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Fälschung: Im Film „Der Minister“ steht Franz Ferdinand von und zu Donnersberg (Kai Schumann) auf dem Times Square in New York. Kaum hat er seinen Doktortitel in der Tasche, geht es mit der Karriere bergauf.

Guttenberg-Satire auf Sat.1

Aufstieg und Fall von "Minister Windbeutel"

Berlin - Sat.1 hat eine Satire über den Aufstieg und Fall von Karl-Theodor zu Guttenberg produziert. "Minister Windbeutel" kommt darin gar nicht gut weg. Und doch hat man an manchen Stellen fast ein wenig Mitleid mit ihm.

Eigentlich hat die Geschichte alles, was ein guter Film braucht: Dramatik, Emotionen, Brisanz, öffentliches Interesse und Glanz und Glamour. Und doch standen die Sender nicht gerade Schlange, als Nico Hofmann im vergangenen Jahr vorschlug, eine Satire über Aufstieg und Fall des Karl-Theodor zu Guttenberg zu drehen. Am Ende sei Sat.1 der einzige Sender gewesen, „der den Mut bewiesen hat, sich mit uns an dieses gewagte Projekt heranzutrauen“, so der Erfolgsproduzent („Dresden“, „Mogadischu“). Nun ist der 90-Minüter fertig, gestern wurde er vorgestellt. „Der Minister“ wird am 12. März ausgestrahlt.

Die Namen der Protagonisten mussten für den Film verändert werden: Karl-Theodor zu Guttenberg heißt Franz Ferdinand von und zu Donnersberg, seine Frau nicht Stephanie, sondern Viktoria, und Angela Merkel wurde zu Angela Murkel. Dennoch: Die Drehbuchautorin Dorothee Schön und der Regisseur Uwe Janson müssen Informanten mit Einblicken ins politische Berlin gehabt haben. Denn bei aller satirischen Überzeichnung sind „Donni“ und Co. gut getroffen.

Superstar Guttenberg: Seine besten Bilder

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Original: Der damalige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) steht im Jahr 2009 auf dem Times Square. Auf seiner Reise will er Lösungen für die Krise der deutschen GM-Tochter Opel ausloten.

Der Film setzt ein, als Ferdinand noch in die Schule geht – schon damals akkurat gescheitelt, aber nicht gerade mit einem übermäßigen Intellekt gesegnet. Der junge Freiherr musste schon als Bub die Hausaufgaben abschreiben und bei den Klassenarbeiten spicken, sonst hätte er das Abitur wohl nie geschafft. Gott sei Dank gab es aber Max Drexel, „Donnis“ Sandkastenfreund, der ihm zunächst durch die Schulzeit half, später sein Büroleiter in Berlin wurde – und schließlich auch Ghostwriter jener Doktorarbeit war, die Donnersberg am Ende zu Fall brachte.

Max ist die einzige Figur im Film, die frei erfunden ist. Ob es so einen engen Wegbegleiter wie ihn wirklich gab, sei mal dahingestellt. Womöglich ist er eine Mischung aus vielen Personen – Beratern, Förderern, Freunden. Für den Film ist die Figur Gold wert, weil über diese Männerfreundschaft der Mensch Franz Ferdinand von und zu Donnersberg gut charakterisiert werden kann.

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Ohne Max wäre „Donni“ nämlich nichts. Er sagt ihm immer und überall, was er zu tun hat. Er hat den Durchblick, versteht die Zusammenhänge. Er ist der smarte Part dieses Duos, gewissermaßen der Kopf hinter dem Blender Donnersberg, der als unbeholfen, ungelenk, naiv, überfordert und dümmlich dargestellt wird. „Minister Windbeutel“ wird er im Film einmal genannt. Aber Donnersberg ist gleichzeitig auch größenwahnsinnig genug, daran zu glauben, dass er eines Tages Kanzler werden kann…

Gut weg kommt er nicht im Film, der „Donni“, der eigentlich der „Gutti“ ist. Man hat an manchen Stellen fast ein bisschen Mitleid mit ihm, vor allem, wenn man seine mediengeile, recht skrupellose und sehr blonde Frau Viktoria an seiner Seite sieht. Rechtliche Schritte hat der „Echte“ – der den Film natürlich nicht kennt – (bislang) nicht eingeleitet. Das Werk sei von den Juristen der Produktionsfirma allerdings im Vorfeld auch genau geprüft worden, heißt es bei Sat.1. Eine Einladung zur Premiere Anfang März in Berlin soll der ehemalige Minister aber auf jeden Fall erhalten. Mit seinem Kommen rechnet man indes nicht.

Stefanie Thyssen

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