Seeed gewinnt Musikwettbewerb

- Wetzlar - Die deutschen Musikfans machten es spannend: Das Kopf-an-Kopf-Rennen bei Stefan Raabs Suche nach Deutschlands bestem Song entschied am Donnerstagabend die Berliner Band Seeed für sich. Mit ihrem Song "Ding" holte die elfköpfige Formation den "Bundesvision Song Contest" 2006 in die Bundeshauptstadt.

Im mittelhessischen Wetzlar fieberten 4000 Fans bei der zweiten Auflage des Bandwettbewerbs mit. Schnell zeichneten sich die Favoriten unter den 16 Bands und Solokünstlern ab, als in der ProSieben-Live-Sendung kurz nach 23.00 Uhr die ersten Ergebnisse aus den Bundesländern bekannt gegeben wurden: Neben Seeed (151 Punkte) setzten sich die später zweitplatzierte Rockband Revolverheld (Bremen/136 Punkte) mit "Freunde bleiben" und In Extremo (Thüringen/134 Punkte) mit "Liam" an die Spitze des Feldes. Der 3. Platz für die Dudelsack spielenden Mittelalter-Rocker aus Ostdeutschland war für viele die Überraschung des Abends.

Ex-No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa, die für Hessen startete, erntete bei ihrem Heimspiel zwar den größten Jubel in der Wetzlarer Mittelhessen Arena. Doch sie verpasste mit "Ich hab Dich" knapp einen Platz auf dem Siegerpodest und wurde Vierte (104 Punkte). Die Gießener Band Juli ("Geile Zeit") hatte die diesjährige Entscheidung mit ihrem Sieg bei der Premiere des "Bundesvision Song Contest" im vergangenen Jahr nach Hessen geholt.

TV-Entertainer Raab, der die Show gemeinsam mit Janine Reinhardt moderierte, erklärte abschließend "alle Teilnehmer von Platz 2 bis 16" zu "Siegern der Herzen". In seinem persönlichen Wettstreit mit dem ARD-Vorentscheid für den "Eurovision Song Contest" hatte Raab seinen Bandwettbewerb schon im Vorfeld zum Sieger ausgerufen: "Wir sind die moralisch-musikalische Vertretung für Deutschland." Die fast vierstündige Live-Übertragung auf ProSieben am Donnerstag lockte 2,48 Millionen Zuschauer vor die Fernsehschirme - ein Marktanteil von 9,1 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten 3,23 Millionen Menschen den neuen Musikwettbewerb live im Fernsehen verfolgt.

Die Fans in Wetzlar unterstützten ihre Favoriten mit Transparenten und lautstarkem Jubel. Die 16 Teilnehmer ihrerseits setzten vielfach nicht allein auf ihre Musik, sondern traten mit großen Tanzgruppen auf. In Extremo spielten ihren Song in einem Piratenschiff, tiptop (Bayern) rockten auf überdimensionalen Instrumenten, 200 Sachen (Rheinland-Pfalz) düsten in Original-60er-Jahre-Motorrädern auf die Bühne - und lieferten mit der Songzeile "Heiß, heiß, heiß" zugleich das geflügelte Wort des Abends: Bis zum Ende der Show zischten die Moderatoren Raab und Reinhardt die Zeile immer wieder durch ihre Mikrofone.

Richtig heiß wurde es spätestens, als alle Auftritte gemeistert waren und das Urteil der Fernsehzuschauer erwartet wurde, die per Telefon über den Sieger abstimmten. Erst kurz vor Mitternacht stand das Ergebnis fest: Seeed präsentierten nochmal ihren Siegertitel "Ding" - und die Konkurrenten feierten alle mit.

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