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Schwule und Lesben kritisieren vor allem die Gästeauswahl der Redaktion von "Menschen bei Maischberger".

"Homo-Hasser" verbieten?

Schwulen-Kritik an "Maischberger"-Talk

Berlin - Ein ARD-Talk von Sandra Maischberger zum Thema Homosexualität hat bei Schwulen und Lesben scharfe Reaktionen ausgelöst - noch vor der Ausstrahlung. Es geht vor allem um die Auswahl der Gäste.

Den Titel der für diesen Dienstag (23.10 Uhr) vorgesehenen Gesprächsrunde „Homosexualität auf dem Lehrplan: Droht die moralische Umerziehung?“ bezeichnete das Schwulen- und Lesbenmagazin „Queer“ als „doppelte Unverschämtheit“. Zum einen solle nach dem zuletzt vielfach diskutierten baden-württembergischen Bildungsplan an keiner einzigen Schule Lesbisch-, Schwul- oder Heterosexuellsein „gelehrt“, sondern lediglich über die Vielfalt der Lebensweisen aufgeklärt werden, hieß es in dem Beitrag auf „Queer.de“.

Die Redaktion von Moderatorin Maischberger ergänzte am Nachmittag, man habe den Begriff „moralische Umerziehung“ inzwischen in Anführungsstriche gesetzt, „um die Fragestellung offen zu halten“, wie ein Sprecher sagte.

Auch die Gästeliste dieser Ausgabe von „Menschen bei Maischberger“ lasse einem „die Haare zu Berge stehen“. Die Maischberger-Redaktion hatte zu dem Thema neben der Travestie-Künstlerin Olivia Jones und Gesundheitspolitischen Sprecher der CDU, Jens Spahn, die Schriftstellerin Hera Lind, die Journalistin Birgit Kelle und den Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, eingeladen. Die letzten beiden nannte „Queer zwei „notorische Homo-Hasser“.

Die Moderatorin wies die Vorwürfe am Montag zurück. Man könne die Debatte nicht unter lauter Gleichgesinnten führen, teilte Maischberger der Nachrichtenagentur dpa mit. Es käme sofort der Vorwurf der Einseitigkeit. „Wir bieten bei "Menschen bei Maischberger" niemandem ein Podium oder Forum, sondern bitten Menschen mit ganz unterschiedlichen Meinungen in unsere Runde, damit sie ihre Argumente miteinander austauschen“.

„Queer“ monierte, dass der sogenannte „Waldschlösschen-Appell gegen unwidersprochene Homophobie in den Medien“ beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen offensichtlich noch immer nicht angekommen sei. Danach sollen diskriminierende Äußerungen „klar benannt und den Personen dahinter keine Plattform geboten werden. Gerade in Talkshows sollen sich Schwule und Lesben nicht mehr für ihre sexuelle Orientierung rechtfertigen müssen.“

„Die gesellschaftliche Debatte muss offensichtlich geführt werden“, sagte Maischberger weiter. „Das zeigen nicht nur die vielfältigen und verständlicherweise auch emotionalen Reaktionen beider Seiten.“

dpa

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