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Toller Gast­geber einer wunderbaren Show: Xavier Naidoo bei "Sing meinen Song".

"Na also, geht doch"

"Sing meinen Song": Xavier Naidoo zieht Bilanz

München - Am Dienstagabend ging die Vox-Show Sing meinen Song  mit dem Finale zu Ende. In der tz zieht der Gastgeber Xavier Naidoo Bilanz.

„Hallöchen! Hier ist der ­Xaver“, sagt die tiefe Stimme am Ende der Leitung. „Xaver?“ frage ich, leicht verdutzt, zurück. „Ja, ihr seid doch in Bayern, oder?“ Xavier Naidoo lacht. Offenbar hat der Mannheimer, dessen Texte oft so ernst daherkommen, auch einen guten ­Humor. Dass der 42-Jährige unterhalten kann, hat er in den vergangenen Wochen ohnehin schon bewiesen: Er war Gastgeber der großartigen Vox-Show Sing meinen Song – Das Tauschkonzert, in der Künstler wie Sasha, Sarah Connor und Andreas Gabalier Lieder der Kollegen gesungen und neu interpretiert haben. Gestern Abend ging die Show mit dem Finale zu Ende. In der tz zieht Xavier Naidoo Bilanz.

Herr Naidoo, herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Format! Schade, dass das „Tauschkonzert“ nun vorbei ist …

Xavier Naidoo: Vielen Dank. Ja, wir hatten auch eine gute Zeit (lacht).

Hat Sie der Erfolg überrascht? Die Quote war super – vor allem für einen eher kleinen Sender wie Vox.

Xavier Naidoo: Ich war ehrlich gesagt ganz glücklich darüber, dass ein Sender wie Vox das Format genommen und damit Mut bewiesen hat. Ich mag das, wenn man eher durch die Hintertür oder irgendwie von unten nach oben kommt (lacht).

Was würden Sie als ­Resümee über die Show schreiben? 

Xavier Naidoo: Ich würde ganz unprätentiös sagen: Na ­also, geht doch!

Das klingt, als hätte es im Vorfeld Zweifel gegeben?

Xavier Naidoo: Es heißt ja immer wieder: Musik läuft nicht im Fernsehen. Beziehungsweise, Musik läuft nur im Fernsehen, wenn ein Kandidat Woche für Woche heimgeschickt wird wie in den Castingshows. So gesehen war es schon ein Wagnis, denn bei uns ging es ja nur um die Musik.

Es war aber auch emotional. Kürzlich schrieb jemand, beim „Tauschkonzert“ kullern mehr Tränen als bei „Germany’s Next Topmodel“. Und es hat Sie ja auch einmal erwischt. Als Andreas Gabalier Ihren Song „Dieser Weg“ gesungen hat, hatten Sie feuchte Augen.  

Gutes Team: Roger Cicero, Sasha, Sandra Nasic, Xavier Naidoo, Andreas Gabalier, Sarah Connor und Gregor Meyle (v. l.).

Xavier Naidoo: Das Schöne war, dass wir immer ganz große Geheimnisse daraus gemacht haben, wer welchen Song singt. Ich habe zum Beispiel nicht gewusst, dass Andreas Dieser Weg singen würde. Wie eindringlich er das dann gemacht hat, sein Gesichtsausdruck, seine Haltung – das hat mich total berührt. Das war schon eine Überraschung.

Sie haben sich sowieso gut verstanden, oder? 

Xavier Naidoo: Absolut. Er ist einfach ein toller Kerl.

Haben Sie ihn in die Sendung geholt? 

Xavier Naidoo: Wir haben uns im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Für mich war immer wichtig: Je weiter wir alle musikalisch auseinander sind, umso lustiger wird es. Deswegen fand ich es super, dass Andreas Gabalier dabei war.

Kannten Sie sich vorher? 

Xavier Naidoo: Ich habe An­dreas ungefähr ein gutes halbes Jahr vor der Sendung kennengelernt. Da ist er zu einem Konzert von mir nach Graz gekommen mit zwei, drei sehr skeptischen Freunden, die nicht wussten, was sie auf einem Xavier-Naidoo-Konzert sollen (lacht). Am Ende waren sie begeistert von meiner Show, und ich habe schon lange ein Faible für, ich sage mal, Folk. Für Musiker, die sich mit ihrer Heimatmusik auseinandersetzen. Ich habe früher auch gerne Ernst Mosch gehört.

Im Ernst?

Xavier Naidoo: Ja. Das war kein Witz. Ich mag Blasmusik und schalte auch gerne mal Alpenmusik im Radio ein, wenn ich durch die Region fahre. Das finde ich interessant.

Wer von den Teilnehmern beim „Tauschkonzert“ war für Sie die größte Überraschung?

Xavier Naidoo: Die „erhoffte Überraschung“ war für mich Gregor Meyle. Er war ja 2007 bei der Castingshow von Stefan Raab im Finale und ist danach wieder in der Versenkung verschwunden, was total schade war. Ich dachte mir dann, man sollte mit so einer Show wie dem Tauschkonzert auch versuchen, so einen wie Gregor wieder auf den Weg zu bringen. Und dieser Traum ist in Erfüllung gegangen. Wir haben den Zuschauern einen großartigen Sänger präsentiert, den sie vorher vermutlich nicht kannten und den sie jetzt toll finden.

Wird es eine zweite Staffel geben? 

Xavier Naidoo: Ich denke schon. Wenn ein Sender ­einmal ein Erfolgsformat hat, kann er sich schwer davon trennen. In dem Fall finde ich das aber auch nicht schlimm. ­Zweimal mache ich ja meistens mit (lacht).

Sie spielen auf „The Voice“ an, wo Sie zwei Staffeln lang (2011 und 2012) in der Jury saßen. Warum haben Sie ­eigentlich aufgehört? 

Xavier Naidoo: Ich habe The Voice sehr genossen und als wichtig empfunden. Nach der ersten Staffel habe ich auch gewusst: Mit den Leuten, die ich hier „einsammle“, will ich gerne Musik machen. Bei der zweiten Staffel habe ich schon gespürt, dass es schwieriger wird. Ich kann nicht noch mal 20 Leute so tief in mein Leben lassen. Also habe ich gesagt: Ich ­versuche, einen von den Kandidaten zum Sieg zu führen, und dann ist auch gut.

 

Interview: Stefanie Thyssen

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