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Ende der gemeinsamen Late-Night Zeit: Harald Schmidt und Oliver Pocher hatten als Duo keinen Erfolg.

Late Night Show

"Schmidt und Pocher" läuft aus - Trennung für mehr Qualität

Ende einer (Zweck-)Ehe – Harald Schmidt (51) und Oliver Pocher (30) gehen von April an getrennte Wege.

Ihre gemeinsame Late Night Talkshow „Schmidt und Pocher“, zu sehen jeweils donnerstags im Ersten, läuft aus. Das berichtet der „Spiegel“. Die Reihe war im Oktober vergangenen Jahres als Nachfolgerin der Show „Harald Schmidt“ im Ersten gestartet.

„Beiden hat es gutgetan.  Aber jetzt ist es Zeit, getrennte Wege zu gehen“, sagte Fred Kogel, der Produzent  der Sendung, dem Nachrichtenmagazin. „Schmidt und Pocher“ sei von  vornherein ein zeitlich  begrenztes Experiment gewesen  – „und zwar von beiden Seiten“, so Kogel, der zugleich leise Kritik an dem Format übte. Schmidt spiele  im Duo sein Potenzial nicht aus, so der 48-Jährige, der den Entertainer  offenbar wieder fürs Politkabarett (zurück-)gewinnen will. In einem Wahljahr wolle man Schmidt auf einem Level sehen, „das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert“, sagte Kogel. Es gehe darum, die Latte „wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt“.

Der für die Reihe verantwortliche Westdeutsche Rundfunk (WDR) wollte das Aus am Wochenende nicht bestätigen. „Da die Verhandlungen darüber noch nicht abgeschlossen sind, wollen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht äußern“, sagte Sprecher Magnus Schweers. Der neue ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte der „Bild am Sonntag“, er kenne natürlich die Idee, „mit Schmidt etwas Neues zu kreieren“. Ihm seien beide auch solo willkommen.

„Schmidt und Pocher“ war von Anfang an umstritten. Kritiker warfen der ARD vor, sich mit der Verpflichtung Pochers, der als „Enfant terrible“ der Comedyszene gilt, allzu offensichtlich einer jungen Zielgruppe anzubiedern. Weder für Schmidts noch für Pochers Image sei die Partnerschaft gut, darüber hinaus wirkten beide oft unvorbereitet, insbesondere in den Interviews mit Gästen. Auch nach einzelnen Sendungen hagelte es Proteste. So bezeichnete MDR-Chef Udo Reiter die Ausgabe vom 24. April dieses Jahres, in der die Rapperin Reyhan Sahin alias „Lady Bitch Ray“ mit obszönen Bermerkungen für Aufsehen sorgte, als „Absturz“. Die ARD verwies dagegen stets auf die gute Quote, die den Programmstrategen recht gebe. Anlässlich der Vertragsverlängerung im Februar dieses Jahres hatte der Senderverbund erklärt, dass der Marktanteil von „Harald Schmidt“ bei unter neun Prozent gelegen habe, der Marktanteil von „Schmidt und Pocher“ im Schnitt jedoch zweistellig sei. Wöchentlich verzeichne man durchschnittlich 1,5 Millionen Zuschauer. In der Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen sei der Marktanteil deutlich gestiegen.

ARD-Programmchef Herres hatte in einem Interview mit unserer Zeitung von Pocher als einem „großen Talent“ geschwärmt, „der natürlich einen Witz hat, über den man streiten kann, und der auch mal übers Ziel hinausschießt.Aber wir wollen doch alles, nur kein langweiliges Programm machen.“

Matthias Armborst/Rudolf Ogiermann

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