Für den Sieg singt Vicky auf Englisch

- "Theo, wir fahren nach Lodz!" schmetterte Vicky Leandros im Jahr 1974 unmissverständlich und schuf damit einen Klassiker der deutschen Popgeschichte. Nach Athen zum diesjährigen Eurovision Song Contest am 20. Mai fährt die polyglotte Schlagerveteranin allerdings - sicher ist sicher - mit einem Titel in englischer Sprache. Das enthüllte jetzt der für den deutschen Vorentscheid verantwortliche Norddeutsche Rundfunk (NDR).

"Don't Break My Heart" heißt der Beitrag, mit dem die 53-Jährige am 9. März in Hamburg (im Ersten live ab 20.15 Uhr) um die Gunst der Fans buhlt. Leandros, die im Jahr 1972 mit "Aprè`s toi" bereits international für Luxemburg siegreich war, hat nur zwei Gegenkandidaten - und auch die werden auf Englisch singen. Thomas Anders (42) schmettert "Songs That Live Forever", Komiker Olli Dittrich (49) präsentiert mit seiner Band "Texas Lightning" die Nummer "No, No, Never".

Dass heuer nur drei Bewerber für den traditionsreichen Schlagerwettbewerb zur Auswahl stehen, hatte eine Jury der ARD-Unterhaltungschefs entschieden, die auch über die Teilnehmer an dem Vorentscheid befand. Als Auswahlkriterien zählten laut NDR vor allem eine hohe Akzeptanz und ein hervorragender musikalischer Standard. Freiwillige ("Wadde hadde dudde da?") und unfreiwillige Parodien haben heuer keine Chance. Immerhin darf - wie schon seit vielen Jahren - das Publikum entscheiden. Wer nach dem Televotum vorne liegt, fährt nach Athen.

Im vorigen Jahr hatte es noch zehn Kandidaten beim Grand-Prix-Vorentscheid gegeben. Die in Deutschland noch siegreiche Münchnerin Gracia Baur hatte mit ihrem Beitrag "Run Away And Hide" aber offensichtlich international zumindest das zweite der beiden nun festgeschrieben Kriterien nicht erfüllt. Sie wurde in Kiew Letzte.

Altmeister Ralph Siegel (60) wird diesmal nicht beim deutschen Vorentscheid dabei sein, wohl aber beim Finale in der griechischen Hauptstadt. Er produziert den schweizerischen Beitrag. Und den sollen drei Sängerinnen und drei Sänger aus sechs Ländern präsentieren, darunter auch Marco Matias aus Deutschland, der zusammen mit Nicole Süssmilch beim deutschen Vorentscheid im vergangenen Jahr mit dem Siegel-Song "A Miracle Of Love" nur knapp gegen gegen Gracia Baur das Nachsehen hatte.

Und noch eine Kuriosität - aus deutscher Sicht - bietet der diesjährige Song Contest. Sollte Thomas Anders aus dem Vorentscheid als Sieger hervorgehen, bekäme er es im Finale unter Umständen mit seinem einstigen "Modern Talking"-Partner und heutigen Lieblingsfeind Dieter Bohlen zu tun. Der "Poptitan" aus Tötensen will dem rumänischen Duo "Indiggo" zum Sieg beim Vorentscheid in Bukarest verhelfen, auch wenn er jetzt gegenüber "Bild" betonte, die Zusammenarbeit sei "total unfreiwillig". Die Zwillinge Michaela und Gabriela hätten ohne sein Wissen einen Titel eingereicht, den Bohlen mit den beiden nur auf hartnäckiges Drängen aufgenommen habe. Voraussetzung für eine Teilnahme in Bukarest ist jedoch eine Ausnahmegenehmigung der Regierung des oseuropäischen Landes. Eigentlich seien nur einheimische Komponisten zugelassen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Der Senderverbund hat einstimmig beschlossen, dass der Bayerische Rundfunk im Jahr 2018 den Vorsitz der ARD übernehmen wird - zuletzt hatte der BR diesen 2005/2006 inne.
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Wird dieser Weltmeister Scholl-Nachfolger bei der ARD?
Nach der Trennung von Mehmet Scholl ist die ARD auf der Suche nach einem oder mehreren TV-Experten für die Fußball-WM 2018. Ein Weltmeister scheint Favorit zu sein, ein …
Wird dieser Weltmeister Scholl-Nachfolger bei der ARD?
Castingshow „MasterChef“ startet neue Staffel mit Nelson Müller
Die zweite Staffel von „MasterChef“ hat 24 Folgen mit jeweils 50 Minuten und startet am Montag nach der Bundestagswahl mit Neuzugang Nelson Müller in der Jury.
Castingshow „MasterChef“ startet neue Staffel mit Nelson Müller

Kommentare