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Helmut Markwort (r.) sorgte bei Sandra Maischberger für viel Aufsehen.

Polit-Talk in der ARD

„Maischberger“: Markwort attackiert AKK - und sorgt mit Vergleich für Fauxpas

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„Maischberger“ in der ARD: Es ging um einen Blick zurück auf das Jahr. Egal, ob AKK, Brexit oder Özil, das barg einigen Zündstoff. 

Berlin - TV-Jahresrückblicke sind so eine Sache. Weil meist die Zeit fehlt, um in einer Sendung die Ereignisse des Jahre ausreichend zu behandeln, rasen die Teilnehmer von Punkt zu Punkt, ohne dabei mehr als die Oberfläche zu berühren. Statt Analysen bleibt der Versuch, den markigsten Spruch anzubringen. Das bewies Helmut Markwort (FDP) am Mittwoch bei Sandra Maischberger. Der ehemalige Focus-Herausgeber und jetzige Alterspräsident des bayerischen Landtags teilte ordentlich aus.

Jahresrückblick bei Sandra Maischberger: Das waren die Gäste

Das waren die Gäste beim Maischberger-Jahresrückblick:

  • Johannes B. Kerner (Fernsehmoderator)
  • Tina Hassel (Leiterin ARD-Hauptstadtstudio)
  • Katrin Göring-Eckardt, B’90/Grüne (Fraktionsvorsitzende)
  • Helmut Markwort, FDP (ehem. "Focus"-Herausgeber)
  • Philipp Amthor, CDU (Bundestagsabgeordneter)

Sandra Maischberger: 2018 – Höhenflüge, Abstürze, geplatzte Träume

Sandra Maischbergers Jahresrückblick stand unter dem Motto „Höhenflüge, Abstürze, geplatzte Träume“. Einen der Überflieger hatte sich Maischberger ins Studio eingeladen: Philipp Amthor, gerade mal 26 Jahre und schon Bundestagsabgeordneter für die CDU. Seit einer viel umjubelten Rede gegen die AfD im Februar gilt Amthor als „konservativer Hoffnungsträger der CDU“ (Spiegel). Der Sohn einer alleinerziehenden Mutter aus Mecklenburg-Vorpommern setzte sich unter anderem gegen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe ein.

Viel Potenzial für eine inhaltliche Diskussion also. Markwort hätte Amthor gerne als Generalsekretär der CDU gesehen, verkündete der 82-Jährige. Viel mehr in Erinnerung blieb allerdings ein anderer Kommentar: Amthor sei „der Harry Potter der CDU“, meinte Markwort. Was er damit genau sagen wollte, bleibt sein Geheimnis. Das kam nicht so gut an. Zwar trägt Amthor, ähnlich wie Harry Potter, Brille. Damit erschöpfen sich die Ähnlichkeiten allerdings. Die Kommentatoren im Internet übersetzen Markworts Statement daher mit: „Ihr jungen Leute seht alle gleich aus.“ Das sei „gönnerhaft“, meinten sie.

Amthor ließ das alles kalt. „Meine Mutter ist natürlich total stolz!“, verkündete er. Allerdings sei sein früher Einstieg in die Politik nicht immer einfach gewesen: „Wenn man mit 15 oder 16 anfängt, sich in der CDU einzubringen, ist das sicher erst mal nicht das allercoolste.“

Sandra Maischberger: Markwort-Eklat auch beim Thema CDU-Machtkampf

Markwort blieb seinem kritischen Kurs auch bei einem anderen großen Thema des Jahres 2018 treu: Dem Dreikampf um die Nachfolge Angela Merkels als CDU-Parteivorsitzende zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Jens Spahn. AKK habe nie in einem Betrieb gearbeitet und daher keine wirtschaftliche Erfahrung, urteilte Markwort.

