Schönes Leben dank Schimanski

München - In der "Schimanski"-Neuproduktion "Schicht im Schacht" am Sonntag (ARD, 20.15 Uhr) ist auch er wieder mit von der Partie: Chiem van Houweninge als Hänschen, Schimanskis holländischer Freund.

Der Name Chiem van Houweninge ist für Deutsche fast unaussprechlich, aber Monat für Monat richten sich an den "Hänschen"-Darsteller Fanbriefe und Autogrammwünsche. "Ich verdanke diesem Schimanski ein sehr schönes Leben", sagt der gemütliche 67-Jährige. An diesem Sonntag geht er in der neuen "Schimanski"-Folge "Schicht im Schacht" mit dem Revier-Raubein angeln. Die ARD startet mit diesem Krimi die Geburtstagswoche für "Schimi"-Darsteller Götz George, der am 23. Juli 70 Jahre alt wird - am Geburtstag selbst folgt das Drama "Die Katze", am 26. Juli die Komödie "Schokolade für den Chef".

Nicht dass Chiem van Houweninge in Holland ein unbeschriebenes Blatt wäre. Als Theaterschauspieler und vor allem als Autor erfolgreicher Fernsehserien hat er auch dort eine gewisse Bekanntheit erlangt. Königin Beatrix hat ihm sogar einen Orden verliehen. Aber wirklich populär ist er in Deutschland. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert verkörpert er jenen Duisburger Kripobeamten, der zunächst neben Thanner Schimanskis Assistent war und nach dessen Frühpensionierung selbst Kommissar wurde. Besonderes Kennzeichen: Er geht ohne Nachnamen durchs Leben. Ein einziges Mal, als ein deutscher Beamter insistierte, erwähnte er kurz, dass er mit Nachnamen Scherpenzeel heiße.

Es war Anfang der 80er- Jahre, als Drehbuchautor Bernd Schwamm und Regisseur Hajo Gies, die Erfinder des Schmuddelkommissars, noch einen exotischen Gegenpart suchten. Weil Duisburg nur 20 Minuten von Venlo entfernt ist, kam ihnen die Idee zu einem "lockeren Holländer". Sie ließen sich drei Schauspieler vorschlagen - einer davon war Chiem van Houweninge.

Sehr schnell wurde dieser dann auch als Drehbuchautor für Schimanski-"Tatorte" verpflichtet. "Ich schreibe auf Niederländisch, und das wird dann übersetzt", erklärt er. Damals, als der WDR noch richtig Geld hatte, verlegte van Houweninge auch schon mal Teile der Handlung nach Holland und baute dann stets Anspielungen auf das nicht immer ganz unbeschwerte Verhältnis der beiden Nachbarn ein. So schreit Thanner alias Eberhard Feik in der Folge "Medizinmänner" in einem Rotterdamer Hafencafé: "Ich hab' Rotterdam nicht bombardiert - und mein Vater auch nicht!"

Als Schimanski in "Kuscheltiere" kurzentschlossen eine Amsterdamer Wohnung durchsuchen will, muss Hänschen ihm klarmachen, dass solche Tätigkeiten seit 1945 niederländischen Polizeibeamten vorbehalten sind. "Was ist das denn für ein Scheißland?", tobt daraufhin der Mann mit der grau-beigen Feldjacke. Hänschens Replik: "Ja, ich hab auch nie verstanden, warum die Deutschen das besetzen wollten."

"Wenn man in Deutschland arbeitet, merkt man natürlich schnell, dass nicht alle Deutschen Nazis sind", schmunzelt Chiem van Houweninge, "wobei mir aufgefallen ist, dass die Deutschen selbst ganz oft auf den Krieg zu sprechen kommen. Aber mittlerweile hat sich das sowieso alles gegeben - die früheren Spannungen, die gibt es nicht mehr." In seiner eigenen Branche hat er außerdem noch nie Unterschiede feststellen können, das Film- und Fernsehgeschäft läuft in Holland und Deutschland sehr ähnlich. Mit Götz George ist er seit langem befreundet. "Götz hat eine große schauspielerische Intuition, und das mag für den Regisseur nicht immer einfach sein. Aber meist hat er Recht - und mir hat er sehr geholfen."

Van Houweninge wohnt in einem alten Haus in Rotterdam, verbringt aber mittlerweile den Großteil des Jahres in Südfrankreich. Dort hat er kürzlich nach eigenen Worten "Schimanski live" erlebt, als er selbst sich mit seinem Wagen dreimal überschlug und einen 40 Meter tiefen Abhang hinabstürzte. Er brach sich fünf Rippen, seine Frau blieb unverletzt: "Wir haben großes Glück gehabt." Nach Deutschland kommt er immer noch regelmäßig zu Filmfestivals oder Dreharbeiten, zum Beispiel für "SOKO Köln": "Aber Hänschen, der wird für mich immer etwas Besonderes bleiben."

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