So schlecht können wir gar nicht sein

Song Contest: - Als "Mister Hitparade" ist er eine lebende Legende - Dieter Thomas Heck. Nicht weniger als 183 Ausgaben der populären Musiksendung präsentierte der heute 69-Jährige zwischen 1969 und 1984 fürs ZDF. Kein Wunder, dass sich Heck schon immer auch für die internationale Schlagerszene interessierte. Beim Eurovision Song Contest ist er sogar im doppelten Sinn ein Insider. Im Jahr 1961 nahm er mit "Was tut man nicht alles aus Liebe" selbst am deutschen Vorentscheid teil - allerdings ohne den ganz großen Erfolg. <br><br> Fotostrecke starten

Wie finden Sie, dass die ARD nun schon im zweiten Jahr nur drei Kandidaten zur Abstimmung stellt?

Dieter Thomas Heck: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es wesentlich besser fände, wenn man sich als Zuschauer unter mehr als drei Bewerbern entscheiden könnte. Die drei hat doch irgendein Fachkomitee ausgesucht - und nun setzt man sie dem Zuschauer vor. Mir ist das alles zu sehr von oben diktiert. Zumal man ja auch noch festgelegt hat, wer sowieso nicht mitmachen darf. Ralph Siegel beispielsweise, obgleich er der Einzige war, der je international einen Nummer 1-Hit geschrieben hat. Der wird nun einfach gesperrt. Das finde ich alles ein bisschen eigenartig.

Der Verantwortliche für den deutschen Vorentscheid, NDR-Unterhaltungschef Jan Schulte- Kellinghaus, sagt, man habe sich auf drei Kandidaten beschränken wollen, um den Wettbewerb für diese drei attraktiv zu machen. Außerdem handele es sich um die aus Sicht der ARD aussichtsreichsten Künstler.

Heck: Entschuldigungen für bestimmte Entscheidungen findet man immer, nicht wahr?

Immerhin haben die Vertreter der Spaßfraktion mit ihren zum Teil durchaus zweifelhaften Auftritten keine Chance mehr...

Heck: Ja wäre denn deren Teilnahme so schlimm? Hauptsache, dem Zuschauer gefällt es. Im Übrigen war ja beispielsweise Stefan Raab mit seinem "Wadde hadde dudde da?" im Finale gar nicht so weit vom Schuss.

Nun sind es drei - eine aus einem Castingwettbewerb hervorgangene Mädchenband, ein Swingmusiker und Rockpoet Heinz Rudolf Kunze. Eine glückliche Mischung?

Heck: Es ist auf jeden Fall eine Mischung - aber die wäre ja vielleicht auch herausgekommen, wenn man dem Fernsehpublikum ein bisschen mehr Mitspracherecht gegeben hätte.

Wie lautet Ihre Prognose, was die deutschen Chancen in Helsinki angeht?

Heck: Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass wir relativ wenig Chancen auf einen Sieg haben, denn uns fehlen die Nachbarn, die uns die Punkte geben. Andere Länder werfen sich gegenseitig die Bälle zu. Bosnien-Herzegowina gibt Kroatien die Punkte und umgekehrt, Dänemark, Norwegen, Schweden stimmen entsprechend ab, Belgien, die Niederlande und Luxemburg ebenso. Selbst aus Ländern, in die wir alle in Urlaub fahren, haben wir beim Grand Prix nichts zu erwarten.

Es liegt also nicht daran, dass die Qualität nicht stimmt oder dass die Deutschen den internationalen Geschmack nicht treffen?

Heck: Ganz sicher nicht. So schlecht können wir gar nicht sein, dass ein Titel auf dem letzten oder auf dem vorletzten Platz landet.

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