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TV- Moderator Thomas Gottschalk steht am 30.04.2011 bei der letzten regulären Ausgabe der ZDF-Fernsehsendung "Wetten, dass..?" in Offenburg (Ortenaukreis) neben einem Audi A5.

Lilienthal kritisiert Schleichwerbung im ZDF

Gottschalks Lobreden "übertrieben und maßlos"

Berlin - Der Professor Volker Lilienthal hat nach dem Vorwurf der Schleichwerbung Kritik am ZDF geübt. Gottschalks Lobreden seien "übertrieben" gewesen und für ihn habe der Sender eine Ausnahme gemacht.

Der Hamburger Journalistik-Professor Volker Lilienthal hat nach dem Vorwurf der Schleichwerbung Kritik am ZDF und seiner Vorzeigeshow „Wetten, dass..?“ geübt. Der Sender habe zwar öffentlich versprochen, der „Selbstkommerzialisierung“ Einhalt zu gebieten, sagte Lilienthal dem Branchenmagazin „W&V Online“. Aber „für Publikumsmagneten wie Thomas Gottschalk galt offenbar eine Ausnahme.“ Lilienthals Kritik wollte das ZDF nicht kommentieren.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und das „Handelsblatt“ hatten in dieser Woche berichtet, wie die Vermarktungsfirma Dolce Media unter der Leitung von Gottschalks Bruder Christoph dem ZDF Werbepartner wie Mercedes oder Solarworld für „Wetten, dass..?“ beschafft haben soll. Somit hätte sich den Firmen über lange Zeit möglicherweise eine Plattform für verbotene Schleichwerbung geboten.

Der Sender verwies am Freitag nochmals darauf, den Vorwürfen rund um die Schleichwerbung nachzugehen. Der Fernsehrat werde sich in seiner nächsten Sitzung am 8. März mit dem Thema befassen.

Bereits vor einigen Jahren hatte das ZDF einen internen Kodex festgelegt, um illegales Product Placement, also das Präsentieren bestimmter Produkte im Programm gegen Geld, zu unterbinden. Für Lilienthal sind die bekannt gewordenen Vorgänge ein „schlimmes Controlling-Versagen des ZDF“. Die Darstellung des Senders, es habe keine unzulässige Einflussnahme gegeben, ist in Lilienthals Augen „lächerlich“.

Gottschalks letzte „Wetten, dass..?“-Show

So war Gottschalks letzte "Wetten, dass..?"-Show

Lilienthal, der 2005 als Medienjournalist die Schleichwerbeaffäre rund um die ARD-Serie „Marienhof“ aufdeckte und später die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Qualitätsjournalismus an der Universität Hamburg übernahm, sieht in den Vorgängen einen „eindeutigen“ Verstoß gegen den Rundfunkstaatsvertrag: „Der Verweis des ZDF, bei Gewinnspielen dürften auch Vorzüge des ausgelobten Preises genannt werden, verfängt nicht - so übertrieben und maßlos waren Gottschalks Lobreden.“

Das „Handelsblatt“ erhob am Freitag erneute Vorwürfe gegen Dolce Media: Die Firma habe mit dem schweizer Stromanbieter Teldafax 2009 eine Kooperation vereinbart, in der für Gewinnspiele bei „Wetten, dass...?“- Strompakete zur Verfügung werden sollten. Das ZDF dabei nur den Sachwert erhalten, aber kein Geld. Dolce Media erhielt laut „Handelsblatt“ eine Million Euro. Das Geld sei jedoch nicht von Teldafax geflossen, sondern von der Schweizer Firma Swiss Fact, weil Teldafax schon damals zahlungsunfähig gewesen sei.

dpa

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