Das wollte Katrin Göring-Eckardt so nicht stehen lassen. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen sprang der neuen CDU-Parteivorsitzenden zur Seite: „Nur Ministerin? Nur das Saarland? Nur drei Kinder großgezogen?“, warf sie Markwort vor. „Das ist so eine Debatte, die nervt mich total.“ Nur weil Friedrich Merz in einigen Aufsichtsräten gesessen habe, müsse man Kramp-Karrenbauers Erfolge nicht klein reden.

Amthor gewährte einen Einblick in sein Wahlverhalten am CDU-Parteitag. Er habe zuerst Jens Spahn gewählt, im zweiten Wahlgang dann Annegret Kramp-Karrenbauer, erklärte der 26-Jährige. "Sie hat an vielen Stellen in der Partei ein ganzes Stück mehr erreicht als Friedrich Merz. Zudem hat er eine deutlich schlechtere Rede gehalten." 

Göring-Eckardt nutzte die Sendung auch für eine Attacke gegen Markus Söder und die CSU: „Söder hat es erstaunlicherweise geschafft, mit derart breitbeiniger Politik erfolgreich zu sein. In Bayern mag das noch funktionieren.“ Johannes B. Kerner meinte: „Ich glaube, dass dieses Lebensgefühl 'Grün' ein Gefühl aus der Mitte der Gesellschaft ist.“

Annegret Kramp-Karrenbauer und Martin Schulz waren fast zeitgleich zur Maischberger-Sendung bei Anne Will zu Gast.

Jahresrückblick bei Maischberger: Populismus, Brexit und AfD

Ein weiteres Thema bei Maischberger: Der Aufstieg des Populismus. Göring-Eckard konnte dem auch Positives abgewinnen: „Es ist auch eine tolle Erfahrung, die wir momentan im Parlament machen. Weil da jetzt häufiger alle Demokraten zusammenstehen.“ 

Markwort glaubte zumindest den Schuldigen am Brexit ausgemacht zu haben: „Ich glaube, dass (Martin) Schulz' großkotzige Art als Parlamentspräsident in Brüssel etliche Engländer verschreckt hat“, sagte der FDP-Mann über den ehemaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments und SPD-Kanzlerkandidaten.

Tina Hassel sah im gescheiterten Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May einen „Rest Vernunft in diesem Brexit-Irrsin“. Die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudio meinte: „Die Rebellen, die gegen sie angetreten sind, die hatten keinen Plan, keinen echten Kandidaten. Sie hatten vor allen eins: Ein großes Ego.“ An Verantwortung für ihr Land habe es ihnen aber gemangelt.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckhardt pflichtete dem bei: „Der Brexit ist ein Verrat an der europäischen Idee. Nationalismus ist immer Chaos. Seither ist ganz viel schlechter geworden.

Alle News zum Brexit finden Sie auch in unserem Brexit-Ticker.

Jahresrückblick bei Maischberger: Mesut Özil und Jogi Löw

Eines durfte im Jahresrückblick bei Sandra Maischberger nicht fehlen: Das desolate Jahr der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und der Streit um Mesut Özil. Dass Jogi Löw seinen Job nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Russland nicht hinschmiss, überraschte Johannes B. Kerner wenig: „Das ist einer der schönsten Teilzeitjobs, die man in Deutschland haben kann. Der würde sich umgucken, wenn er mit 62 Jahren noch einmal einen Verein trainieren würde.“

Anders sei es beim Thema Mesut Özil gewesen. „Es hat mich wirklich überrascht, dass in dieser Angelegenheit alle Beteiligten zu jeder Zeit falsch gehandelt haben“, meinte Kerner. Der Fußball-Profi und ehemalige Nationalspieler war öffentlich in die Kritik geraden, weil er zusammen mit seinem damaligen Nationalmannschaftskollegen İlkay Gündoğan für ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Erdoğan posiert hatte und im Sommer aus der Nationalelf zurückgetreten. „Bei Özil ist das Problem, dass er auf dem Spielfeld mehr Übersicht hat als auf der politischen Landkarte. Insofern ist er auch eine tragische Figur“, meinte Amthor.

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