatin Valerie Weber für den Posten der Hörfunkdirektorin bekam im Rundfunkrat mehr Stimmen als der neue Fernsehdirektor Jörg Schönenborn.

Mit überraschend großer Mehrheit ist die Privatradio-Managerin Valerie Weber zur neuen WDR-Hörfunkdirektorin gewählt worden. Die bisherige Geschäftsführerin von Antenne Bayern bekam am Freitag im WDR-Rundfunkrat 40 Stimmen - mehr als Jörg Schönenborn, der mit 34 Stimmen zum neuen Fernsehdirektor gewählt wurde. Nur drei Rundfunkratsmitglieder votierten gegen Weber. Beide Kandidaten waren dem Aufsichtsgremium von WDR-Intendant Tom Buhrow vorgeschlagen worden.

Die Nominierung Webers hatte im Sender viel Kritik hervorgerufen. Mehr als 150 Hörfunkredakteure bezweifelten in einem Brief, dass Weber den öffentlich-rechtlichen Rundfunk glaubwürdig vertreten könne. Eine Resolution, in der eine Verschiebung der Wahl gefordert wurde, hatten sogar ungefähr 300 Redakteure unterstützt.

Doch der Rundfunkrat - dessen Vertreter die nordrhein-westfälische Gesellschaft abbilden sollen - schätzte die Personalie ganz anders ein. Das klare Votum bedeute „nachdrückliche Unterstützung“ für Buhrow, stellte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi klar.

Buhrow sprach von einem „Signal des Aufbruchs“: „Ich freue mich über die Rückendeckung.“ Weber sagte bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Wahl, sie nehme die Kritik nicht persönlich. „Ich verstehe absolut die Ängste, die im Haus herrschen. (...) Ich bin für frischen Wind, insofern kann ich auch damit umgehen, wenn der Wind mal von vorn kommt.“ Buhrow sagte, er habe sich immer dagegen gewehrt, Kollegen gegeneinander auszuspielen. Damit solle man jetzt aufhören.

Buhrow hatte im vergangenen Monat einen drastischen Sparkurs angekündigt. Wenn der WDR nichts tue, werde sich bei gleichbleibenden Gebühren in zehn Jahren ein Milliardenloch im Etat ergeben - deshalb müsse der größte ARD-Sender umgebaut werden.

dpa

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