Zum Tod von Sam Simon

Mr. Burns trauert um seinen Vater

Los Angeles - Sam Simon, Miterfinder der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“, ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Ein Nachruf:

Er hatte sein Leiden zuletzt sehr öffentlich geteilt. Sam Simon, einer der drei Väter der gelben Zeichentrickfamilie „Die Simpsons“, zeigte auf Twitter noch bis vergangenen Donnerstag Fotos, auf denen er von Spritzen, Schläuchen und Kanülen umgeben ist. Auch bei der Blutabnahme und beim Ultraschall grinste er stets schalkhaft in die Kamera. Nun ist Sam Simon dem Darmkrebs erlegen, wie seine Stiftung am Montagabend bekannt gab. Simon wurde 59 Jahre alt.

Am Tag danach trauerte nicht nur die Fan-Gemeinde der Simpsons-Sippe. Auch die anderen beiden Miterfinder der schrecklich amerikanischen Familie, Matt Groening (61) und James L. Brooks (74), zeigten sich betroffen. „Ein großer Mann. Ich verdanke ihm alles“, schrieb sein Freund und ebenfalls ein Produzent der ersten Simpsons-Stunde, Al Jean (54), auf Twitter. Sein Tod sei ein „großer Verlust“.

Simon wuchs behütet in Beverly Hills auf, einen Katzensprung entfernt von Groucho Marx und Priscilla Presley. Laut der „New York Times“ besaß seine Mutter eine Galerie, der Vater ein Bekleidungsgeschäft. In den Achtzigerjahren hatten Simon, Groening und Brooks die chaotische Familie aus der fiktiven US-Stadt Springfield entwickelt. Die Erfindung der Figuren Dr. Hibbert, Hausarzt der Simpsons, und Vorzeige-Fiesling Mr. Burns werden Simon zugeschrieben. Er erhielt sieben Emmys für „Die Simpsons“ und zwei weitere als Autor von „The Tracey Ullman Show“, in der auch die gelbe Wahnsinns-Familie 1987 erstmals in einem Kurzfilm auftrat.

Nach der vierten Staffel waren sich Groening und Simon, der bekannt für seine schwierige Art war, uneins über den Verlauf der Serie. 1993 stieg Simon dann aus. Er wurde aber weiterhin im Abspann als Produzent genannt. Pro Sieben beendet am kommenden Montag die 25. Staffel, in den USA läuft derzeit die 26.

Dank einer extrem lukrativen Abfindung, laut der Film- und Kinodatenbank „IMDB“ belief sich diese auf zehn Millionen Dollar jährlich, konnte sich Simon fortan überwiegend karitativen Tätigkeiten widmen. Er wurde zu einem Verfechter des Tierschutzes. 2012 gaben ihm die Mediziner nur noch drei Monate, und so vererbte er einen Großteil seines Vermögens – etwa 100 Millionen Dollar – mehreren Tierschutzverbänden. So profitierte auch die Organisation Peta von Simon, der zweimal geschieden ist und keine Kinder hat. Der Rest floss in andere wohltätige Einrichtungen sowie seine Stiftung für Streuner. Und so schrieb auch Simons Kollege Al Jean in seinen Abschiedsworten auf Twitter weiter: „Wenn Sie Sam ehren möchten, dann behandeln Sie das nächste Tier, das Ihnen begegnet, gut.“

Ob sich die gelbe Familie selbst vor ihrem Miterfinder verneigen wird, ist unklar. Erst im Oktober 2013 hatten die fünf den Tod von Barts Grundschullehrerin zu betrauern. Marcia Wallace (70), Edna Krabappels amerikanische Stimme, war an Brustkrebs gestorben (wir berichteten). Aus Dankbarkeit wollten die Produzenten sie nicht ersetzen. In der Serie verabschiedete sich Krabappel mit einem für sie typisch-derben Lachen.

Angelika Mayr

Rubriklistenbild: © dpa

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