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Stets in Gefahr, selbst Opfer zu werden: Sonja Gerhardt als Anna Kosminski in dem Sat.-1-Thriller „Jack the Ripper“, der am heutigen Dienstag um 20.15 Uhr zu sehen ist.

TV-Film: Jack the Rippers wahre Geschichte 

Sonja Gerhardt: „Ich schaue mir sehr gerne Horrorfilme an“

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München - Schauspielerin Sonja Gerhardt spricht im Interview über den Sat.1-Thriller „Jack the Ripper“, ihre Liebe zu historischen Stoffen und ihren Respekt vor dem Theater.

Als die junge Deutsche Anna Kosminski (Sonja Gerhardt) im Jahr 1888 nach London reist, steht das Armenviertel Whitechapel unter Schock. Ein Mörder, der sich „Jack the Ripper“ nennt, hat fünf Frauen grausam getötet – und ausgerechnet Annas Bruder Jakob soll der Täter sein. Anna ist von seiner Unschuld überzeugt und setzt alles daran, das auch zu beweisen. Dabei kommt sie dem Ripper gefährlich nah. Mit dem Mythos des geheimnisvollen Schlitzers spielt Sebastian Niemanns Thriller „Jack the Ripper“, den Sat.1 am Dienstag um 20.15 Uhr zeigt. In weiteren Rollen sind unter anderen Sabin Tambrea, Vladimir Burlakov und Falk Hentschel zu sehen. Für die gebürtige Berlinerin Gerhardt sind filmische Zeitreisen nichts Neues. Die 27-Jährige spielte unter anderem im Kinofilm „Dessau Dancers“ (2014) über den Siegeszug des Breakdance in der damaligen DDR und in der RTL-Miniserie „Deutschland 83“ (2015), die zur Zeit des Kalten Krieges spielt. In der dreiteiligen ZDF-Produktion „Ku’damm 56“ (2016) entführten Gerhardt und ihre Mitspielerinnen die Zuschauer ins Berlin der Fünfzigerjahre.

Was wussten Sie über den historischen Jack the Ripper, bevor Sie den Film gemacht haben?

Ich wusste, dass es sich um einen nie gefassten Serienmörder handelt, der Prostituierte umgebracht hat. Ich wusste allerdings nicht, dass unter den vielen Menschen, die verdächtigt wurden, Jack the Ripper zu sein, auch eine Frau war. Das fand ich sehr interessant. Als Motiv hat man bei ihr Rache vermutet, weil sie die Frau eines Frauenarztes war, die selbst keine Kinder bekommen konnte. Vielen Opfern wurde vom Mörder die Gebärmutter ’rausgeschnitten.

Was hat Sie an der Figur der Anna Kosminski gereizt?

Gereizt an dieser Figur hat mich, dass eine junge Frau ganz alleine in ein fremdes Land reist, um ihren Bruder, das einzige noch lebende Familienmitglied, aus dem Irrenhaus herauszuholen. In die Suche nach dem wahren Jack the Ripper gerät sie zufällig – immer in der Gefahr, selbst zum Opfer zu werden.

Wie waren die Dreharbeiten? Der Film erweckt den Eindruck, als sei das gesamte Team Opfer von Regen und Schlamm geworden... .

Im Gegenteil – wir haben im Sommer gedreht, es war wunderschönes Wetter, und wir sind in der Hitze unter den Kostümen fast zerflossen. Nur an einem Drehtag hat es geregnet, das war dann auch schwierig, weil sich mein Rocksaum sofort voll Wasser gesaugt hat.

Genretypisch knarzen die Türen und die Treppen, es ist nie richtig hell, überall lauert Gefahr. Sind Sie privat ein eher ängstlicher Typ?

Nachts alleine durch den Wald gehen würde ich nicht. Aber ich schaue mir sehr gerne Horrorfilme an, da bin ich ganz vorne mit dabei.

Es gibt noch andere Orte, an denen man sich fürchten kann...

In Städten bin ich abends auch schon mal alleine unterwegs, ich lebe in Berlin. Aber es ist ja nicht so, dass in jeder dunklen Ecke jemand steht, der mir was antun will.

In Ihrem Film „Dessau Dancers“ sagt Ihr Partner einmal zu Ihnen: „Ich dachte, Du bist ein braves Mädchen.“ Würden Sie Ihre Rollen so definieren? Auf den ersten Blick brav, aber...

…mit Pfeffer?

Ja.

Naja, ich suche mir meine Rollen nicht nur danach aus. Bei „Ku’damm 56“ war es so – Monika ist zu Beginn sehr brav, aber eigentlich will sie ausbrechen aus dem gesellschaftlichen Korsett, in das ihre Mutter sie zwingen will. Am Ende kann sie sich durchsetzen. Mich reizen Figuren, die eine Entwicklung durchmachen.

Sie haben im Kinderensemble des Friedrichstadtpalastes getanzt. Inwieweit haben Sie davon für Ihren jetzigen Beruf profitiert?

Ich habe dort vor allem Disziplin gelernt. Ich habe mit fünf oder sechs Jahren angefangen zu tanzen, und bin geblieben, bis ich 16, 17 war. Das hat mir sehr viel gebracht – für den Körper und für den Kopf.

War das Ihre Idee – oder wollten das Ihre Eltern?

Weder noch. Über die Zeitung wurde zu einem Casting eingeladen. Eine Freundin, die unbedingt hinwollte, hat mich mitgenommen. Am Ende wurde ich aufgenommen und sie leider nicht, weil sie mit acht schon zu alt war. Meine Eltern haben mich aber immer unterstützt.

Was war das Beeindruckendste, das Sie bisher gemacht haben?

„Ku’damm 56“! Ich habe die Bücher gelesen und sofort gesagt: Das – will – ich – spielen! Ich war fünf oder sechs Mal beim Casting, bin zum Glück immer eine Runde weitergekommen. Ich habe gekämpft – und es am Ende geschafft.

Und was war nun das Beeindruckende?

Ich finde die Zeit spannend, in der der Film spielt. Es wird auch die damalige Frauenbewegung thematisiert. Meine Kolleginnen Claudia Michelsen, Maria Ehrich, Emilia Schüle und ich, wir haben eine Familie gespielt und sind beim Drehen auch wie eine Familie zusammengewachsen. Das war eine tolle Erfahrung.

Ihr aktuelles Projekt?

Ich habe zuletzt „Honigfrauen“ gedreht, einen Dreiteiler, der nächstes Jahr im ZDF läuft. Er spielt 1986, und es geht um zwei Schwestern, die in der DDR leben und Urlaub in Ungarn machen, wo sie an ihre Grenzen kommen. Mehr darf ich noch nicht verraten.

Wie sieht es mit dem Theater aus?

Das würde ich gerne mal machen, aber ich habe auch großen Respekt davor.

Inwiefern Respekt?

Jede Vorstellung ist live, da darf kein Fehler passieren – und wenn, dann musst du improvisieren können. Beim Film kannst du die Szene so lange wiederholen, bis sie passt und im Kasten ist.

Im Anschluss an den Film zeigt Sat.1 um 22.25 Uhr die Dokumentation „Jack the Ripper – Was wirklich geschah“.

Das Gespräch führte

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