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Dreh­arbeiten in der tz: Senta Berger (li.), Katja Bürkle und ­Rudolf Krause.

„Unter Verdacht“-Ermittlungen im Pressehaus

Senta Berger dreht neue Krimifolge in unserer Online-Redaktion

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München - Dreharbeiten für ihren neuesten Fall als ZDF-Ermittlerin Eva-Maria Prohacek haben Senta Berger ins Pressehaus an der Bayerstraße geführt.

„Sie müssen sich konzentrieren, und wir stören Sie. Das tut mir leid!“ Während das Filmteam für die nächste Szene umbaut, schaut sich Senta Berger interessiert in den Redaktionsräumen um. Die Dreharbeiten für ihren neuesten Fall als ZDF-Ermittlerin Eva-Maria Prohacek haben sie ins Pressehaus in der Bayerstraße geführt. Kabelrollen, Scheinwerfer, Ton- und Technik-Equipment stapeln sich in den Gängen. Der Innenhof wird von Großtransportern, Cateringmobil und Maskenwagen belagert. Und dazwischen wird immer noch Zeitung gemacht. „Ich hoffe, Sie können bei dem Chaos arbeiten“, sagt Berger entschuldigend und nutzt die Umbaupause, um zu erklären, was das Filmteam in die Online-Redaktion von Münchner Merkur und tz verschlagen hat.

Es ist ein höchst brisanter Fall, dem das Team der erfolgreichen ZDF-Krimireihe Unter Verdacht da nachspürt. „Ein junger Mann wird bei einem Munitionstest der Bundeswehr schwer verletzt. Die Vorgesetzten gehen von einem Suizidversuch aus, aber Eva stößt bei ihren Nachforschungen auf immer mehr Ungereimtheiten“, fasst Senta Berger das Drehbuch zusammen. Verstrickungen zwischen Bundeswehr und Waffenlobby werden in dem gut recherchierten Krimi thematisiert. „Die Fakten stimmen. Es werden tatsächlich Waffen bei der Bundeswehr ausprobiert, die sie offiziell nicht einsetzen werden. Dabei geht es darum, die Funktionsweise zu verstehen, falls andere im Ernstfall damit laborieren.“

In den Redaktionsräumen des Münchner Zeitungsverlags treffen Prohacek und ihr Kollege André Langner (Rudolf Krause) auf eine engagierte Politik- und Wirtschaftsjournalistin (Katja Bürkle), zu der das Opfer den Kontakt gesucht hat. Ob sie bei der Aufklärung der Umstände weiterhelfen kann? Mit forschen Schritten führt die Redakteurin die internen Ermittler in ihr Büro. Eine Probe, drei Versuche, und die Szene ist im Kasten. Die Ausstatter sind zufrieden mit der Location. Lediglich ein paar Schilder mussten sie im Eingangsbereich der Zeitung austauschen – ansonsten ist das unperfekte Ambiente perfekt.

„Es ist wirklich ein Glück, dass wir hier drehen dürfen“, sagt Berger, die Montag ihren letzten Drehtag vor den Feiertagen hatte. Die Liste der Dinge, die alle noch vor ­Heiligabend erledigt werden müssen, sei lang, meint die Schauspielerin, die an Weihnachten ihre Familie um sich versammelt. Stress macht sich Senta Berger aber keinen: „Alle wissen, dass ich bis zuletzt arbeite. Da hat keiner die Erwartungshaltung, dass es perfekt sein muss.“

Das nächste Jahr, es wird einige Veränderungen mit sich bringen: Im Frühjahr starten die Dreharbeiten zur letzten Episode von Unter Verdacht. Damit beendet Senta Berger ein, wie sie sagt, „wichtiges Kapitel“ ihrer Karriere. „Die Prohacek, das kann jeder nachrechnen, müsste als Beamtin schon längst in Rente sein. Jetzt geht sie, und das ist gut so.“ Regisseur Friedemann Fromm, der die Reihe 2002 aus der Taufe hob und dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde, wird bei diesem letzten Fall Regie führen. „Ich bin mir sicher, dass mir die Eva und vor allem die Menschen, mit denen ich zusammengewachsen bin, fehlen werden“, sagt Berger, die über die Bemerkung ihres Kollegen Gerd Anthoff lachen muss. „Anthoff, mein ewiger Antagonist, der eigentlich nur darauf aus ist, die Eva zusammenzuscheißen, hat gesagt: Wir müssen uns in Zukunft ab und zu treffen, damit ich meinen Frust loswerden kann.“

Astrid Kistner

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